18. November 2014

Marktkommentar Entspannte Goldanleger, frustrierte Goldminenaktionäre

Der zweite Teil der langfristigen Goldhausse wird spektakulär

Am vorvergangenen Wochenende fand in München die Edelmetallmesse statt. Ich habe mich sehr gefreut, viele bekannte Gesichter wiederzusehen. Viele von Ihnen besuchten mich an unserem Messestand oder lauschten meinen insgesamt drei Vorträgen. Vielen Dank an dieser Stelle für die guten Gespräche und interessanten Anregungen.

Natürlich hatte ich während dieser beiden Tage auch reichlich Gelegenheit, einen Eindruck von der Stimmungslage der Goldanleger zu bekommen. Dabei zeigte sich ein sehr deutlicher Unterschied zwischen den Goldanlegern einerseits und den Käufern von Goldminenaktien andererseits.

Allerdings muss man sich darüber im Klaren sein, dass die Besucher der Edelmetallmesse alles andere als repräsentativ sind für die Gesamtheit der deutschen Privatanleger. Denn bei der Edelmetallmesse trifft sich ein Publikum, das ganz offensichtlich hervorragend informiert ist und den Schönrednern aus Politik, Bankwesen und Massenmedien nicht auf den Leim geht. Das zu erreichen ist ein wichtiges Ziel meiner Arbeit und hat mich persönlich sehr gefreut.

Vorausschauende Goldkäufer – Der Rest ist staatsgläubig wie nie zuvor und schützt sich nicht

Der große Rest der deutschen und der europäischen Bevölkerung – und diese Beobachtung gilt in noch größerem Ausmaß für die US-amerikanische – ist staatsgläubig wie nie zuvor. Er trifft noch immer keinerlei Vorkehrungen, um sich vor dem sich längst entfaltenden Scheitern der neokeynesianischen Politik zu schützen. Stattdessen hofft er weiterhin darauf, dass ein scheinbar allwissender Staat für ein gutes Ende des größten Papiergeld- und Staatsschuldenexperiments aller Zeiten sorgen wird.

Doch nun zurück zu meinen Beobachtungen auf der diesjährigen Edelmetallmesse. Die Goldanleger zeigten sich überaus entspannt und wenig beeindruckt von der 2011 begonnenen zyklischen Baisse des Edelmetallsektors. Die meisten von ihnen haben bereits vor Jahren unseren Rat beherzigt und mit ihren Goldkäufen zu deutlich tieferen Kursen als heute begonnen. Sie sehen die Kursrückgänge der vergangenen Monate als Kaufgelegenheit und stocken ihre Bestände auf. Völlig zu Recht, denn die verantwortungslose Geld- und Staatsschuldenpolitik wurde in den vergangenen Jahren ja hemmungslos fortgesetzt. Und den besten Schutz gegen die absehbaren Folgen dieser Politik bietet nun einmal Gold. Wer das verstanden und auch nur eine ganz oberflächliche Bekanntschaft mit der Geschichte des Geldes gemacht hat, den können die Schwankungen des Goldpreises nicht aus der Ruhe bringen.

Zweiter Teil der Goldhausse verspricht spektakulär zu werden

Außerdem mehren sich die Zeichen, dass der zweite Teil der langfristigen Goldhausse, die um die Jahrtausendwende eingesetzt hat, bald beginnen wird. Und dieser zweite Teil verspricht wesentlich spektakulärer auszufallen als Teil eins. Warum?

Weil der erste Teil der Goldhausse vor allem durch die zunehmende Nachfrage der Emerging Markets getrieben wurde, während der zweite Teil durch das Auseinanderbrechen der Europäischen Währungsunion, den Niedergang des Weltwährungssystems und Staatsbankrotte befeuert werden wird.

Großer Frust bei den Goldminenaktionären

Während sich die Goldkäufer entspannt in Sicherheit wissen und die Geschichte auf ihrer Seite haben, liegen bei den Goldminenaktionären die Nerven blank. Nach der ausgeprägten Baisse der vergangenen drei Jahre kann das nicht überraschen. Allerdings machen die Anleger einen großen Fehler, wenn sie sich jetzt von diesem höchst interessanten und attraktiven Marktsegment verabschieden.

Weitere Analysen und Anlagehinweise finden Sie in Claus Vogts Börsenbrief Krisensicher Investieren.


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