28. Juli 2015

Börsenregel Mal nichts tun!

Ein Vermögen muss reifen

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Bildquelle: www.shutterstock.com Investmentstrategie: Beine hoch und ausruhen

Die alten Börsianer haben es schon immer gewusst: „Hin und her macht die Taschen leer.“ Die Broker- und Börsenbranche ist jedoch auf möglichst viele Transaktionen aus. Kluge Investoren zeichnen sich durch Besonnenheit und Ruhe aus. Sie befolgen einen Rat, den sie selten von Bankern zu hören bekommen: Mal nichts tun!

Warren Buffett (84 Jahre) sagte einmal in Omaha: „Es gibt Zeiten an der Börse, in denen sich der brillante Investor durch Nichtstun auszeichnet.“ Und auch sein Weggefährte Charlie Munger (91 Jahre) aus Kalifornien stellte fest: „Eine wirklich gute Aktie ist die, auf der man lange Jahre drauf sitzen kann.“ Das hat nichts mit einem Plädoyer zur Faulheit zu tun. Es wird aber meist verkannt, dass ein Vermögen nicht über Nacht entsteht. Es muss heranreifen. Nicht von ungefähr hat das Magazin „Wirtschaftswoche“ den langfristig ausgerichteten Value-Fonds ME Fonds – Special Values mit der Überschrift „Ein englischer Park statt Schnittblumen“ tituliert. Und statt nervös täglich die Börsenkommentare zu studieren, kann der besonnene Anleger mit seiner Zeit Besseres anfangen: Lesen, Musik hören, etwas für die Gesundheit tun.

Der Aufbau eines Vermögens hat nichts mit Aktionismus zu tun. Es bedarf einer langfristigen Strategie. Es läuft auf eine einfache Formel hinaus: Vermögen bilden ist gar nicht so schwer, aber recht langweilig. Und es gibt auch heute noch solche Aktien, die dieses Langfrist-Potential bieten. Schauen Sie sich die Fielmann-Aktie mal an. In den letzten elf Jahren hat sich der Wert mehr als verfünffacht!

Der Jugendfreund meiner Großmutter, Walter Beiler, war in den Wirtschaftswunderjahren ein bekannter Freimakler mit Sitz an den Börsen in Frankfurt und Düsseldorf. „Was im Wald der wilde Keiler, ist an der Börse Walter Beiler“, so wurde er in der Presse bezeichnet. Als junger Mann besuchte ich ihn 1973 in seinem Börsenkontor auf der Galerie des Düsseldorfer Börsensaals. Bedächtig und leise wies er mich auf einen Kollegen im Nachbarbüro hin und sagte zu mir:

„Pass auf, das ist ein wirklich großer Könner mit den Aktien. Der macht oft gar nichts.“ Damals wunderte ich mich über diese Aussage. Heute, mehr als 40 Jahre später, weiß ich seinen Rat zu schätzen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog des Autors.

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