15. Dezember 2015

„Konzil“ in Paris Klimagläubige und Klimaheiden

Durchsetzung des Zwei-Grad-Dogmas

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Bildquelle: shutterstock Eine Frage des Glaubens: Klimareligiosität

Nun hat ja in Paris das große Klima-Konzil getagt. Auf der Tagesordnung stand die weltweite Durchsetzung des Zwei-Grad-Dogmas. Dessen Herleitung sollte nicht mehr diskutiert, sondern nur noch geglaubt werden, nämlich dass ein Klimawandel mit Erhöhung der Globaltemperatur im Gang sei und dass dies die Welt unausweichlich ins Verderben führe. Verursacht sei dies vom Menschen selbst, der dafür nun zu büßen habe. Seine profitgetriebenen Wirtschaftsaktivitäten seien insoweit einzuschränken, dass die Erwärmung seit Beginn der Industrialisierung nicht über zwei Grad steige. Und zudem sollen die Rei­chen unter den Umweltsündern hundert Milliarden Dollar zah­len. Für das Inkasso und überhaupt für die Umsetzung dieser epochalen Weltverbesserung sei die alleinseligmachende Staatsobrigkeit mit ihren UNO-Gremien zuständig.

Wie immer, wenn es um Glaubensfragen geht, wird großer Wert darauf gelegt, dass das Geglaubte als die unumstößliche Wahrheit daherkommt. Nichts verstimmt einen Gläubigen mehr, als wenn man ihm erklärt, dass das, was er glaubt, zwar als sein Glaube okay sei, aber nicht den Anspruch auf objektive Wahrheit erheben könne. Und wenn dies schon einen einzelnen Gläubigen verstimmt, dann umso mehr eine Institution, die sich als autoritative Trägerin dieses Glaubens versteht. Sie rea­giert dann aggressiv, mit persönlicher Verunglimpfung der Ungläubigen, mit deren Ausgrenzung als ver­stockte Heiden. Auch der Scheiterhaufen diente schon als probates Mittel, um Ungläubige mund­tot zu machen und Zweifelnde abzuschrecken.

Etwa so nun auch beim Glauben an den Klimawandel und das daraus gefolgerte Zwei-Grad-Dogma. Ob ein solcher Klimawandel tatsächlich abläuft, wie stark die damit verbundene Erwärmung ist, wie weit diese vom Menschen beeinflusst wird und überhaupt beeinflussbar ist, vor allem auch wie die Entwicklung des Weltklimas in den nächsten 100 Jahren verläuft, all dies ist lebhaft umstritten. Das kann ja bei derart komplexen Problemstellungen gar nicht anders sein. Würde jemand allen Erns­tes be­haupten, die objektiv rich­tigen Antworten auf all diese Fragen auch nur annähernd zu wissen, er würde sich als ernst zu neh­mender Wissenschaftler disqualifizieren. Mehr als Theorien und Erklä­rungsversuche wird er seriöserweise nicht beisteuern können. Erst recht wird er sich hüten, langfris­tige Prognosen zu stellen und gar Zwangs­maßnahmen daraus abzuleiten.

Ganz anders nun aber die „Wissenschaftler“ des Klima-Konzils in Paris, namentlich diejenigen des UNO-getragenen Intergovernmental Panel on Climate Change. In umfangreichen und rein äußerlich eindrücklichen Berichten tun sie so, als ob sie die Klimazukunft voraussagen könnten. Nämlich genau so und überhaupt nicht anders, als dass sich das Zwei-Grad-Dogma damit begründen lässt.

Und vor allem: Wer es wagt, eine andere Theorie zu vertreten; ja schon nur, wer gegenüber der offi­ziellen Klimawahrheit Skepsis anmeldet, wird als klimaheidnischer Besserwisser abgehalftert. Auf obrig­keitskonformen Websites und in amtlichen Publikationen werden Klimaskeptiker als „Kli­maleugner“ bewusst in die Nähe von Holocaustleugnern gerückt. Und in Ansprachen höchster Klima­kardinäle am Konzil in Paris werden sie als Zyniker beschimpft. Für Heiden das ewige Feuer, für Gläu­bige das Paradies – bei angenehm kühlen Temperaturen.

Dieser Artikel erschien zuerst in der „Basler Zeitung“ vom 4. Dezember 2015.


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