05. November 2014

Bundespräsident Was darf er?

Willkommen in Schwachkopfistan

Hallo und herzlich willkommen in Dumbfuckistan. Das heißt auf Deutsch so viel wie „Schwachkopfistan“, ein wohl aus purer Verzweiflung über die Beklopptheit so mancher Zeitinsassen entstandener Begriff, den Trendforscher Gerald Celente in seiner „Trends in the News“-Videoreihe immer wieder gerne benutzt und den ich hiermit herzlich gerne auf deutsche Verhältnisse übertrage. Allerdings nicht auf ganz Deutschland, keine Sorge. Es geht mir vor allem um ein kleines, unbeugsames deutsches Dorf namens Schwachkopfistan, oder besser um ein Milieu, das man außerdem unter Begriffen wie „Leitmedien“ oder „Qualitätsjournalismus“ kennt, obwohl diese Bezeichnungen ja in die Irre führen, sind sie zur Beschreibung des intellektuellen Niveaus dieser autistisch-inzestuösen, degenerierten Sub- oder, wenn man so will, Parallelkultur doch denkbar ungeeignet.

Doch worum geht‘s eigentlich? Warum die Aufregung und die harten Worte? Nun, eigentlich ist es gar keine große Aufregung, es war mehr ein langgezogenes Gähnen, das mir entfuhr, als ich dabei zusehen durfte, wie diese autistisch-inzestuöse, degenerierte Subkultur des hiesigen Qualitätsabtötungsjournalismus sich – lassen Sie mich aber vorab bitte noch einmal wiederholen, dass es in Schwachkopfistan keine gleichgeschaltete Presse gibt, wirklich nicht, ehrlich, glauben Sie mir das bitte, das ist eine krude Theorie – wie auf Knopfdruck mehr oder weniger gleichzeitig über Joachim Gauck hermachte, weil er die SED 2.0 kritisierte, eine Partei, die man auch unter dem Namen „Die Linke“ kennt. Eine Partei, die in Gestalt so manches bekannteren Mitgliedes, vor allem aber der stellvertretenden Vorsitzenden der Bundestagsfraktion, Sahra Wagenknecht, ein bisschen Werbung für den Kommunismus machte. Beziehungsweise – gestatten Sie mir bitte den kleinen Ausfall – für die kommunistische Schweinediktatur.

Ein kollektivistisches, totalitäres System, dessen fatale, verheerende Folgen für Millionen von Menschen von mehreren Jahrzehnten sowjetischer Schreckensherrschaft und Tyrannei ganz hervorragend und ausführlichst dokumentiert wurden. Ein System, das in seiner sozialistischen „Spiel“-Art auch so manchen ehemaligen Bewohnern des Unrechtsstaates DDR noch ganz gut in Erinnerung sein dürfte, denen es nach zehn Jahren Wartezeit auf einen Kühlschrank oder ein Auto zu dumm wurde, woraufhin sie den antikapitalistischen Schutzwall geschickt umgingen, manchmal allerdings mit sehr negativen Folgen für die nächste Geburtstagsparty, um in Windeseile an Luxusgüter zu kommen, die im Arbeiter- und Bauernverarschungsparadies der Funktionärselite vorbehalten blieben. Gut, der Linken zufolge waren das ja nur Kinderkrankheiten eines „an sich“ guten und bisher leider nur nie konsequent und gemäß der zugrundeliegenden politischen Philosophie umgesetzten Systems, sieht man mal von ein paar Millionen Toten, Massenelend, staatlichem Psycho- und Gesinnungsterror, verminderter Lebenserwartung (die durchschnittliche Lebensdauer männlicher Sowjetbeglückter sank in den Jahren des Bestehens des Vorläufers der EUdSSR auf circa 56 bis 57 Jahre), signifikant gestiegener Säuglingssterblichkeit und vielen großartigen Errungenschaften der Weltrevolution mehr. Gauck empfand den „Linksruck“ angesichts einer möglichen rot-rot-grünen Koalition in Thüringen wohl als etwas bedenklich – und kassierte dafür nun kräftig Schelte aus Schwachkopfistan, also von der trojanischen Linken selbst, außerdem vom Schrecknis 90/Die Lügner, aber wen will das noch überraschen, ist die kotige geistige Konsistenz dieses Schreckensbündnisses für jede freiheitliche Gesellschaft und funktionierende Wirtschaft doch längst weithin bekannt. Und natürlich von den Schwachkopfistanern im Journazirkus.

Nicht, dass ich ein Riesenfan des Bundespräsidenten wäre – das Gegenteil ist der Fall. Bin sozusagen ein Anti-Groupie Gaucks. Das ist hier nicht mein Punkt.

Was ich viel lustiger finde, sind die von Kopf bis Fuß von brechreizerregender Bigotterie erfüllten Schreibkünstler von Schwachkopfistan, die keinerlei Probleme damit haben, wenn der Bundespräsident Werbung für mehr Auslandseinsätze macht, unter denen sich gerade in der jüngeren Vergangenheit zahlreiche Angriffskriege in korporatistisch-nepotistischem Interesse befanden, die vor allem aus geopolitischen und ressourcenlogistischen Gründen geführt wurden, keineswegs zum Anpflanzen von Demokratiekraut, Friedenswurz und Freiheitsnelken; und außerdem schön artig im demagogischen, momentan mal wieder groteske Züge annehmenden „Der Russe ist unser Unglück“-Chor mitsingt, denn Russland-Bashing ist gerade tres chic und politisch erwünscht, da kann man eigentlich nix falsch machen, ja, damit hat man in Schwachkopfistan, also auf dem autistisch-inzestuösen, degenerierten Pressestrich keinen Stress. Außerdem lässt Gauck seine Reden ja von Leuten schreiben, die in denselben transatlantischen Sümpfen herumwaten wie zahlreiche Journanüttchen, also machen Sie sich keine Gedanken, ‘s passt scho.

Nein, das geht alles vollkommen klar, das darf er, also, sich ruhig auch mal in geopolitische Angelegenheiten einmischen, obwohl das strenggenommen ja auch nicht in seinen Kompetenzbereich fällt, und seine in entsprechenden Think Tanks vorformulierte Meinung zum Besten geben. Oder Werbung für Krieg machen, um die „konfliktscheuen“, kriegsskeptischen Friedenspopulisten auf der Straße auf Linie der kriegstreibenden Psycho-Machteliten zu bringen.

Aber nun, Joachim, hast Du‘s wirklich übertrieben. Also, das geht nicht. Da sind wir leider nicht mehr bei Dir. Sich in Landespolitik einmischen und eine Partei kritisieren, die fragwürdiges Gedankengut repräsentiert, ja man darf wohl sagen, durch deren Reihen eine der schrecklichsten Ideologien west, die jemals auf diesem Planeten wütete, das, mein lieber Joachim, darfst Du definitiv nicht. Denn wir Schwachkopfistaner haben eine Uni besucht, weißt Du, und dort so manches marxistische Theorem und linksdominierte politische Philosophem aufgeschnappt und sind deshalb ganz doll schlau und wissen, wie das mit Wirtschaft richtig geht und so und dürfen darum auch andere niederbellen, die nicht glauben wollen, das seien doch alles an sich ganz tolle Ideen, man müsse sie nur regelmäßig neu umsetzen, damit‘s dieses Mal endlich besser klappt und statt 20 zum Beispiel nur zehn Millionen Tote produziert werden und der Kühlschrank statt nach zehn schon nach sieben Jahren kommt.

Vielleicht, Joachim, solltest Du deshalb lieber auf deinem angestammten Terrain verweilen und lieber Werbung für Angriffskriege machen oder „Der Russe ist unser Unglück“ flöten, dann sind wir wieder Freunde.

Mit freundlichen Grüßen,

die nützlichen Idioten, geschichtsvergessenen und verbildeten, vor allem aber von Kopf bis Fuß von brechreizerregender Bigotterie überquellenden Schwachkopfistaner vom degenerierten Pressestrich.


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