20. Februar 2015

„Fifty Shades of Grey“ Robustes Mandat

Ein Blockbuster für stinknormale Weltretter

Klar, Blümchensex ist auch keine Lösung. War er noch nie. Rammeln ist ja nicht bloß ein Männersport. Ein gutes Sexleben erteilt sich auch schon mal ein robustes Mandat. Aber hallo! Ich rede jetzt vom Hetero-GV, der hier und dort noch ausgeübt wird. Was Schwule in ihrer Mehrheit mögen, weiß ich nicht. Wie es bei Lesben zugeht, interessiert mich nicht. Ganz zu schweigen von den 50 anderen Genders, die es noch geben soll.

Warum ehedem abseits geparkte Liebesvergnügungen der Marke S/M momentan den Mainstream erobern, ist mir, Relikt aus der Stino-Gattung (Stinknormalos), gleichwohl schleierhaft. Beim erstaunlichen Bucherfolg von „Fifty Shades of Grey“ konnte man noch spekulieren, wer wohl Gefallen daran findet, dass Leute andere Leute fesseln und schmerzbewehrte, nicht immer sehr appetitliche Dinge veranstalten. Wer hat denn wohl mit glühenden Ohren den S/M-Klassiker „Die Geschichte der O“ gelesen, so ab 1954? In erster Linie Männer, bien sur.

Wer heute in die Foyers von Kinos guckt, wo eine entschärfte Filmfassung der Buchvorlage von „Fifty Shades“ gezeigt wird, sieht die Konsumenten scharf. Es sind Frauen. Vor allem Frauen. Stino-Frauen, dem Augenschein nach.

Mutmaßlich dieselben Frauen, die ansonsten Stücke in der „Brigitte“ verschlingen, wo es zwischen Schminktipps, Klamottenempfehlungen und den „acht neuen tollen Haarlooks“ gern um bärenstarke Frauen geht, die in deutschen Vorstandsetagen oder in Burkina Faso die Welt retten. Offen gesagt, ich komme da nicht mit. Mögen Sexologen und Lifestyle-Analysten diese Nuss knacken. Am besten, die Frauen selber diskutieren das mal bei dem einen oder anderen Tässchen Wein aus. Aber gründlich.

Um nicht als total abgehängt zu erscheinen, habe ich gegenüber meiner eigenen Frau beiläufig die Kabelbinder erwähnt, welche in der Werkzeugkammer auf ihren Einsatz harren.

Wir wohnen hart hinterm Deich. Eine Lage, die sogar das infernalische Kreischen meiner vier PS starken Kettensäge dämpft. Doch unser homerisches Gegacker müsste noch jenseits des Flusses vernehmbar gewesen sein.

Dieser Artikel erschien zuerst auf der Achse des Guten.

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