26. Januar 2015

Pegidas angebliche Islamfeindlichkeit Fakten gegen mediale Propaganda

Der Begriff „Islamisierung“ meint etwas anderes

Dossierbild

Die regelmäßigen Leser dieses Magazins wissen vielleicht, dass ich kein Freund einer modischen Islamkritik bin. Die innerdeutschen Probleme, die auf den Einfluss des Islams zurückgeführt werden, sind meines Erachtens eher als Folge einer ungeregelten Zuwanderung und eines überbordenden Sozialstaats zu sehen. Nachdem ich wegen meiner Kritik an der Islamkritik von Einzelnen schon in die islamistische Ecke gestellt wurde, muss man mich nun wohl in die rassistische Ecke stellen – denn ich sehe mich in der Pflicht, die Pegida-Bewegung gegen die Diffamierung als „islamophob“ in Schutz zu nehmen.

Hier die Fakten gegen die mediale Propaganda: Bereits im vergangenen Jahr sagte die Pegida-Organisatorin Kathrin Oertel in einer Rede: „Wir sind weder eine Anti-Islam-Demo noch eine Anti-Asyl-Vereinigung.“ Am 17. November 2014 sagte Organisator René Jahn bei einer Pegida-Rede: „Wie man heute wieder an der Anzahl der Muslime in unseren Reihen sieht: Wir sind nicht gegen den Islam, wir sind gegen Islamisierung und radikalen Islamismus.“ Diese Bemerkung wurde vom Publikum mit Applaus bedacht. Bei der Demonstration am 12. Januar 2015 bekräftigte Oertel noch einmal: „Pegida ist weder islamfeindlich noch ausländerfeindlich oder gar rassistisch.“ Am 12. Januar riefen die Organisatoren ihre Demonstranten sogar dazu auf, bei der nächsten Demo ihre muslimischen Freunde mitzubringen.

Sowohl der Pegida-Organisator Lutz Bachmann als auch seine Kollegin Kathrin Oertel distanzierten sich bei ihrer Pressekonferenz nochmals von Islamfeindlichkeit. Von Schildern mit durchgestrichenen Moscheen, die vereinzelt bei der Demonstration auftauchten, distanzierten sie sich ebenfalls. Man wolle solche Schilder nicht, aber bei Zehntausenden von Leuten könne man seine Augen nicht überall haben, argumentierten Bachmann und Oertel. In einem Positionspapier mit 19 Forderungen, das die Pegida veröffentlicht hatte, findet sich nirgendwo ein islamfeindliches Wort. Man sei „nicht gegen hier lebende, sich integrierende Muslime“, wohl aber gegen „Parallelgesellschaften“ und „Scharia-Polizei“.

Und wie berichtet das Medienkartell über die Pegida-Bewegung? Es ist ununterbrochen die Rede von einer „islam- und ausländerfeindlichen Gruppierung“ („Bild“-Zeitung), von einer „Anti-Islam-Bewegung“ (Spiegel Online, „Handelsblatt“, N-TV, „Kölner Stadt-Anzeiger“ und viele andere), von „Anti-Islam-Aufmärschen“ (Spiegel Online), sowie von „10.000 Islamfeinden bei Pegida-Demo“ (Spiegel Online). Der Gipfel der Dreistigkeit ist ein Artikel von Spiegel Online am 9. Dezember 2014. In dem Artikel wird zunächst zutreffend berichtet: „Die Demonstranten in Dresden betonen, sie seien nicht gegen den Islam, sondern gegen Islamisierung und radikalen Islamismus.“ Obwohl Spiegel Online dies korrekt wiedergibt, ist im selben Artikel die Rede von „10.000 Islamfeinden“ und von einem „rechtspopulistischen Bündnis“. Aha – Islamfeinde also, die nicht gegen den Islam sind. Ja, so wird es wohl sein.

Eine Studie der TU Dresden hat nun belegt, was von den Medien kontinuierlich und dreist geleugnet wurde: Pegida ist keine islamfeindliche Bewegung. Die Studie ergab sogar, dass die „Islamisierung des Abendlandes“ für rund drei Viertel der Befragten überhaupt kein Motiv für die Teilnahme an Pegida-Demonstrationen war. Das deckt sich völlig mit meinen Beobachtungen. Ich habe im Dezember in Dresden ein knappes Dutzend Teilnehmer nach ihren Motiven befragt – kein Einziger kam dabei auf den Islam zu sprechen. Ich habe auch keine Sprechchöre gegen Moslems oder gegen  Ausländer gehört. Unter 15.000 Demonstranten sah ich ein einziges unschönes Schild mit einer durchgestrichenen Moschee – und wie gesagt: Die Pegida-Organisatoren haben sich von solchen Schildern distanziert.

Obwohl die Erkenntnisse der TU Dresden vollkommen deckungsgleich mit den Äußerungen der Pegida-Redner sind, hören die Medien nicht auf, Pegida ohne jede Grundlage als „islamfeindlich“ oder gar „islamophob“ einzusortieren. Ein Armutszeugnis für den sogenannten „Qualitätsjournalismus“.

Offenbar brauchen manche Journalisten nur den Begriff „Islamisierung“ zu hören, und schon brennen alle Sicherungen durch. Dass man unter diesem Begriff auch etwas anderes verstehen könnte als Feindseligkeit gegen den Islam oder gegen Muslime, kommt der schreibenden Zunft nicht in den Sinn. Wer bei Pegida-Sympathisanten genauer nachfragt, der erfährt, worum es bei diesem Begriff geht: Kritisiert werden beispielsweise Pläne für Staatsverträge mit Muslimen sowie die Forderung nach muslimischen Feiertagen – oder man wendet sich gegen die politische Einflussnahme des „Zentralrats der Muslime“. Es geht also kurzum um den Eindruck, dass die Politik in unangemessener Weise auf die Interessen des Islams oder der islamischen Lobbyorganisationen eingeht und dass der Islam politische Extrawürste bekommt. Damit haben die Pegiden nicht ganz Unrecht – allerdings würde ich dies nicht als Ausdruck einer „Islamisierung“ bezeichnen, sondern ich sehe das als Teil eines politisch korrekten Kults um Minderheiten, der nicht nur Muslime betrifft. Denn: Natürlich übt der „Zentralrat der Muslime“ einen erheblichen Einfluss auf die Politik aus, und natürlich reagiert die Politik devot auf seine Forderungen – genau das Gleiche kann man allerdings auch über den „Lesben- und Schwulenverband Deutschland“, über den „Zentralrat der Juden“ sowie über Organisationen wie „Pro Asyl“ oder irgendwelche „Flüchtlingsräte“ sagen. Über dieses Argument sollten die Pegiden meines Erachtens einmal nachdenken – aber „islamfeindlich“ ist die Pegida-Position deshalb noch lange nicht.

Bei all diesen Lobbyorganisationen und Zentralräten ist übrigens fraglich, ob sie wirklich für „die Muslime“, für „die Schwulen“ oder „die Flüchtlinge“ et cetera sprechen können.

Kommen wir nun zum Leipziger Pegida-Ableger namens „Legida“. Am vergangenen Mittwoch demonstrierten dort rund 15.000 Personen für eine Reform der Einwanderungs- und Integrationspolitik. Und was wurde dort über den Islam gesagt? Hier die Position von vier Rednern:

Redner Silvio Rösler: „Das ist kein Spaziergang gegen den Islam. Das ist ein Spaziergang gegen jene, welche den Islam missbrauchen, um in seinem Namen Forderungen gegenüber unserem Volke und den Völkern Europas zu stellen.“ Starker Applaus quittiert die Bemerkung. Hinter den Begriffen „Asyl“, „Islam“ und „Ausländer“ stünden Menschen mit ihren Schicksalen und Träumen, die man in Deutschland akzeptieren wolle. Was man jedoch nicht akzeptiere, seien Leute, die „unter dem Deckmantel dieser drei Wörter dem deutschen Volk Schaden zufügen wollen“. Ich finde, das ist hervorragend auf den Punkt gebracht.

An Rösler schloss sich der „Compact“-Chefredakteur Jürgen Elsässer an. Nun kann man über Elsässer und seine kruden Verschwörungstheorien viel Kritisches sagen – aber er ist alles andere als islamfeindlich. Legida wende sich „nicht gegen den Islam an sich“. Und weiter, mit Applaus quittiert: „Patrioten aller Länder und Religionen, vereinigt euch.“

Der Herausgeber der „Sezession“, Götz Kubitschek, trat ebenfalls als Redner auf. Er habe in dem 19-Punkte-Papier „nicht die geringste Islamhetze gefunden“, sagt Kubitschek. Somit kann man diese Äußerung ebenfalls als Distanzierung von Islamhetze ansehen. Die Bemerkung von Kubitschek wurde mit Applaus quittiert.

Redner und Legida-Organisator Jörg Hoyer: „Zu unserer Gesellschaft müssen auch die Ausländer gehören oder Menschen, die aus anderen Ländern gekommen sind. Auch Muslime gehören dazu. Und es gibt viele Muslime, die diesen ganzen Koran-Unterricht, Hasspredigten – das wollen diese  Leute nicht, das sind prächtige Menschen. Gut, sie können nicht gut Skat spielen, aber das lernen die auch noch.“

Allein für die Legida-Demo konnte ich nun also vier Redner benennen, die sich – unter dem Beifall des Publikums – klipp und klar von Islamfeindlichkeit distanzierten. Und so berichten die Kartellmedien über die Leipziger Demonstration: „Islamfeinde“ („Süddeutsche Zeitung“), „Legida-Aufmarsch in Leipzig: Tumulte und Verletzte nach Anti-Islam-Demo“ („Stern“), „anti-islamisches Bündnis“ („Frankfurter Rundschau“), „anti-islamische Legida-Demonstration“ (Spiegel Online).

Diese entscheidenden Inhalte der Legida-Reden werden derweil von den Medien frech totgeschwiegen. Wer hier nicht erkennt, dass die herrschenden Medien ein „Reich der Lüge“ (Arnold Gehlen) errichtet haben, dem ist nicht mehr zu helfen. Die Journalisten können froh sein, dass sie mit „Lügenpresse“ noch sehr freundlich betitelt werden.

Die Moslems sollten sich wirklich überlegen, ob sie sich weiterhin gegen alle Pegiden aufhetzen lassen wollen. Denn: Wenn der asoziale deutsche Staat nicht so viel Steuergeld für die Einwanderung in die Sozialsysteme sowie für Asylbetrug und für Hartz-IV-Salafisten zum Fenster rauswerfen würde, hätten berufstätige und leistungsbereite Muslime mehr Geld in der Tasche. Außerdem müssten sie sich dann auch keine dummen Sprüche mehr anhören, denn die wirkliche Islamfeindlichkeit gäbe es dann kaum noch.

Es ist an Heuchelei kaum zu überbieten: Während Medien und Politik die tatsächlich islamfeindliche und hetzerische Zeitschrift „Charlie Hebdo“ hofieren, wird Pegida zum modernen Teufel stilisiert. Während der „Spiegel“ noch vor Jahren die Schlagzeile „Mekka Deutschland – Die stille Islamisierung“ präsentierte, wird Pegida nun von den gleichen Medien als islamfeindlich tituliert, nur weil die Bewegung ebenfalls den Begriff „Islamisierung“ verwendet. Dabei dürften die meisten Pegiden islamfreundlicher sein als manches „proamerikanische“ Springer-Blatt.

Worin der wahre Grund für die fanatische Hetze gegen Pegida liegt, kann man erkennen, wenn man sich das Anti-Pegida-Lied des Sängers Ronny Trettmann anhört. Dort heißt es: „Ihr macht mir wirklich angst mit euren Deutschlandfahnen!“ Ach, daher weht der Wind also!

Das glaube ich dir gerne, Trettmann. Ist ja auch nichts Neues in Deutschland: Schon 1989 fürchteten sich die Bonzen in Ost und West vor Deutschlandfahnen. Trettmann und das linksalternative Milieu in Politik und Medien wären allerdings gut beraten, wenn sie sich erst einmal mit ihren Vorfahren aussöhnen würden, anstatt ihren antideutschen Knall mit der Diffamierung von Zehntausenden von Patrioten zu therapieren.


Artikel bewerten

Artikel teilen

Facebook Icon Twitter Icon VZ Icon del.icio.us Logo Reddit Logo

Anzeigen

Kommentare

Die Kommentarfunktion (lesen und schreiben) steht exklusiv Abonnenten der Zeitschrift „eigentümlich frei“ zur Verfügung.

Wenn Sie Abonnent sind und bereits ein Benutzerkonto haben, melden Sie sich bitte an. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, nutzen Sie bitte das Registrierungsformular für Abonnenten.

Mit einem ef-Abonnement erhalten Sie zehn Mal im Jahr eine Zeitschrift (print und/oder elektronisch), die anders ist als andere. Dazu können Sie dann auch viele andere exklusive Inhalte lesen und kommentieren.

drucken

Dossier: Pegida

Mehr von Lion Edler

Über Lion Edler

Anzeige

ef-Einkaufspartner

Unterstützen Sie ef-online, indem Sie Ihren Amazon-Einkauf durch einen Klick auf diesen Linkstarten, oder auf ein Angebot in der unteren Box. Das kostet Sie nichts zusätzlich und hilft uns beim weiteren Ausbau des Angebots.

Anzeige