19. Oktober 2015

Rücknahme des Integrationspreises für Republikaner Das Vorurteil wird gepflegt

Welche kruden Aussagen wurden denn gemacht?

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Bildquelle: shutterstock Nicht preiswürdig: Ein Republikaner

Die Lächerlichkeit der Kehrtwende der Karlsruher Integrierer ist satirisch nicht mehr zu überhöhen, jeder Versuch verbietet sich bei Strafe eigener Lächerlichkeit. Aber immerhin gibt der Fall ein lehrreiches Beispiel für die Bedeutung des meist sinnwidrig verwendeten Wortes „Vorurteil“ ab: Es ist nicht ein Urteil vor Kenntnisnahme aller relevanten Fakten – denn deren Umfang ist prinzipiell unbegrenzt, da potentiell der Flügelschlag eines Karlsruher Schmetterlings ein Erdbeben in der bundesrepublikanischen Welt auslösen könnte – , ein Vorurteil ist vielmehr ein liebgewonnenes Urteil, das zwecks seiner Aufrechterhaltung angesichts entgegenstehender Tatsachen diese willkürlich ausblendet oder auf selbsterkennbar tendenziöse Weise uminterpretiert: Die gepriesenen Integrationsleistungen müssen, da sie von einem politisch Missliebigen erbracht wurden, dann ja offenbar in täuschender Absicht erbracht worden sein, etwa, um sich das Vertrauen der für leicht verführbar gehaltenen Bevölkerung samt ihren Integrationspreisrichtern zu erschleichen. Und wenn die Hauptstrompresse darüber berichtet, hätte man ja wenigstens gern gelesen, zu welchen kruden rechtsradikalen Aussagen des Preisträgers die gelobten Leistungen desselben denn nun im Widerspruch stehen; da man das nicht erfährt, ist der Schluss vorerst zwingend: Deren Verschweigen dient dem Aufrechterhalten des liebgewonnenen Urteils gegen die republikanische Sicht der Dinge. 

Dieser Artikel erschien zuerst auf Self-Ownership.net.


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