29. September 2014

Geldsystem Eine weitere Schlacht um gutes Geld

Das Schweizer Referendum zum Staatsgold

In zwei Monaten – am 30. November 2014 – dürfen die Schweizer Bürger per Volksentscheid über wichtige Dinge abstimmen: über die Substanz ihres Landes und über die Gold-Substanz der Bilanz ihrer Nationalbank. Wie leider schon öfters stehen dabei auch diesmal wieder die meisten Schweizer Parteien und die meisten Medien gegen das Volk. Auch diesmal wird es darum entscheidend sein, dass eine große, leider häufig passive und schweigende Mehrheit motiviert und informiert zur Wahl geht – und sich nicht von den vernebelnden Systemmedien und von „ihren“ lügenden Notenbankern und Parlamentsvertretern zur Wahlenthaltung einlullen oder zu einem „Nein“ einschüchtern lässt.

Es geht zum einen um eine Zuwanderungsinitiative (maximal 16.000 Personen pro Jahr): Dieses Zuwanderungs-Referendum soll nicht Gegenstand dieses Artikels sein; wir Deutschen beneiden aber mit riesiger Mehrheit die Schweizer um so eine Abstimmungsmöglichkeit! Und zum zweiten steht an die Abstimmung über die Bürgerinitiative „Rettet unser Schweizer Gold“. Dieser Artikel soll ein wenig aufklären über die Hintergründe und die große Bedeutung des Staatsgold-Referendums nicht nur für die Schweiz. Er ist sozusagen Gegenpropaganda gegen die Behauptungen der ebenso wie in D-EU-tschland in weiten Teilen fremdbestimmten „Schweizer“ Systemmedien und Parlamentarier.

Letztere haben sich in einer unsäglichen „Ablehnenden Stellungnahme des Bundesrats“ gegen die Bürgerinitiative der Nationalräte Reimann, Stamm und Schlüer (alle SVP) positioniert. Das Pamphlet glänzt durch eine Aneinanderreihung der üblichen Ängste und Mythen der Falschgeld-Fans – etwa hier:

„Die Goldbestände könnten, da sie nicht verkauft werden dürften, [dann] weder zur Finanzierung von Außenhandelsdefiziten noch zu Interventionen am Devisenmarkt verwendet werden.“

Stimmt. Und warum hat man vor dieser Selbstverständlichkeit Angst?

„Geldpolitische Maßnahmen zum Schutz der schweizerischen Volkswirtschaft [hüstel] haben unter Umständen eine große Bilanzausweitung zur Folge. Die ungünstigen Auswirkungen der Initiative auf die Bilanzstruktur müssten bei geldpolitischen Entscheiden berücksichtigt werden.“

„Auswirkungen“ also: Stimmt, die hätte eine Annahme der Initiative sicherlich. Das ist der Sinn von Volksabstimmungen! „Ungünstig“ wären sie allerdings vor allem für gewisse interessierte Falschgeldkreise!

„Die Initiative würde auch das Risiko-Ertrags-Profil der Aktiven der SNB beeinträchtigen. Gold gehört zu den volatilsten und damit riskantesten Anlagen in der Bilanz der SNB.“

Oje, der uralte Markowitz-Mythos, den SNB-Jordan schon 2013 kolportiert hat.

„Vola = Risiko“, also... Hm: Die SNB hat damals 1999/2001 über 1.500 Tonnen (!) ihres Goldes zu etwa 300 Dollar pro Unze verkauft. Hätte sie nicht gerne die böse Volatilität des Goldes nach oben und damit die Gewinne durch die Vervierfachung des Preises seitdem mitgenommen? Der hier so ostentativ zu „schützenden“ Schweiz sind per überflüssigem Verkauf zum falschesten Zeitpunkt direkte Buchgewinne von über 50 Milliarden Dollar entgangen. Vermutlich viel mehr, denn ohne diese Verkäufe wäre der Goldpreis seitdem noch viel höher gestiegen. Vom ohne Verkäufe vermeidbaren fatalen Bilanzschaden der SNB (!) ganz zu schweigen – siehe dazu unten die sehr sprechenden Graphiken.

„Die geographische Diversifikation der Goldbestände im In- und Ausland stellt sicher, dass die SNB insbesondere im Krisenfall an verschiedenen Orten beziehungsweise Goldhandelsplätzen über Goldreserven verfügt und diese nötigenfalls am Markt – auch im Ausland – verkaufen kann. Die geographische Diversifikation ist ein Gebot der umsichtigen Geschäftsführung. Es ist daher angebracht, sie beizubehalten.“

Dieser Textbaustein der SNB ist fast eins zu eins von der Deutschen Bundesbank abgeschrieben. Dazu werde ich einiges erzählen beim anstehenden Gold-Kongress am 4. Oktober 2014 in Stuttgart. Es entbehrt jeder Logik, warum man als SNB ausgerechnet in einer Krisensituation Gold-Vermögen im Ausland haben will... Und warum ausgerechnet dann die ultimative Währung Gold gegen genau dann hoch gefährdetes Papiergeld eingetauscht werden sollte, dessen Wert letztlich nur auf Vertrauen beruht, das gerade in der Krise im Gegensatz zu Gold sehr schnell evaporieren kann und wird!

„Die Annahme der Initiative würde die Handlungsfähigkeit der SNB schwerwiegend einschränken.“

Es würde allerhöchste Zeit, diese geldpolitischen Wahnsinnigen und Amokläufer zu bremsen!

Die SNB ist auf dem allerbesten Weg, mit dem Franken der Schweiz selbst den Absturz zu bereiten!

Macht muss in einer bürgernahen Staatsordnung kontrolliert und gebunden werden. Die SNB aber ist außer Kontrolle! Wie sagte schon Jefferson 1774: „Es ist Argwohn und nicht Vertrauen, der uns vorschreibt, jene zu binden, denen wir Macht überantworten müssen.“

Bei diesen für sich selbst sprechenden Graphiken ist klar, dass die SNB und mit ihr wohl oder übel auch die Schweiz auf einer geldpolitischen Amokfahrt ist. Die nachfolgenden Appelle der Initiatoren der Schweizer Goldinitiative und ihre Forderungen sind vor diesem Hintergrund mehr als berechtigt und keineswegs überzogen oder gar „gefährlicher Unsinn“, wie es die Zentralbanken über ihre devoten Medien immer wieder suggerieren! Sehr ähnlich lauten auch seit 2011 die Forderungen unserer analogen deutschen Bürgerinitiative „Holt unser Gold heim!“ gegenüber der Bundesbank. Zeichnen Sie auch bei uns bitte weiterhin mit.

Goldinitiative sichert Unabhängigkeit der Schweiz

Forderungen von „Rettet unser Schweizer Gold“:

„EU-Länder brechen weiterhin alle Schulden-Rekorde. Zur Vermeidung von Staatsbankrotten pumpt die EZB zusammen mit dem Bankensystem immer neue Euro in den Wirtschaftskreislauf. Dass sich die Schweizer Nationalbank durch massive Euro-Käufe von dieser bedenklichen Entwicklung abhängig gemacht hat, ist gefährlich und bedarf einer Korrektur.

Erstens: Alle Goldreserven sind in der Schweiz zu lagern.

Nur in der Schweiz ist unser Gold sicher – nicht im überschuldeten Ausland. Selbst ‚vertrauenswürdigste‘ Partner wie die USA und die EU würden sich wohl in einer schweren Krise weigern, unser Gold herauszugeben.

Zweitens: Goldanteil an Nationalbank-Aktiven muss mindestens 20 Prozent betragen!

[1960 90 Prozent, heute acht Prozent; Anmerkung Peter Boehringer]

Die Nationalbank setzt neuerdings nicht mehr auf Gold. Stattdessen hat sie in den letzten drei Jahren unvorstellbare Mengen Geld gedruckt und damit fremde Währungen gekauft – keine realen Werte, sondern in unglaublicher Menge deutsche (und wahrscheinlich amerikanische) Staatspapiere. Die Zahlen sind geheim. Alles spricht dafür, dass die Nationalbank vom Ausland unter Druck gesetzt wird, diese ‚Investitionen‘ in den Euro und den US-Dollar zu tätigen. Die Goldinitiative verlangt, dass die Nationalbank wenigstens 20 Prozent ihres Vermögens in Gold investiert. Gold wird auch in zwei, drei Generationen noch ‚Gold wert sein‘. Was mit Papierwährungen massivst überschuldeter Länder geschieht, weiß jedoch kein Mensch.

Drittens: Keine weiteren Goldverkäufe.

Bis 2000 besaß die Schweiz 2.590 Tonnen Goldreserven – als (wie Bundesrat und Nationalbank betonten) ‚unverkäufliches Tafelsilber‘. Unter massivem amerikanischem Druck wurden dann plötzlich 1.550 Tonnen als angeblich ‚überschüssig‘ verschleudert – zu miserablem Preis. Das darf sich nicht wiederholen! Es braucht ein Verkaufsverbot in der Verfassung. Goldreserven sind nicht Spielgeld für Banker und Politiker. Sie sind Volksvermögen – Resultat des Fleißes unserer Elterngenerationen.“

Geldsystem ist großes Betrugssystem: Warum Planwirtschaftler die Goldinitiative ablehnen [Rede Lukas Reimann im Schweizer Bundesrat]:

„Die Goldinitiative verhindert, dass einfach neues Geld gedruckt werden kann. Sie stellt sicher, dass in der Bilanz neben Papiergeld auch noch echte Realwerte vorhanden sind. Staatsschulden zu machen ist eine Methode der Enteignung. Gold steht diesem hinterhältigen Vorgang im Weg. Es ist der Beschützer der Eigentumsrechte. Wenn man das begriffen hat, so hat man keine Schwierigkeit mehr, die Feindschaft der Planwirtschaftler gegen den Goldstandard zu verstehen und der Goldinitiative zuzustimmen.“

Soweit der Originalton der Schweizer Kollegen. Wegen der jeweils sehr großen Goldbestände ist es kein Zufall, dass die heute bekanntesten Bürgerinitiativen zum Staatsgold zuerst in Deutschland und in der Schweiz entstanden sind. Das Thema „veruntreutes Staatsgold“ ist jedoch ein globales, denn auch der Papiergeld-Betrug ist ein globaler! „Repatriate our Gold!“ („Holt unser Gold heim!“) ist darum inzwischen ein internationaler Ruf von immer mehr Menschen in immer mehr Staaten:

Die Schweizer haben am 30. November die Chance, der ganzen Welt per Referendum ein Zeichen zu setzen. Liebe Schweizer: Setzen Sie es!

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Goldseitenblog.


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