23. Februar 2015

Yasmin Fahimi Die Stundenzettel der Gauner und Doofen

Ein offener Brief

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Sehr geehrte Frau Fahimi,

am 20. Februar 2015 äußerten Sie sich wie folgt: „Wer es als Arbeitgeber nicht schafft, einen Stundenzettel ordentlich auszufüllen, ist entweder ein Gauner – oder schlichtweg zu doof.“ Die SPD werde in der Koalition keine Abstriche mehr beim Thema Mindestlohn machen. Die Union wolle „durch die Hintertür so viele Ausnahmen für Unternehmen durchsetzen“, „bis das Gesetz wirkungslos wird, das werden wir aber verhindern“, so die SPD-Generalsekretärin. „Der Mindestlohn ist eine historische Leistung, die lassen wir uns nicht kaputtmachen.“ (Quelle: n-tv.de)

Es ist zweifellos so, dass uns beim ersten Lesen Ihrer bemerkenswerten Aussage Zweifel darüber aufkamen, ob die zitierten Zeilen in der Tat der Wahrheit entsprechen. Nun ist man von der SPD sehr viel Schmerz gewöhnt, aber die Worte „Gauner“ oder „doof“ erschienen dann doch „des Guten zu viel“.

Liebe Frau Fahimi, nun mag es aus Ihrer Sicht ein Zeichen für „Gaunertum“ oder „Doofheit“ sein, wenn ein Arbeitgeber nicht bereit ist, seine Arbeitszeit mit noch mehr bürokratischem Aufwand als ohnehin schon gegeben zu verschwenden. Es mag aus Ihrer Sicht eine „historische Leistung“ sein, die Sie mit dem Mindestlohngesetz vollbracht haben.

Aus unserer Sicht sind Sie, stellvertretend für die SPD, allerdings dafür verantwortlich, dass Millionen von Arbeitsplätzen mittel- bis langfristig verlorengehen und die Arbeitslosigkeit, gerade im Niedriglohnsektor, zu einem massiven Problem werden wird. Dies zum einen aus dem Grund heraus, dass viele Arbeitgeber aus nachvollziehbar wirtschaftlichen Erwägungen heraus keine Mitarbeiter mehr einstellen, die einen Mehrertrag über dieser Grenze erarbeiten und zum anderen, weil immer mehr Arbeitgeber – ganz zu Recht – sich nicht noch umfassender zu Steuereinzugszentralen und Behördenabhängigen degradieren lassen.

Frau Fahimi, aus Ihrer Sicht mögen Sie recht haben, denn wenn man Ihre Vita betrachtet, können Sie gar nicht wissen, wie man wertschöpfend tätig ist. Sie können gar nicht wissen, was es bedeutet, für seinen Lebensunterhalt selber zu sorgen, leben Sie seit Jahr und Tag doch von den Tributzahlungen anderer.

Ihre Aussage ist an Frechheit, Arroganz und Unwissenheit kaum noch zu überbieten. Sie beleidigen und diffamieren in einer unfassbar dreisten Weise genau jene Menschen in diesem Land, die dafür sorgen, dass Sie sorgenfrei und auf anderer Leute Kosten leben können. Der Mittelstand wird immer weiter ausgeblutet!

Und dafür werden Sie wieder einmal nicht zur Verantwortung gezogen, weil Sie dann, wenn die „Arbeit“ Ihresgleichen ihre fauligen Früchte zeigen wird, schon lange in der gutversorgten „Pension“ sein werden, die von dem finanziert wird, was Sie als „Gaunertum“ oder „Doofheit“ bezeichnen. Dieser Brief ist ein offener Brief und wird entsprechend behandelt.

Mit freundlichen Grüßen

Susanne Kablitz

Vorstandsvorsitzende Institut für klassischen Liberalismus

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog der Autorin.

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