08. September 2014

Marktkommentar Notenbanken sind überflüssig wie ein Kropf

Metalle schwach trotz leichten Geldes und schlechter US-Arbeitsmarktzahlen

Im letzten Marktkommentar stellten wir fest, dass das Momentum des Geldmengenwachstums in der Euro-Zone trotz disinflationärer Tendenzen zuletzt wieder zunahm. Nun verkündete EZB-Chef Mario Draghi, nebst einer nochmaligen Leitzinssenkung von 0,15 Prozent auf 0,05 Prozent, das erste direkte europäische Ankaufprogramm für Staatsanleihen und Pfandbriefe. 500 Milliarden Euro sollen so binnen der kommenden drei Jahre neu gedruckt und dem Bankenkartell im Gegenzug für wertgeminderte oder unverkäufliche Wertpapiere zur Verfügung gestellt werden. Wenn es bei dieser Summe für diesen genannten Zeitraum bleiben würde, könnten wir uns freuen, denn das würde bedeuten, dass die Musik noch länger spielen wird, als wir es uns teilweise zum jetzigen Zeitpunkt ausmalen, und auch jegliche Kriegsängste im Moment noch unbegründet wären.

Das Kernziel des neuen EMU-QE1 bleibt die Zementierung des Vermögenstransfers von der Bevölkerung auf das Bankenkartell. „Euro-Rettung“ und „Konjunkturbelebung“ sind Euphemismen, die den realen Vorgängen in keiner Weise gerecht werden und die man mittels einer gezielt geförderten aber völlig unsinnigen keynesianischen Lehre verschleiert. Die ganz oder teilweise nicht einbringbaren Forderungen des Bankenkartells gegenüber der Bevölkerung, die durch leistungslosen Kreditbetrug und nicht etwa Kapitaltransfer aus realen Ersparnissen entstanden sind, werden von der EZB gegen „gutes“ Zentralbankgeld aufgekauft. Am Ende des Tages werden die Verluste bei der EZB abgeschrieben und letztlich vom Vermögen der Bevölkerung beglichen. Es geht allein um eine Gesundung der kranken Bankbilanzen, doch nie um die Rettung der Wirtschaft oder der Vermögen der Bevölkerung.

In letzter Zeit hörte man Stimmen aus den USA, dass der Staat doch selbst Geld drucken und dies an die Bürger vergeben solle. Dies wird niemals geschehen, denn dies würde den Vermögenstransfer zugunsten der Bankeneigner sofort stoppen und zu einem gewissen Teil rückgängig machen. Natürlich ist es nicht Sinn der Übung, dass die Bevölkerung mit Geld aus dem Nichts praktisch in Konkurrenz zu dem geschöpften Geld der Privatbanken tritt. Der einzige Sinn der Geldschöpfung ist doch gerade der, sich ungerechtfertigt und leistungslos die Verfügungsgewalt über Güter und Dienstleistungen zu verschaffen. Da die direkte Vergabe von Geld an die Bevölkerung den Sinn des Kreditgeldsystems für dessen Erschaffer auf den Kopf stellen würde, wird es derartige Dinge auch niemals geben.

Auch der Einlagensatz für Geld der Banken bei der EZB wurde von minus 0,1 Prozent auf minus 0,2 Prozent verringert, um die Anreize für eine Kreditvergabe an die Privatwirtschaft zusätzlich zu verstärken. Der ökonomische Nutzen einer erzwungenen Kreditvergabe ist nicht nur gleich Null, sondern negativ. Man kann das Pferd zwar zur Tränke bringen, doch saufen muss es selbst. Das bedeutet, dass sich Unternehmen mit niedrigeren Zinsen nicht ewig weiter verschulden werden. Eine Umschuldung auf niedrigere Zinsen verzögert den Bankrott der konkursgefährdeten Unternehmen lediglich, doch letztlich gehören deren Vermögenswerte längst der Bank. Angeheizt wird die Kreditvergabe jedoch bei der Vergabe von Immobilienkrediten an blauäugige Menschen, die sich naiv in die Schuldsklaverei begeben und für die Ausweitung einer Blase am Immobilienmarkt sorgen. Spätestens in der Wirtschaftskrise, wenn die Immobilien plötzlich unter Wasser stehen und der Arbeitsplatz verloren ist, wird aus dem Traum des eigenen Häuschens der Alptraum der Überschuldung und lebenslangen Versklavung. Ein Mechanismus, der so einfach und zugleich so perfide ist, dass ihn nur ein kleiner Teil versteht und so der Ausbeutung entgeht.

Alles andere vermeintlich akademische Gerede um Geldpolitik, Bankenunion, Finanzmarktstabilität oder um das Drehen von Schräubchen im System dient nur der Verwirrung und der Verschleierung des eigentlich doch ganz simplen Umverteilungsprozesses. Notenbanken sind überflüssig wie ein Kropf und sollten abgeschafft werden, denn sie dienen nicht der Wirtschaft und der Bevölkerung, sondern schaden dieser nur. Sie existieren in Symbiose mit dem Staat zum primären Nutzen der Banken und zur Finanzierung einer starken mächtigen Regierung. Ein freies Land und eine freie Bevölkerung erkennt man daran, dass sie keine Notenbank haben und in Wohlstand und Frieden leben. Aus diesem Grund fordert auch der libertäre ehemalige US-Präsidentschaftskandidat Ron Paul seit sehr langer Zeit die Abschaffung der Notenbanken, da sie nicht die Lösung, sondern die Ursache allen Übels sind.

Gestern war auch die Sitzung der britischen Notenbank, die an ihrem Leitzins von 0,5 Prozent unverändert festhielt und das Anleihekaufprogramm in Höhe von 375 Milliarden Pfund noch nicht aufstockte. Auch die Briten reden wie die Amerikaner von angeblichen Zinsanhebungen, was lediglich ein leicht durchschaubarer Bluff ist. Weder in den USA noch in England wird es so weit kommen, ehe eine galoppierende Inflation sie nicht dazu zwingen wird. Das britische Pfund fiel mittlerweile auf 1,63 US-Dollar und hat das Mindestkursziel bei 1,62 US-Dollar fast erreicht.

US-Arbeitslosenzahlen verfehlen Erwartungen

Die amerikanischen Arbeitslosenzahlen fielen heute schlechter aus, als vom Markt erwartet wurde. Es wurden lediglich 142.000 Jobs außerhalb der Landwirtschaft geschaffen, womit der Konsens von 220.000 Stellen deutlich verfehlt wurde. Dadurch erwarten die Marktteilnehmer eine Aufschiebung der Zinsanhebungen in den USA. Der Goldpreis blieb trotz dieser Zahlen schwach, was kein gutes Zeichen für die kommende Woche ist. Auch gestern, als die EZB das Anleihekaufprogramm verkündete, konnte der Goldpreis in US-Dollar überhaupt nicht hinzugewinnen, sondern fiel sogar bis in die Nacht hinein. Lediglich in Euro gab es einen Anstieg des Goldpreises, der sich jedoch einfach durch das Verhältnis des Euro zum US-Dollar erklärt, da der Euro um zwei US-Cent zum Dollar verlor, nachdem die EZB das EMU-QE1 verkündet hatte.

Analyse zu Silber

Der Silberpreis reagierte weder auf das QE-Programm der EZB noch auf die schlechten Arbeitsmarktzahlen, sondern verharrte kurz oberhalb der 19-US-Dollar-Marke. Die charttechnische Lage ist weiterhin nicht gut. Der Abwärtstrend ist immer noch vollkommen intakt, und die Schwäche der letzten beiden Tage spricht für fallende Preise.

Die CoT-Daten waren zuletzt nur gerade um ein Drittel bereinigt und ließen einen weiteren Abverkauf oder Crash vermuten. Bei einem Bruch des Abwärtstrends würde ein nochmaliges Aufbäumen bis 20,20 US-Dollar wahrscheinlich. Ich bin auf die heutigen CoT-Daten gespannt, da diese Informationen zur weiteren Preisentwicklung geben werden. Ich vermute, dass sich diese nicht sonderlich verbessert haben dürften. Trifft dies zu, so ist ein weiterer Abverkauf so gut wie sicher.


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