02. Februar 2015

Migration Einfach mal Fakten

Deutschland wird durch Zuwanderung re-„christianisiert“

Nein, hier ist nicht von Geheimwissen die Rede – Zuhörende und -schauende meines Akademievortrags in Hohenheim im Dezember 2013 wussten es seit über einem Jahr und Lesende des „Islamisierungs“-Blogposts vor Weihnachten 2014 seit mehr als einem Monat: Die absolute Mehrheit der Zuwandernden nach Deutschland ist seit langem christlich, vor allem römisch-katholischer und orthodoxer Konfession(en). Sehr schön hat nun auch „Endstation Rechts“ die aktuellen Daten des Migrationsberichts 2013 aufgearbeitet.

In den meisten Regionen Deutschlands – etwa in Baden-Württemberg – wirkt der Zugang „pluralisierend“, das heißt es steigt die religiös-konfessionelle Vielfalt bei bleibender christlicher Mehrheit. In vielen Regionen Deutschlands, die evangelisch geprägt sind oder – wie die neuen Bundesländer – durch staatlichen Zwang weitgehend säkularisiert wurden, wirkt die Zuwanderung zudem „katholisierend“, indem sie das Gewicht der katholischen Kirche deutlich erhöht. Und gerade auch in den weitgehend säkularen und kinderarmen ostdeutschen Regionen wie zum Beispiel Dresden verursacht die Zuwanderung auch eine diskrete „Re-Christianisierung“, indem die (genauer: manche) Zuwanderer die kleinen Kirchengemeinden verstärken und beleben.

Und insgesamt wirkt das Ganze eben gegen die lineare Säkularisierungsthese, nach der „die Religionen“ in wohlhabenden und sicheren Gesellschaften aussterben würden. Nein, sie schrumpfen zwar durchaus – aber die Nichtreligiösen haben im Durchschnitt noch weniger Kinder, und so entsteht der Bedarf an Zuwanderung, der fast nur aus religiösen Populationen heraus gestillt werden kann. Wie Inglehart & Norris bereits 2004 in „Sacred & Secular“ zeigen konnten, leben wir so in einer Gleichzeitigkeit von kinderarmer Säkularisierung und religiös-demographischer Pluralisierung. Konnte und kann man wissen, wenn man sich für Fakten überhaupt interessiert.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Natur des Glaubens.

Fanden Sie diesen Artikel interessant?

Dann werfen Sie einmal einen Blick in die aktuelle eigentümlich frei 149. In ef 149 schreibt Janos Boros über die Politik in Ungarn, Jens Yahya Ranft untersucht die Marktwirtschaft im Islam und Gérard Bökenkamp wirft einen Blick auf Ethik, Sex und die Österreichische Schule. Daneben erwarten Sie viele weitere tiefgründige Analysen, hintergründige Recherchen, knackige Meinungen und kenntnisreiche Empfehlungen, die Sie andernorts vergeblich suchen werden.

Als ef-Abonnent profitieren Sie zusätzlich vom erweiterten Online-Angebot, können das Heft auch digital lesen, erhalten Zugang zu neuen und älteren Ausgaben im Archiv und können Online-Artikel im Leserkreis kommentieren.

Einzelhefte und Abonnements finden Sie hier:

eigentümlich frei bestellen


Artikel bewerten

Artikel teilen

Facebook Icon Twitter Icon VZ Icon del.icio.us Logo Reddit Logo

Anzeigen

Kommentare

Die Kommentarfunktion (lesen und schreiben) steht exklusiv Abonnenten der Zeitschrift „eigentümlich frei“ zur Verfügung.

Wenn Sie Abonnent sind und bereits ein Benutzerkonto haben, melden Sie sich bitte an. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, nutzen Sie bitte das Registrierungsformular für Abonnenten.

Mit einem ef-Abonnement erhalten Sie zehn Mal im Jahr eine Zeitschrift (print und/oder elektronisch), die anders ist als andere. Dazu können Sie dann auch viele andere exklusive Inhalte lesen und kommentieren.

drucken

Mehr von Michael Blume

Über Michael Blume

Anzeige

ef-Einkaufspartner

Unterstützen Sie ef-online, indem Sie Ihren Amazon-Einkauf durch einen Klick auf diesen Linkstarten, oder auf ein Angebot in der unteren Box. Das kostet Sie nichts zusätzlich und hilft uns beim weiteren Ausbau des Angebots.

Anzeige