19. Dezember 2015

CDU-Parteitag Merkel, Merkel über alles...

Willkommen in der Diktatur!

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Bildquelle: shutterstock Böse Ahnungen kommen auf: Deutschland unter Merkel

Was darf ich Ihnen sagen? Herzlich Willkommen in der Diktatur. Ja, genau, Diktatur! Wenn sie auch diesmal für Nichtsehenwollende (noch) „charmant“ verpackt ist. Denn es ist noch schlimmer, als es zu befürchten war. Noch viel schlimmer. Nicht nur, dass wir eine Kanzlerin haben, die nicht nur das Grundgesetz am laufenden Band bricht, ohne dafür eingebuchtet zu werden, nein, die Merkel-Jünger klatschen auch noch begeistert im Takt mit.

Noch vor wenigen Monaten habe ich mich gefragt, wie das Dritte Reich zu dem werden konnte, zu dem es geworden ist. Wie es möglich war, dass ein minderbegabter Malergeselle ein ganzes Land für Jahrzehnte verseuchen konnte. Wie es möglich war, dass neben, vor und nach dem Schnauzbart Typen wie Stalin, Mao und Co das bewerkstelligen konnten, was sie bewerkstelligt haben. Wie das alles möglich war. Und ich habe mich gefragt, wie es wohl sein muss, in solch bemerkenswerten Zeiten zu leben, von denen spätere Generationen sich schamerfüllt und peinlichst berührt mit Grausen abwenden.

All das habe ich mich gefragt – bis jetzt.

Mir ist mit Schaudern bewusst geworden, dass ich in genau diesen Zeiten lebe, dass ich wahrhaftig dabei bin, wie Millionen Individuen erbärmlich zugrundegehen werden. Dass es immer nur die Massen der Menschen sind, die für solche Psychopathen Steigbügelhalter sind. Die ihnen zur Ausübung ihres Irrsinns verhelfen. Keine der physisch mausetoten Kreaturen hätten jemals ihre Verbrechen begehen können, wenn nicht Millionen von Menschen Beifall geklatscht – oder geschwiegen – hätten.

Die Masse der Menschen über den ganzen Erdball verteilt hat mitgemordet – ob psychisch oder physisch.

Indem sie sich nicht gegen die Anfänge gewehrt hat. Indem sie geschwiegen hat. Schon ganz am Anfang, als eine Umkehr noch möglich gewesen wäre. Indem sie Andersdenkende an den Pranger gestellt hat. Indem sie der Massenmeinung gefolgt ist – bis diese irgendwann nicht einmal mehr in Frage gestellt werden durfte, ohne um sein Leben zu bangen. Die auf Parteilinie gebracht wurde, auf „Führerlinie“, auf die Linie, von der nicht mehr abgewichen werden durfte, ohne Schaden für das Wohlergehen an Körper und Geist in Kauf zu nehmen. Die für den „Führerkult“ andere Menschen ans Messer geliefert hat, sie denunziert und verraten hat. Die selbst Familienmitglieder und Freunde zum Teufel gejagt hat, um dem „Führer“ oder wie auch immer diese Irren hießen, gerecht zu werden.

Um „dazuzugehören“, nicht vom „goldenen Weg“ abzuweichen. Um „das Richtige“ zu tun.

Angela Merkel als das zu beschreiben, was sie für mich ist, würde mir aller Wahrscheinlichkeit nach eine teure Strafzahlung wegen Beleidigung einbringen. Selbst mein Argument, dass die Beleidigung in Wahrheit nur eine Tatsachenbeschreibung ist, würde mir nicht helfen. Das wäre aber zu verkraften. Auch der längste Gefängnisaufenthalt geht eines Tages vorbei.

Was mich aber viel mehr treffen würde, wäre die bittere Gewissheit, dass so viele Menschen der Überzeugung wären, dass ich zu Recht bestraft würde. Dass so eine „menschenfreundliche“ Person wie Frau Merkel meinen Zorn nicht verdient habe, dass sie doch nur „das Beste“ wolle.

Ich frage mich dann immer, ob diese Menschen glauben, dass der Schnauzbart und seine Artgenossen schon zu Beginn ihres (noch nicht) offensichtlichen Irrsinns von KZs, Gulags und Lagern für die Systemfeinde geträumt haben. Dass sie nicht etwa so lange gewartet haben, bis sie sicher sein konnten, dass die Bürger im Land so eingeschüchtert sind, dass sie keine Gegenwehr mehr zu erwarten haben.

Dass sie so lange gewartet haben, bis die „anderen Opfer“ verfolgt werden und nicht die Täter.

Angela Merkel hat für ihre Rede, in der sie betonte, „Großes leisten zu wollen“, neun lange Minuten Applaus bekommen. Eigentlich hätte es bei ihren Worten jedem Anwesenden eiskalt den Rücken runterlaufen sollen. Aber wahrscheinlich suhlten sich die Beifallklatschenden in der Ekstase des Besonderen. Alle waren in diesen Stunden ein bisschen die große „Frau des Jahres“, die sich auch mit diesem Titel in „feinster Gesellschaft“ befindet. Und so wurde mit ein wenig Glanz jedes noch so unscheinbare Haupt benetzt, jeder noch so kleine Zwerg im Geiste wurde für kurze Zeit riesengroß.

Eigentlich fehlte nur noch der Sprechchor: „Merkel, Merkel über alles… über alles in der Welt“! Schade, dass das (noch) nicht zu hören war. Dann wüssten wir wenigstens, woran wir sind – oder eben auch wieder erst in rund 80 Jahren.

Und wenn Sie jetzt der Meinung sind, dass das alles übertrieben ist, dann fragen Sie sich einmal, ob Sie glauben, dass die Menschen 1933 das, was bis Ende 1945 geschehen ist, für möglich hielten.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Freiraum.


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