25. November 2015

Währungspolitik Mario Draghi erhält den Lenin-Orden!

Warum so bescheiden?

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Bildquelle: shutterstock Wusste schon vor 90 Jahren, wie man den Kapitalismus zerstört: Lenin

Als Mario Draghi, der Ex-Goldman-Sachs-Banker und nahezu unumstrittene Weltenretter der Eliten in Politik und Wirtschaft, im Herbst 2012 in Potsdam dafür geehrt wurde, dass er „alles für den Erhalt des Euro tut“, war unser hochgeschätzter Finanzminister der felsenfesten Überzeugung, dass „dieser Euro eine stabile Währung ist und bleibt“. Das war der Scherz des Abends, am Morgen danach war der Mann ausgeschlafen und setzte sodann noch richtig einen drauf: „Wenn wir einmal anfangen würden, Staatsverschuldung mit der Notenpresse zu finanzieren, kämen wir auf eine schiefe Ebene.“

Soso, Herr Schäuble, was Sie nicht sagen. Die Aussage: „Im Kampf gegen die Euro-Schuldenkrise werden keine unverantwortlichen Risiken eingegangen“ stammt auch von Ihnen, und Sie haben sich noch nicht einmal auch nur ansatzweise wenigstens für wenige Sekunden in Anbetracht der wahnwitzigen Dreistigkeit Ihrer Lügen geschämt. Sie sind auch einer der „Preisverwöhnten“, und so drängt sich doch so langsam der Verdacht auf, dass diejenigen, die das Vermögen der arbeitenden Bevölkerung nachhaltig zu ihrem eigenen Vorteil zerstören, immer als die Helden in die Geschichte eingehen.

Ein gewisser Wladimir Iljitsch Lenin (1870-1924), der vor 90 Jahren starb, hinterließ der Welt folgende Weisheit: „Wer den Kapitalismus vernichten will, der muss seine Währung zerstören.“

Nun gut, einen Kapitalismus hatten wir im Prinzip nie, aber wir hatten in gewissen Phasen ansatzweise eine Währung, die zumindest das Lebenswerk von Millionen von Menschen nicht sinnlos zerstört hat. Lenin wird heute noch verehrt, selbst vor Marx machen viele Menschen nicht halt, obwohl genug Informationen zur Verfügung stehen, in denen der Laufbursche des Großkapitals schon längst entlarvt ist.

Die Begründung zur Vernichtung des Volksvermögens wiederholt sich beständig, und so dann und wann könnte es Sinn machen, sich zu fragen, woran dies wohl tatsächlich liegt.

So waren und sind die salbungsvollen Äußerungen, die die sogenannten „Kapitalismuskritiker“ mit süßer Stimme von sich gaben, stets von gleicher Art und Güte. Schaut man sich die Grundsätze des Kommunistischen Manifests von Karl Marx und Friedrich Engels aus dem Jahre 1848 an, dann fällt einem selbst ohne große Anstrengung auf, dass unter Punkt 2 die progressive Einkommenssteuer und unter Punkt 5 die Zentralisierung der Kreditvergabe, die Nationalbank eingefordert wurde.

Im Jahre 1921 beschrieb der kommunistische Wirtschaftswissenschaftler Preobraschenski in seinem Buch unter dem Titel „Druckerpresse des Volkskommissars der Finanzen“ das Maschinengewehr des Geldumlaufs, und Lenin nutzte die Druckerpresse, um von 1921 bis 1923 die im Umlauf befindliche Geldmenge um das fast 20.000-Fache zu erhöhen.

Und womit wird dieser „Segen“ stets begründet? Nun – zählen Sie doch einfach einmal nach, wie oft in den Predigten der Heilsbringer das Wort „Gemeinwohl“ vorkommt! Sigmar Gabriel ist so ein Gemeinwohl-Junkie, wohl wissend, dass er von diesem Gemeinwohl-Gesabbele selbst nie betroffen sein wird. Er will diese Gnade Gottes nur für die Menschen, die ihm so sehr am Herzen liegen.

Schauen Sie mal nach, was im 25-Punkte-Plan der NSDAP so alles geschrieben stand – passen Sie nur auf, dass Ihnen bei der erschreckenden Ähnlichkeit zur derzeitigen Realität das Essen nicht im Hals steckenbleibt.

„Gemeinnutz vor Eigennutz“ ist der wohl schwerste Brocken und wiederholt sich so oder ähnlich in beängstigender Weise bei allen übergeschnappten Weltherrscheranwärtern, die nur auf diese Art und Weise ihre menschenverachtenden Programme in der Bevölkerung unterbringen konnten, dies so auch immer wieder versuchen und fatalerweise auch immer wieder schaffen.

Staaten und Banken bilden ein Syndikat; die Banken finanzieren die Staatsverschuldung, dafür garantiert der Staat ihre Existenz und den gigantischen Profit. Wann war das jemals anders?

Nichts hat sich zum Wahnsinn früherer Jahre verändert. Es gab stets in den Zeiten, wo Staaten ihre Macht auf ein gigantisches Maß aufgebläht haben, eine volksverarmende Geldmengenausweitung. Immer! Wie soll es denn auch anders gehen? Wo soll denn das Geld herkommen, mit dem der Irrsinn finanziert wird?

Die Stärke des Euro sei ein Hemmschuh für die Wirtschaft, so der französische Ministerpräsident Manuel Valls. Die Europäische Zentralbank fahre eine weniger lockere Geldpolitik als andere Notenbanken, obwohl die Konjunkturerholung in der Euro-Zone noch schwach sei, und deshalb müsse nun endlich die Geldmenge noch sehr viel mehr ausgeweitet werden. Mit einem „Pakt der Verantwortung“ sollten in Frankreich Unternehmen vom Staat um rund 30 Milliarden Euro entlastet werden. Im Gegenzug sind diese gefordert, mehr Personal einzustellen. Ergänzend wird ein „Pakt der Solidarität“ mitgeliefert, so dass in ein paar nicht mehr fernen Jahren alle Menschen so unwiderruflich abhängig von Staates Gnaden sind, dass sie auch gleich als „Staatssklaven“ tituliert werden können.

Das scheint aber gar niemanden zu stören, und so kann der „Lenin-Orden-Draghi“ auch vollmundig ankündigen, dass der 24-köpfige EZB-Rat einstimmig zu der Auffassung gekommen sei, „auch mit unkonventionellen Maßnahmen“ der Phase der zu langen, niedrigen Inflationsrate Herr zu werden… Na, dann ist ja alles bestens!

Also, fassen wir zusammen: Die Stärke einer Währung ist ein Hemmschuh! Eine niedrige Inflation ist ein Zeichen dafür, dass die Menschen das Vertrauen in die Stabilität der Währung verlieren. Eine enorme Geldmengenausweitung (die Rede ist von rund einer Billion pro Jahr) ohne einen dahinter stehenden Sachwert ist gut für die Menschen.

Die Modellrechnungen der EZB kamen vor einiger Zeit zu dem Ergebnis, dass die damals neue „dicke Bertha“ die Inflationsrate lediglich um 0,2 Prozentpunkte erhöhen würde, andere Szenarien kamen auf 0,8 Prozent. Na, das reicht aber dann doch noch lange nicht, meine Herren. Dann packen sie doch noch mal ordentlich Gewicht oben drauf.

Warum nicht gleich fünf Billionen oder zehn? Davon finanzieren Sie dann gleich noch das bedingungslose Grundeinkommen der Bürger von – sagen wir – 2.500 Euro im Monat (alles andere ist eh für die Katz), und schon werden sie mal wieder „Gottes Werk“ tun, wie das ja ihre Freunde bereits festgestellt haben.

Wird das nicht ein Fest für Sie? Wenn alle Menschen vom Segen des Gemeinwohls und der Illusion des Geldhahn-Wohlstands vollständig betrunken sind, dann drehen Sie den Hahn einfach ab. Punkt, fertig, aus! Erkundigen Sie sich da ruhig in den Handbüchern von Mao und Kollegen, die haben das spitzenmäßig hingekriegt. Denen liegen heute noch Millionen von Menschen zu Füßen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf freiraum.


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