26. November 2015

Entwicklung auf dem Kryptowährungsmarkt eMunie mit Lebenszeichen

Wird der dritte Anlauf klappen?

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Bildquelle: Filoli (CC BY-SA 3.0)/Wikimedia commons Wie im Denver-Clan: Die Entwicklung um eMunie

Bis zum November 2013 war die Kryptowährungswelt noch klein und simpel: Es gab Bitcoin und Litecoin und deren Klone, sowie leichte Abwandlungen davon wie Peercoin. Aber es gab ein Projekt, das große Aufmerksamkeit der Community auf sich zog, da es die erste Kryptowährung der zweiten Generation darstellte: eMunie. eMunie sollte die erste Kryptowährung der nächsten Generation werden, wurde bereits seit 2012 entwickelt und befand sich seit dem Juni 2013 in Betatests. Basierend auf Java und vielen damals neuen Features wie Alias-System und dezentraler Exchange. Gemint werden sollte über eine schnelle SSD-Festplatte, der Prozess wurde „Hatching“ genannt, das war wirklich revolutionär. Das alles ging etwas langsam voran, da Chefprogrammierer Dan Hughes alias Fuserleer die Zügel komplett selbst in der Hand haben wollte. Es gab ein kleines Fundraising mit den Betatestern, doch dann erfolgte im Herbst 2013 der erste Nackenschlag, ein Hacker konnte rund 900 Bitcoin erbeuten, da er in die eMunie-Server eindringen konnte. Das führte zu Unruhe bei den ersten Investoren, so dass der offizielle Launch verschoben wurde, da Dan Mittel beschaffen musste. Der zweite Nackenschlag erfolgte dann im November 2013, als wie aus dem Nichts mit Nxt die erste Krpytowährung der zweiten Generation auftauchte, noch dazu in Java programmiert wie eMunie. Dan versuchte das Going Public danach mit der Brechstange und scheiterte zuerst im Januar 2014 und dann im April 2014. Dazwischen viel Drama mit Anschuldigungen und Stress, was einen an die Seifenopern der 80er Jahre wie Dallas und Denver-Clan erinnern ließ. Mein Fazit damals: „Dan droht zu einem Nikola Tesla der Kryptowährungen zu werden: genial, aber als Geschäftsmann nicht sonderlich erfolgreich.“

Der Launch wurde abgesagt, und Dan ging bis zum September diesen Jahres auf Tauchstation – ich ging ehrlich gesagt davon aus, dass das Projekt still begraben werden würde. Nun sind Dan und eMunie überraschend wieder aufgetaucht. Die Entwicklung an eMunie und das Testen gingen im kleinen Kreise weiter. In einem Interview mit newsbtc.com sprach Dan darüber, was in der Zwischenzeit passierte. Um das Projekt weiter vorantreiben zu können, verkaufte er sein Haus und zog in eine kleinere Wohnung. Er erklärte zudem, er sei bereits im ersten Quartal 2015 mit eMunie soweit fertig gewesen, allerdings war er mit der Blockchain-Technologie nicht zufrieden, da die Transaktionsgeschwindigkeit nicht optimal gewesen sei. Er beschloss also, weite Teile neu zu programmieren, was freilich eine weitere Verzögerung mit sich brachte. Der Blockchain wurde durch das neue „Channelled Ledger Design“ ersetzt, und Dan ist überzeugt davon, dass diese Entscheidung richtig war, da eMunie nun eine ähnliche Transaktionsgeschwindigkeit wie Visa aufweisen würde, nämlich um die 2.000 je Sekunde. Sich mit einer Kreditkarte messen zu können, ist tatsächlich eine sehr gute Performance, das schaffen die wenigsten Coins, selbst unter optimalen Bedingungen nicht.

Wie soll es weitergehen? Dan erwartet bereits im ersten Quartal 2016 das Going Live, begleitet von einer großen Marketingkampagne, um so auch Aufmerksamkeit außerhalb der Kryptogemeinde zu erhalten. eMunie war immer als Projekt geplant, das eine große Benutzerbasis vorsah. Auf die weiteren technischen Details werde ich vor dem geplanten Börsengang noch einmal im Detail eingehen, da es für mich noch lange nicht sicher ist, ob der dritte Anlauf klappen wird. Interessant ist auch das doppelte Déjà-vu-Erlebnis für eMunie-Gründer Dan: Musste er sich vor zwei Jahren Nxt geschlagen geben, als erste Kryptowährung der zweiten Generation (noch dazu ebenfalls in Java programmiert), droht er nun auf dem Feld der Schnelligkeit vom inoffiziellen Nxt-Ableger IOTA in die Schranken gewiesen zu werden. IOTA-Chefentwickler Come-from-Beyond meldete bereits Ansprüche auf diesen Geschwindigkeitsrekord für IOTA an… Es hat sich zudem viel verändert seit 2013, es gibt neue Giganten wie Ethereum, und die Zeit arbeitet deshalb eher gegen Dan und eMunie. 2016 könnte deshalb leider zwei Jahre zu spät sein…

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog Altcoinspekulant.


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Dossier: Kryptowährungen

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Markus Bohl

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