29. Juli 2015

Börse Warum fällt antizyklisches Investieren so schwer?

Wichtig ist die Arbeit an sich selbst

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Bildquelle: shutterstock Antizyklisch: Entgegen dem Bison-Herdentrieb

Vieles spricht für antizyklische Kaufentscheidungen an der Börse. „Strohhüte kauft man im Winter“ ist eine alte Börsenweisheit. Erst in der nächsten Baisse merkt man so richtig, wie weh es tut, eine Aktie prozyklisch auf dem Top ins Depot genommen zu haben. Woran liegt es, dass viele Geldanleger immer wieder den gleichen Fehler im Timing machen ?

Fast alle Anleger enden in einem prozyklischen Anlageverhalten. Sie schließen sich der großen Herde an, zur Musik, die von den Finanzmedien vorgegeben wird. Dabei spielen die Börsenkommentare eine unselige Rolle. Sie haben die undankbare Aufgabe, Tag für Tag, ja sogar Stunde für Stunde etwas zu erfinden, was die Kurse nach oben oder nach unten getrieben haben könnte. Der Finanzjournalist Martin Gburek wies darauf hin, dass die Betonung nicht auf „finden“, sondern auf dem Wort „erfinden“ liegt. Die Erklärungen für die Kursveränderungen müssen im Nachhinein fabriziert werden.

Der Herdentrieb an der Börse, also das prozyklische Investmentverhalten der Anleger, basiert auf dem Unterbewusstsein, und zwar auf dem tiefsitzenden Wunsch, Teil einer Gruppe zu sein. Diese Gruppenzugehörigkeit hilft über die Selbstunsicherheit hinweg und erhöht das Selbstbewusstsein. Es ist gekoppelt mit dem Verlangen und Streben nach Anerkennung und Lob. Damit wird dem Anleger ein Teil der Angst genommen, ob seine Investmententscheidung wohl richtig gewesen ist. 

In der Regel landen die prozyklischen Investoren alle in der gleichen Grube. Wer den antizyklischen Weg einschlagen will, muss zunächst mit der Arbeit an seiner eigenen psychischen Einstellung beginnen. Nicht einfach, aber möglich und vor allem erfolgsversprechend.

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog des Autors.

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