27. Oktober 2014

Elektroautos Der Wahn von der Allwissenheit des Staates

Oxymethylenether revolutioniert den Verbrennungsmotor

Seit mittlerweile 17 Jahren warten wir auf die von Menschen verursachte Klimaerwärmung. Zwar hat die CO2-Konzentration in der Luft von 0,038 Prozent auf 0,04 Prozent zugenommen, aber der Treibhauseffekt ist ausgeblieben. Trotzdem vergeht kein Tag, an dem nicht über die Folgen der Klimaerwärmung berichtet wird. Wir haben es hier mit einem Phänomen des vorauseilenden Wahrnehmungsbewusstseins zu tun. Es werden die Folgen eines nicht gegebenen Tatbestandes als Bedrohung empfunden. Vielleicht wird es demnächst von Psychologen als eine besondere Form von Verhaltensstörung entlarvt.

Wir, die Betroffenen und hoffentlich noch klar denkenden Bürger haben jetzt die Wahl: Wir können feststellen, dass fast alle unsere Politiker, angeführt von der Kanzlerin, von dieser Verhaltensstörung befallen sind, oder aber wir beurteilen die Auswirkungen des Kampfes um die Reduzierung von CO2 auf unser tägliches Leben. Wichtigste Feststellung: Der Staat greift in einem noch nie dagewesenen Umfang selbst in unseren Alltag ein. Vorschriften über die Art der Beleuchtung, die Kraft eines Staubsaugers, den Wasserdurchlauf eines Duschkopfes könnten noch als Satire durchgehen, die massive Erhöhung der Strompreise, die Eingriffe in die Abläufe der Industrieproduktion und die Subventionsorgien für unrentable, aber angeblich klimafreundliche Wirtschaftszweige sind ein Spiel mit der Zukunft des Landes. Schließlich wird das „gefährliche“ CO2 auch noch für den Umbau der Gesellschaft missbraucht, die von Planwirtschaftlern und Moralwächtern dominiert wird.

Dazu zwei Beispiele: Seit der Energiewende haben sich die Strompreise so verteuert, dass es für untere Einkommensschichten ein Luxus geworden ist, ihre Wohnung ausreichend zu wärmen und das Licht einzuschalten, während Kapital- und Dachbesitzer Milliarden von den Stromverbrauchern abkassieren dürfen. Und schon in den Schulen werden Kinder indoktriniert, dass ihre Eltern kein Fleisch mehr kaufen sollen – Schweinefleisch wegen der Massentierhaltung, Rindfleisch wegen des Umweltschutzes (Methangas).

Einen besonderen Feldzug führen die Klimaaktivisten gegen den Individualverkehr. Das Auto wird von den Sozialisten aller Schattierungen seit Beginn der Nachkriegszeit verteufelt, ein Kampf, über den ich in dem Buch „Deutschland im Stau“ ein ganzes Kapitel unter der Überschrift „Don Quichotte und die Windmühlen“ geschrieben habe. Die Klimadebatte eröffnet neue Schlachtfelder: „Das Auto produziert das schädliche Treibhausgas CO2“, „die Straßen versiegeln die Landschaft“, „der Individualverkehr ist für die Feinstaubbelastung verantwortlich“. Das ist nur eine kleine Auswahl der Argumente gegen Straßen und Autos, die in vielen Varianten vorgebracht werden. Dies ist jedenfalls so erfolgreich geschehen, dass die Aussagen von der Masse unserer Politiker vom Kommunalparlament bis hin in den Bundestag und von „gesellschaftlich“ relevanten Kräften wie den Kirchen einfach übernommen werden.

In unserem Buch „Deutschland im Stau“ rechnet mein Koautor Dr.-Ing. Gottfried Ilgmann vor, dass die Umweltbilanz unseres öffentlichen Nahverkehrs alles andere als vorbildlich ist. Denn die Hamburger U1 zum Beispiel ist nur zu 16 Prozent ausgelastet. Leere Waggons durch die Städte und übers Land zu schicken ist aber Verschwendung pur, CO2 hin oder her. Ein von vier Pendlern vollbesetzter Mittelklasse-Personenkraftwagen hat nach Ilgmanns Berechnungen die beste Umweltbilanz – vorausgesetzt, man macht den CO2-Ausstoß zum Maßstab aller Entscheidungen.

Das Argument, Deutschland würde mit Autobahnen das Land betonieren, ist geradezu lächerlich. Gerade einmal 0,08 Prozent des Landes werden von Autobahnen und Schnellstraßen benötigt. Eine Erhöhung auf 0,1 Prozent würde für alle geplanten und noch fehlenden Autobahnen ausreichen. Bleibt also der Antrieb des Autos durch Diesel und Benzin. Und auch dafür haben unsere allwissenden Planwirtschaftler in der Regierung eine Lösung gefunden: das Elektroauto.

Neueste Statistik des Kraftfahrzeugbundesamtes: Im letzten Jahr von Juli bis Juli gerechnet waren 1,6 Prozent aller Zulassungen mit alternativen Antriebsarten ausgestattet, davon etwa ein Viertel mit Elektromotoren – also so gut wie gar nichts. Dabei hat die Zahl der Zulassungen insgesamt in Deutschland um drei Prozent und in Europa sogar um sechs Prozent zugenommen. Diese Zahlen stehen im krassen Widerspruch zur öffentlichen Wahrnehmung. Über Elektroautos steht ständig etwas in den Zeitungen. Hier rüstet eine Stadt ihren Fuhrpark mit einem E-Auto um, da wird das E-Mobil groß in Anzeigen angekündigt. Autosalons übertreffen sich mit neuen E-Modellen, die alle entsprechend gelobt und gefeiert werden. Selbstverständlich hat auch unsere Regierung einen Plan: Eine Million E-Autos sollen bis 2020 auf unseren Straßen fahren, und dafür lobt sie eine Milliarde Euro als Subvention aus. Und da es die Hersteller nicht mit der Regierung verderben wollen, spielen sie mit – verbal jedenfalls. Sie haben das Problem, dass sie sich nicht auf den Markt verlassen können, sondern damit rechnen müssen, gegen alle Vernunft zum Bau von Autos gezwungen zu werden, die nur mit noch mehr Milliarden zu verkaufen sind.

Was für ein Allwissenheitswahn von Merkel und Co. Glauben sie wirklich, sie wüssten, was für ein Antrieb in 20 Jahren unsere Autos bewegen wird? Glauben sie wirklich, sie wüssten, welche Technologien sich durchsetzen und welche Autos auf dem Markt erfolgreich sein werden? Es ist zu befürchten, dass sie so von sich überzeugt sind, nicht zuletzt, weil sie Opfer ihrer eigenen Propaganda werden. Im regierungsnahen Sender ZDF lieferte dafür die Sendung „Zoom“ im Oktober ein Musterbeispiel. „Fährt Auto-Deutschland vor die Wand?“ lautete der Titel für diese Werbesendung für das E-Auto. 43 Minuten lang führte ein zappeliger Reporter, Peter Ruppert, den Zuschauer durch die weite Welt von China bis nach Kalifornien. Überall fand er Beweise, dass die Welt schon viel weiter ist, für den „größten Umbruch in der Geschichte des Automobils“.

Der Film beginnt mit: „Ich“ – „Ich bin der Botschafter Deutschlands. Meine Name ist Freiheit.“ Im Bild sitzt in Großaufnahme der Autor am Steuer, gemeint aber ist das Auto. Sämtliche Platitüden grüner Vorstellungen über das Auto werden vorgeführt. Natürlich treten junge Berliner auf, die kein Auto mehr kaufen – sie dienen als Beweis, dass das Auto eh keine Zukunft mehr hat. Die realen Zulassungssteigerungen, siehe den Anfang dieses Artikels, werden unterschlagen.

Autor Peter Ruppert lobt die Chinesen, die E-Autos für 43.000 Euro herstellen und mit 12.000 Euro subventionieren. Er besucht Tesla in Kalifornien, dessen E-Wagen 70.000 Dollar kosten und mit 10.000 Dollar gefördert werden. Wie erbärmlich empfindet er deswegen Deutschland, das sich nicht solche Subventionsorgien leistet. Fast selbst ununterbrochen im Bild, was scheinbar zur Machart dieser Sendung gehörte, fand er überall „Experten“, die das baldige Ende der deutschen Automobilindustrie voraussagten, weil sie am alten Kolbenmotor festhalte.

Peter Ruppert machte keinen Hehl daraus, dass er ein tiefgläubiger Anhänger der Klimareligion ist und das Ende der Menschheit sieht, wenn nicht das Treibhausgas verbannt wird. Er war im Film sozusagen der Obermessdiener, der die Klima-Kurienkardinäle danach fragte, wie dringend das Klimagas CO2 bekämpft werden muss, um die Welt zu retten. Und danach stellte er fest, dass die obersten Autoritäten seine Überzeugungen bestätigt haben. Aber was soll denn ein Jos Delbeke, der EU-Generaldirektor für Klimapolitik, sonst auch sagen außer, dass der Verbrennungsmotor durch E-Autos abgelöst werden muss. Und dann wird auch noch Axel Friedrich befragt, ehemaliger Leiter der Abteilung Umwelt und Verkehr beim Bundesumweltamt, der Behörde, die im Staatsauftrag über die reine Lehre der Klimaerwärmung wacht.

Mit keinem Wort wurde erwähnt, woher die Energie kommt, die in den Batterien steckt, um das Auto anzutreiben. Die schöne heile abgasfreie Welt des Obermessdieners Ruppert übersieht, dass Bewegung Energie verbraucht, und die muss irgendwo herkommen. In den USA werden die Batterien von Tesla weitgehend mit Kohle- und Atomstrom gespeist und das wird noch lange so bleiben. Auch sein Vorbild China baut die Kohleverstromung immer noch aus. Und auch das E-Mobil in Deutschland wird nicht mit sogenannter „erneuerbarer Energie“ fahren, weil es keine erneuerbare Energie gibt. Was weg ist, ist weg – und von nix kommt nix. Zwei ganz einfache Lehrsätze aus der Physik. Und weil das so ist, macht sich die deutsche Automobilindustrie sehr weitreichende Gedanken, mit welchen Antrieben in einigen Jahren oder Jahrzehnten der Individualverkehr ausgestattet wird. Denn alle Fachleute kennen die List der E-Mobilitäts-Verfechter: Man rechnet den CO2-Anteil der Energie nicht von der Energiequelle bis zum Rad sondern erst vom „Tank“ bis zum Rad. Das heißt, in der Batterie wird CO2 zu Null gesetzt! Im Gegensatz zum Verbrennungsmotor, dieser muss sich die gesamten fossilen CO2-Emissionen anrechnen lassen. Erst nach 2020 soll auch für Elektrofahrzeuge die seriöse Anrechnung des CO2 aus den übrig gebliebenen fossilen Kraftwerken erfolgen. Bis dahin wird der benötigte E-Mobilitäts-Strom noch nicht einmal CO2-arm sein! Voraussichtlich wird „erneuerbarer“ Strom ein so knappes Gut sein, dass alle E-Mobil-Anhänger diesen Offenbarungseid in die ferne Zukunft verlegen werden. Dies in der Hoffnung, dass eines noch ferneren Tages unser Strombedarf restlos von „erneuerbarer“ Energie gedeckt wird.

Peter Ruppert war so versessen auf die Elektromotoren, was ja auch unsere Regierung und viele Politiker sind, dass er vergessen hat, andere nicht von Diesel und Benzin angetriebene Autos als Alternative überhaupt nur in Erwägung zu ziehen. Was passiert zum Beispiel mit Tesla und all den anderen, die nur auf E-Autos setzen, wenn sich die Brennstoffzelle durchsetzt? Dann haben sie sich von ihren Regierungen und den üppigen Subventionen verführen lassen und werden die Pleiten ihrer Unternehmen den bösen Politikern in die Schuhe schieben. Ein Vorgang, der übrigens in der deutschen Solar- und Windkraftbranche schon angefangen hat. Toyota hat in Japan das erste serienmäßige Brennstoffzellenauto auf den Markt gebracht. Es kostet 60.000 Euro und ist mehr ein Ausrufezeichen für die Märkte denn eine ernsthafte akute Bedrohung für die gängigen Verbrennungsmotoren.

Ein paar scheuklappenfreie Recherchen hätten dieses Propagandastück schon im Vorfeld abgewürgt. Längst arbeiten die Ingenieure an neuen synthetischen Kraftstoffen, die dem E-Auto weit überlegen sind, weil sie sowohl unbegrenzt zur Verfügung stehen als auch schadstoffarm verbrennen. Ich bin kein Physiker, und dies kann auch kein Aufsatz über den Stand der Forschung für die Antriebe der Zukunft sein. Aber OME (Oxymethylenether) ist ein potentiell nachhaltig hergestellter Dieselkraftstoff. Aus CO2 als Kohlenstoffquelle und nachhaltig hergestelltem H2 sind Methanol und OME synthetisierbar. Auf dem Internationalen Wiener Motorensymposium wurden die Verfahren und Arbeiten an diesem Kraftstoff behandelt. Die TU München berichtet von erfolgversprechenden Ergebnissen, die folgende Eigenschaften vorweisen: CO2-neutral, unbegrenzt verfügbar, niedrigste Emissionen, hohe Wirtschaftlichkeit und große Reichweiten. Doch OME1 ist nur einer der Designerkraftstoffe, die so gründlich verbrennen, dass die Luft, die aus dem Katalysator kommt, sogar sauberer ist als die, die der Motor aus der Umwelt einsaugt.

Weit fortgeschritten sind auch die Anwendungen mit der CWtL-Technologie (Carbon Oxides & Water to Liquid Fuel). Zweck dieses Verfahrens ist es, zum Beispiel das bei der Kohleverbrennung entstehende CO2 chemisch als recycelbaren Wertstoff zu nutzen und wieder in einen Träger chemischer Energie zurück zu verwandeln. Ja, Sie haben sich nicht verlesen: Das von den Klimagläubigen als giftig verunglimpfte CO2 wird zum Rohstoff für die Herstellung von Benzin und Diesel. Es gibt Berechnungen, dass bei dem CWtL-Verfahren zur Zeit der Literpreis für Benzin 61 weniger als ein Euro betragen würde. Elektromotor ade. Auch weil er keine Luft umwälzt, wird er niemals die städtische Luft reinigen können. Erst in einigen Jahren werden wir erfahren, was uns die Planwirtschaft gekostet hat, weil einige Juristen, Soziologen, Germanisten und Sozialpädagogen sich für das Elektroauto entschieden haben und dies dank einer völlig falschen Wirtschaftspolitik der Gesellschaft aufoktroyieren konnten.

Sicher wird das Zeitalter, in dem Autos mit Benzin und Diesel aus fossilen Quellen angetrieben wurden, bald zu Ende gehen. Dann kommt der Kraftstoff aus den Chemieanlagen. Der Verbrennungsmotor wird diesen Wandel bestens überstehen, weil er einen Vorteil hat, den kein Elektromotor je schafft. In Zukunft wird es dann nämlich heißen: Fahr noch ‘ne Runde um den Block und reinige die Stadtluft. Ein Film über die neuen synthetischen Kraftstoffe, die auf CO2 basieren, wäre das Mindeste, was das ZDF als Wiedergutmachung für die peinliche Propagandasendung leisten sollte.

Dieser Artikel erschien zuerst auf der Achse des Guten.


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