08. Dezember 2015

Geldanlage Immer nur in Prozent denken!

Aus Ersparnissen wird Kapital

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Bildquelle: shutterstock Investments: Jeder fängt mal klein an

Junge Menschen in der Ausbildung und am Berufsanfang liegen mir besonders am Herzen. Es ist nicht leicht für sie, den Weg zum Investieren und Geldanlegen zu finden. In der Schule wird es ihnen nicht beigebracht. Es gibt aber eine ganz simple Empfehlung: Nicht in Euros denken, sondern in Prozent.

Immer wieder höre ich das Argument: „Ich habe ja gar nicht genug Geld. Das lohnt sich doch nicht für mich. Für die paar Euro, die dabei herumkommen...“ Nun, ich weiß, wovon ich spreche. Ich selbst war als junger Mensch in der gleichen Situation. Aber ich habe es versucht und dabei gelernt, dass es sich lohnt, an der Börse Geld anzulegen. Dazu ein Beispiel:

Am 8. Dezember 1971, genau vor 44 Jahren, habe ich meine erste Aktie gekauft. Ich war 15 Jahre alt, und meine Ersparnisse beliefen sich auf 200 D-Mark (etwa 102 Euro). Es war eine Zeit, in der es weder Smartphones noch Internet gab. Ich wollte aus meinem Geld mehr machen. Also studierte ich die Börsenkurse in der Zeitung und recherchierte, so gut es ging.

Ich entschied mich für eine Maschinenbauaktie, die Gute-Hoffnungshütte-Aktie (genannt: GHH, später Teil des MAN-Konzerns), die mir aussichtsreich erschien. Die Kauforder musste ich in der Schulpause vom Münzfernsprecher erteilen. Die Aktie notierte bei 143,50 D-Mark. Wegen der hohen Mindest-Grundgebühr kostete mich der ganze Spaß 150,36 D-Mark. An sich hatte ich mit lediglich 1,5 Prozent Spesen bei Kauf und Verkauf gerechnet. An die Mindest-Grundgebühr von sieben D-Mark hatte ich nicht gedacht.

Was hoffnungsvoll begann, stellte sich zunächst als Tiefschlag heraus. Denn die GHH-Aktie musste um mindestens 14 D-Mark steigen, damit ich die Plus-Minus-Null-Linie erreichen würde. Da war ich ganz schön niedergeschlagen. Ich hatte mich so gut vorbereitet und doch falsch kalkuliert. Aber ich hatte Glück. Innerhalb von nur vier Monaten, am 11. April 1972, konnte ich die GHH-Aktie zum Kurs von 179 D-Mark verkaufen. Nach Abzug der Spesen blieben mir 172,05 D-Mark. Ich hatte einen Gewinn von 21,69 D-Mark erzielt. Ein sehr kleiner Betrag (11,06 Euro), über den die meisten die Achseln gezuckt hätten. „Und, hat sich das nun gelohnt...?“

Ich habe es aber ganz anders betrachtet, denn mir war ein beachtlicher Erfolg gelungen. Ein Gewinn in Höhe von 14,42 Prozent, und das in nur vier Monaten! An dem kleinen Geldbetrag habe ich mich überhaupt nicht gestört. Auf die Verzinsung kam es an. Ich hatte am eigenen Leib erfahren: Wenn es mir mit einer Aktie gelungen war, ein Plus in Höhe von 14,42 Prozent zu erzielen, so hätte ich es mit der gleichen Recherche und Arbeit auch mit 1.000 Aktien erzielen können. Und das ist das Schöne an der Börse. Wie hoch die investierten Summen sind, ist letztlich egal. Der Mechanismus ist immer der gleiche. Alles, was man mit kleineren Beträgen lernt oder „übt“ im realen Leben, wird einem später, wenn größere Summen zur Verfügung stehen, von großem Nutzen sein. Prozent ist Prozent.

So hatte ich das Glück, schon früh in meinem Leben zwei Erkenntnisse zu gewinnen: Erstens: Es lohnt sich, im Beruf erfolgreich zu sein, damit man regelmäßig sparen und Rücklagen bilden kann. Zweitens: Aus Ersparnissen wird Kapital. Und Kapital kann zu einer zweiten Säule des Einkommens werden, wenn man es richtig investiert.

Das ist für mich eine wunderbare Aussicht gewesen und hat mich sehr motiviert. Nicht nur meine Tätigkeit im Beruf, sondern auch mein Kapital würden im Lauf meines Lebens „für mich arbeiten“. Und so ist es dann auch gekommen.

Also: Lassen Sie sich vom Gerede anderer, dass „es sich nicht lohnt“, nicht abhalten. Versuchen Sie, Kapital anzusparen und dann für sie arbeiten zu lassen. Und rechnen sie am Anfang einfach nur in Prozent. Wer weiß, später können daraus gewaltige Summen werden. Nur Geduld!

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog des Autors.


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