19. Oktober 2015

Politische Wahlen Leid und Tod für unschuldige Menschen

Die Alternative ist radikaler Verzicht auf Gewaltinitiierung

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Bildquelle: shutterstock Alternative zur Demokratie: Radikaler Gewaltverzicht

Ich weiß, wie übel es sich anfühlen kann, wenn man so einen Artikel wie den in der „Zeit“ über den Drohnenoperator Brandon Bryant liest und einem klar wird, dass man bei den letzten Wahlen ja gesagt hat zu einem Gewaltmonopol — also zu initiierender institutionalisierter Gewalt —, ja gesagt hat zu Kriegen, ja gesagt hat zu Überwachung und Unterdrückung.

Ich habe auch schon gewählt. Es ist lange her, aber ich will nichts beschönigen: Ich habe es getan. Es nützt allerdings nichts, wenn man sich später mit Selbstvorwürfen zerfleischt. Schuldgefühle und Scham sind keine guten Berater für zukünftige Handlungen. Die überwältigende Mehrheit der Wähler hatte sicher auch die besten Absichten — wahrscheinlich auch die Mehrheit der Politiker. Das kann jedoch kein Grund sein, weiter den Kopf in den Sand und Briefe in Wahlurnen zu stecken. So ein Kreuz auf einem Wahlzettel bedeutet Leid und Tod für unschuldige Menschen. Man sieht das dem Kugelschreiber nicht an. Brandon Bryant hat auch nur auf Knöpfe aus Plastik gedrückt. Aber er hat jetzt die Verantwortung übernommen; und das ist der erste Schritt.

Das Grübeln über ein Kreuz an einer anderen Stelle ist übrigens keine Alternative: Wenn man andere Leute scheinbar legitimiert, über das Leben ihrer Nachbarn zu bestimmen, kommt am Ende immer Gewalt heraus. Wo man Gewalt reinsteckt, kann keine Liebe herauskommen.

Aber was ist die Alternative zur Demokratie? Haben wir in der Schule nicht gelernt, dass es keine bessere Form des Zusammenlebens gibt? Das sagen die Agenten des Staates — was sollen sie auch sonst sagen? Andernfalls wären sie ja keine. Die Alternative lautet: radikaler Verzicht auf initiierende Gewalt. Das fängt in der Familie an (Stichwort: Antipädagogik), setzt sich bei Bekannten oder am Arbeitsplatz fort (Stichwort: Gewaltfreie Kommunikation) und endet schließlich in der Gesellschaft (Privatrechtsgesellschaft).

„Die Zeit“: „Eine Telefonnummer reicht, um Menschen zu töten“

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog des Autors.


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