03. Dezember 2015

Nach den Anschlägen von Paris Terror gefährdet Freiheit, Sicherheit – und unser Geld

Es gibt keine gute Antwort

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Bildquelle: shutterstock Vom Terrorismus bedrohte Werte: Immobilien

Die Attentate von Paris sind nun bald drei Wochen her. Der Schock sitzt tief, in Paris ist nichts, wie es einmal war. Die Menschen haben Angst, halten zusammen und zerbrechen ihre Köpfe darüber, wie sie sich schützen können. Zu dem tiefen seelischen Schmerz, den die Franzosen jetzt empfinden, kommt die traurige Gewissheit hinzu, dass auch die französische Wirtschaft vor einem bislang verkannten beziehungsweise erst jetzt aufgetauchten Problem steht. Denn eines ist gewiss: Terror und Unsicherheit schaden der Wirtschaft. Die jüngsten Terroranschläge versetzen die französische Bevölkerung nicht gerade in Spendierlaune, der Konsum flaut ab. 

Die Fragen, die sich jetzt alle stellen, lauten: War der jüngste Anschlag ein Einzelfall oder warten nun viele mehr auf uns? Was kommt, welche Gefahren drohen? Diese Fragen stellen sich auch ausländische Investoren. Wer investiert schon in ein Land beziehungsweise generell in Länder, in denen Terrorgefahr herrscht? Ein Abfluss des Geldadels aus Frankreich in andere Länder wird kommen, solange diese Unsicherheit herrscht. Europa steht für Freiheit und Sicherheit, beide Werte sind jetzt gefährdet, das müssen wir ganz nüchtern sehen. Terrorexperten sagen, dass weitere Anschläge bevorstehen – und leider sagen sie auch, dass Europa darauf nicht vorbereitet ist. 

Das Problem ist, dass es auf diese Unsicherheit, auf diesen neuen Terror keine gute Antwort gibt. Wir dürfen im Grunde zwischen Pest und Cholera wählen. Die Pest bedeutet: Sicherheit auf Kosten der Rechte von uns Bürgern. Der gläserne Mensch wird beziehungsweise ist schon in weiten Teilen Realität. Sie wissen alles über uns, selbst Dinge, die die eigene Ehefrau lieber nicht erfahren sollte. Die Cholera bedeutet: Gibt es keine Kontrollen, ist auch das Risiko größer, dass es zu weiteren Anschlägen kommt. Für mich ist beides schlimm.

Ich als Immobilienunternehmer beobachte die Situation mit großer Sorge, auf mein Geschäft wirkt sich der Terror besonders negativ aus. Denn Immobilien können leicht und schnell in Schutt und Asche gelegt werden. Und wer investiert schon in Immobilien, wenn Terrorgefahr besteht?

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog fisch+fleisch.


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