19. März 2015

Gewalt in Frankfurt Die linken Rattenfänger

Ein Aufstand gegen Werte

Dossierbild

Wer nach dem gestrigen Tag in Frankfurt den Linksextremismus noch für ein „aufgebauschtes Problem“ hält, macht sich mitschuldig an heutigen und zukünftigen Opfern!

Über Facebook, Twitter und die Online-Ausgaben von Zeitungen konnte man den ganzen Tag über das Geschehen in Frankfurt bei den „Blockupy-Protesten“ gegen die Eröffnung der Europäischen Zentralbank mitverfolgen. Bei all den Bildern blinden Hasses und der Gewalt bei den Aufmärschen der Linksextremisten fällt es schwer, eine Analyse zu liefern, ohne Kraftausdrücke zu verwenden. Symptomatisch für das Geschehen ist vielleicht, dass bei den Krawallen auch ein Wohnheim des Kolpingwerks für junge Flüchtlinge mit Steinen beworfen wurde. Was für eine sinnlose und menschenverachtende Gewalt!

Was sich hier Bahn bricht, ist keine Kritik am Kapitalismus, den es in Deutschland ganz nebenbei sowieso nicht gibt, es ist auch kein wie auch immer nachvollziehbarer Aufschrei gegen soziale Verhältnisse in einem der reichsten Länder der Welt, in der selbst der Ärmste nicht hungern muss. Es ist tatsächlich ein durch die linke Politik angestachelter Aufstand gegen alle Werte, die unsere Gesellschaft ausmachen. Man muss dabei sicher nicht mal Christ sein, um auf die moralischen Verwüstungen aufmerksam zu werden, die in den Menschen stattgefunden haben müssen, damit sie in blinder Wut Eigentum und Gesundheit anderer Menschen beschädigen und selbst deren Leben gefährden, den Tod von Polizisten und Unbeteiligten in Kauf nehmen.

Nein, das hier wird keine Entschuldigung der Taten durch „schwere Kindheiten“ oder andere Pathologisierungen der Menschen. Hier wie in allen Gewaltexzessen eines marodierenden Mobs muss es um die Hintermänner und -frauen gehen, die solche Gewalttaten ideologisch aufrüsten. Letztlich müssen die gleichen Erklärungsmuster greifen, wie sie auch für Rechtsextreme angewandt werden.

Wenn also die Kritik an Einwanderungspolitik denunziert wird als geistige Brandstiftung gegen Flüchtlinge, wie steht es dann mit den Verharmlosungen linker Gewalt durch unsere Familienministerin Manuela Schwesig als „aufgebauschtes Problem“? Was ist mit Katja Kipping von den Linken, die noch gestern nachmittag per Facebook die Verantwortung für die Randale und die Verletzten der Polizei zuordnen wollte? Was ist mit der „taz“, die sich in der gestrigen Onlineausgabe noch gegen die unverhältnismäßigen Vorkehrungen der Polizei zur Gewaltprävention empörte? Was ist mit den ganzen linken Gruppen bis hin zu den Gewerkschaften, die propagieren, das Volk müsse sich die EZB aneignen, die Unternehmer als Ausbeuter und Banker als Heuschrecken fast in Stürmer-Manier verunglimpfen?

Um  nicht missverstanden zu werden: Protest muss auch gegen etablierte Institutionen möglich sein. Ich selbst bin auch kein Fan von monopolistischen Zentralbanken (übrigens eine Erfindung der Kommunisten, aber was soll man den Linksextremisten schon mit Geschichte kommen), ich bin nicht mal ein Fan des staatlichen Gewaltmonopols, jedenfalls nicht in der Absolutheit, wie es bei uns vorherrscht. Aber zu leugnen, dass Ausschreitungen bei eigentlich normalen Protesten immer wieder von der politischen Linken ausgehen, zu leugnen, dass die politische Linke ein Gewaltproblem hat, das Ganze in Verbindung mit der ideologischen Untermauerung einer blinden und irrationalen Kapitalismuskritik durch Politik, Medien und Gewerkschaften, das ist der Humus, auf dem die heutige Gewalt in Frankfurt gedeihen konnte.

Der Konsens, dass Gewalt gegen Sachen kein legitimes Mittel des Protestes ist, zuerst aufgekündigt wiederum durch die politische Linke in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, der Konsens, dass Gewalt gegen Eigentum, Gesundheit und Leben anderer Menschen auch dann nicht legitim ist, wenn das Ansinnen berechtigt sein sollte, dieser Konsens besteht ganz offenbar nicht mehr. Und jeder, der in einer solchen Situation der gesellschaftlichen Verrohung zu Gewalt aufruft, sie legitimiert oder verharmlost, macht sich – links oder rechts – mitschuldig.

Nachdem in den vergangenen Monaten immer wieder die Frage nach den Auswirkungen vermeintlich rechtsextremer Positionen angeblicher „Nazis in Nadelstreifen“ gestellt wurde, wird es nun ganz eindeutig Zeit für eine Diskussion über die „linken Rattenfänger“, die aufgrund eines höheren Durchdringungsgrades der Gesellschaft mit ihren ideologischen Grundlagen offenbar ein noch extremeres Gewaltpotential freisetzen als die rechten.

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Papsttreuen Blog.

Fanden Sie diesen Artikel interessant?

Dann werfen Sie einmal einen Blick in die aktuelle eigentümlich frei 151. In diesem Heft erwarten Sie ausführliche Hintergrundartikel zu unserem Schwerpunktthema „Welche Kultur entsteht hier? Das Internet zwischen Hoffen auf Freiheit und totaler Überwachung“. Dazu finden Sie in ef 151 charttechnische Hinweise zur Partnerwahl, eine detaillierte Analyse des Internationalen Klimavertrages 2015, einen Standpunkt zur Einwanderung in den Sozialstaat, einen Wegweiser durch den anarchokapitalistischen Gangsta-Rap, eine Klarstellung der Mietpreisbremse, einen Streifzug durch Moskauer Flaniermeilen, ein Lob des Handwerkers sowie Lifestyle, Musik, Autos, Film und Empfehlungen über ein sinnvolles Anlageverhalten während der lange nicht beendeten Finanzkrise und weitere Analysen aus ungewohnter Sicht. Dazu viele weitere Überraschungen und Informationen, die Sie andernorts vergeblich suchen werden. Als ef-Abonnent profitieren Sie zusätzlich von einem erweiterten Angebot, haben Zugriff auf exklusive Online-Artikel, können das Heft auch digital lesen, erhalten Zugang zu neuen und älteren Ausgaben im Archiv und können Online-Artikel im Leserkreis kommentieren.

Einzelhefte und Abonnements finden Sie hier:

eigentümlich frei bestellen


Artikel bewerten

Artikel teilen

Facebook Icon Twitter Icon VZ Icon del.icio.us Logo Reddit Logo

Anzeigen

Kommentare

Die Kommentarfunktion (lesen und schreiben) steht exklusiv Abonnenten der Zeitschrift „eigentümlich frei“ zur Verfügung.

Wenn Sie Abonnent sind und bereits ein Benutzerkonto haben, melden Sie sich bitte an. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, nutzen Sie bitte das Registrierungsformular für Abonnenten.

Mit einem ef-Abonnement erhalten Sie zehn Mal im Jahr eine Zeitschrift (print und/oder elektronisch), die anders ist als andere. Dazu können Sie dann auch viele andere exklusive Inhalte lesen und kommentieren.

drucken

Dossier: Linksextremismus

Mehr von Felix Honekamp

Über Felix Honekamp

Anzeige

ef-Einkaufspartner

Unterstützen Sie ef-online, indem Sie Ihren Amazon-Einkauf durch einen Klick auf diesen Linkstarten, oder auf ein Angebot in der unteren Box. Das kostet Sie nichts zusätzlich und hilft uns beim weiteren Ausbau des Angebots.

Anzeige