22. Oktober 2015

Herrschende Klasse Wer schützt uns vor unfähigen Politikern?

Mangelnde Mathe-Kenntnisse und Fahren auf Sicht

Artikelbild
Bildquelle: shutterstock Bei Politikern häufig anzutreffen: Wissenslücken

Zur Jahreswende 1997/98 war ich oft im Landtag in Hannover. Zusammen mit Ministerpräsident Gerhard Schröder versuchte ich, den Verkauf der Preussag Stahl AG nach Österreich zu verhindern. Schnell musste ich dabei feststellen, dass viele Abgeordnete enorme Wissenslücken hatten. Ich machte mir daher einen Spaß daraus, sie zu fragen, wie oft die Million wohl in die Milliarde gehe – zehnmal oder 100-mal? Einige erkannten den Scherz sofort, lachten und sagten: „Gute Frage, aber die Antwort ist 1.000.“ Die meisten fingen jedoch an, ganz angestrengt zu überlegen. „Ich glaube zehnmal! Oder doch 100-mal? Oder umgekehrt. Mathe habe ich immer auf Lücke gesetzt.“ Nach Auflösung des Rätsels waren die Verwalter unserer Steuergelder sichtlich erstaunt, wie groß so eine einzige Milliarde ist. Sigmar Gabriel sprach einst als Ministerpräsident in Hannover bereits beim Versuch, die Neuverschuldung, also den Schuldenaufbau, zu reduzieren, von „Schuldenabbau“. Heute ist er Wirtschaftsminister und Vizekanzler!

Wenn man sich dieser Tage fragt, warum Politiker oft unglaublichen Unsinn verbreiten, muss man wissen, dass ihre Wissenslücken außerhalb der Mathematik mindestens ebenso groß sind. Spricht Cem Özdemir von einem „europäischen“ Islam, so meint der Chef der Grünen offenbar einen Koran in Light-Version. Seine Kollegin Künast ist da schon auf der richtigen Spur. Als Ex-Bezirksbürgermeister Buschkowski in einer Diskussion bei Sandra Maischberger berichtete, viele Migranten verhielten sich so, als würden Gesetze nur für indigene Deutsche gelten, platzte sie rotzfrech raus: „Das wissen wir doch!“ Grüne Realpolitik! Noch schlimmer ist allerdings der Ego-Trip der Kanzlerin, die von Deutschland mittlerweile als „ihrem Land“ spricht. „L’état, c’est moi“, „der Staat bin ich“, Ludwig dem XIV. zugeschrieben, ist ihr neuer Leitspruch. Damit hat sie das Land, von dem Schaden zu wenden und dessen Gesetze zu wahren sie geschworen hatte, in die gefährlichste Lage seit dem Zweiten Weltkrieg gebracht. Die von ihr angefachte Einwanderungswelle hat Hunderttausende von Menschen völlig unkontrolliert in unser Land gespült. Mehrheitlich aus dem Balkan und dem Nahen Osten. Die USA, für die Destabilisierung der Region nicht ganz unverantwortlich, planen für 2016 die Aufnahme von maximal 20.000 Syrern. Allerdings, wie Außenminister Kerry betont: nach eingehender Sicherheitsüberprüfung jeder einzelnen Person. Das schafft die Kanzlerin locker in zwei Tagen – ohne jegliche Überprüfung. Bei 70 bis 80 Prozent handelt es sich sogar um junge Männer im wehrfähigen Alter. Auffällig viele verhüllen sofort ihr Gesicht, sobald sie auch nur eine Kamera sehen. Wenn lediglich ein Promille von ihnen ISIS-Sympathisanten sind, haben wir bereits einige Terror-Kompanien an Bord. Auf die Frage, ob es Terroristen unter den Zuwanderern gebe, sagte jedoch am 6. September BND-Chef Schindler: „Wir haben keine konkreten Hinweise darauf, dass unter den Flüchtlingen Terroristen sind.“ Und das bei damals schon mehr als 300.000 völlig unkontrolliert eingeströmten Zuwanderern, bei denen man nicht einmal die – in großer Zahl gefälschten – Pässe überprüft hatte. BND-Chef Schindler, der übrigens direkt dem Kanzleramt unterstellt ist, hätte nach einer solchen Aussage umgehend entlassen werden müssen!

Spontan-Einfälle einer irrlichternden Kanzlerin können verantwortliche Politik nicht ersetzen. „Fahren auf Sicht“ ist bei ihr Routine. Selbst im dicksten Nebel. Sowohl in der Euro-Krise als auch bei der Energiewende. Beim Euro folgen ihr viele EU-Staaten, da sie deutsche Milliarden verteilen kann. Derweil bauen unsere EU-Nachbarn mit deutschen EU-Milliarden subventionierte Atomkraftwerke, von denen unsere Industrie zukünftig nachts und bei Windstille den Strom beziehen kann. Doch Angela Merkel ist weiterhin ohne Furcht. Am 9. September sagte sie: „Angst war noch nie ein guter Ratgeber.“ Das mag in ruhigen Zeiten stimmen. Angesichts der in Teilen unabsehbaren Gefahren, auf die sie „ihr Land“ mit Volldampf zusteuert, ist Angst indes einer der besten aller Ratgeber. Bei einer „Bild“-Umfrage am 8. Oktober stimmten ganze  10,4 Prozent von 344.256 Lesern für Merkels „Wir schaffen das.“ 89,6 Prozent votierten für  Seehofers „Mehr geht nicht.“ „Repräsentativen“ Umfragen zufolge liegt die Zustimmung zur Politik der Kanzlerin jedoch angeblich noch immer bei 48 Prozent. Während alle Welt auf den immer noch geheimen „Plan“ der Kanzlerin wartet, kann die sich – in allerbester DDR-Manier – der Unterstützung der öffentlich-rechtlichen Sender sicher sein: „Von Merkel lernen heißt siegen lernen.“ Und Jakob Augstein hetzt im „Spiegel“ wie einst Karl-Eduard von Schnitzler im „Schwarzen Kanal“ gegen „den dunklen Deutschen“ – Horst Seehofer. Seinen Rat, mit der CSU bundesweit anzutreten, sollte „der dunkle Deutsche“ befolgen. Wer schützt uns sonst vor unfähigen Politikern?

Dieser Artikel erschien zuerst auf der Homepage des Autors.


Artikel bewerten

Artikel teilen

Facebook Icon Twitter Icon VZ Icon del.icio.us Logo Reddit Logo

Anzeigen

Kommentare

Die Kommentarfunktion (lesen und schreiben) steht exklusiv Abonnenten der Zeitschrift „eigentümlich frei“ zur Verfügung.

Wenn Sie Abonnent sind und bereits ein Benutzerkonto haben, melden Sie sich bitte an. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, nutzen Sie bitte das Registrierungsformular für Abonnenten.

Mit einem ef-Abonnement erhalten Sie zehn Mal im Jahr eine Zeitschrift (print und/oder elektronisch), die anders ist als andere. Dazu können Sie dann auch viele andere exklusive Inhalte lesen und kommentieren.

drucken

Dossier: Demokratie

Mehr von Hans-Joachim Selenz

Autor

Hans-Joachim Selenz

Anzeige

ef-Einkaufspartner

Unterstützen Sie ef-online, indem Sie Ihren Amazon-Einkauf durch einen Klick auf diesen Linkstarten, oder auf ein Angebot in der unteren Box. Das kostet Sie nichts zusätzlich und hilft uns beim weiteren Ausbau des Angebots.

Anzeige