12. Januar 2016

DGEX.com Altcoinbroker mit Rückkaufangebot

Ein kleines Trostpflaster, aber besser als nichts

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Bildquelle: shutterstock Kleines Trostpflaster: Rückkaufangebot von Graviton

Im März 2014 erfolgte der Börsengang des Altcoinbrokers DGEX.com über ein ICO-Verfahren, wobei 33 Prozent der Anteile von Investoren erworben werden konnten; die Mehrheit verblieb beim Gründer Graviton. DGEX hatte Ende 2013 und zu Beginn 2014 eine maßgebliche Rolle dabei gespielt, Nxt von den Startinvestoren zur breiten Masse zu bringen, und hatte damit auch einen bedeutenden Anteil an dem fabelhaften Kursgewinn der 71 Startinvestoren (ein Bitcoin verwandelte sich, zumindest kurzzeitig, in über vier Millionen Dollar!).

Es sah im Frühjahr 2014 noch sehr vielversprechend für DGEX aus: Immer noch ein hoher Umsatz von Nxt durch das Trading, eigener Nxt-Client „Offspring“ mit Trading-Einbettung, der stetig weiterentwickelt werden sollte, weitere Coins und Nxt-Klone sollten gelistet werden, Dividendenprognose von stattlichen 16 Prozent pro Jahr mit wöchentlicher Auszahlung.

Es kam dann aber ganz anders. Der Bärenmarkt begann, und Nxt verlor im Zuge dessen über 90 Prozent der Marktkapitalisierung. Auch die Handelsumsätze brachen ein. Zusätzlich erschütterte im Juli 2014 ein folgenschwerer Hackerangriff DGEX, bei dem 52 Bitcoin und 1,2 Millionen Nxt abflossen. Diesen Verlust mussten die Aktionäre ausbaden, die wöchentliche Dividende wurde also ausgesetzt. Betreiber Graviton hat seit diesem Angriff die Geschäfte langsam auslaufen lassen und sich auf andere Projekte konzentriert. DGEX konnte sich nie mehr davon erholen, und Graviton stellte Mitte dieses Jahres den noch spärlichen Handel ganz ein, da sich Poloniex als Hauptbörse für Nxt durchsetzen konnte.

Um seine Reputation nicht ganz zu verlieren, macht Graviton nun ein Rückkaufangebot von 16,5 Nxt je Anteil. Das ist natürlich bedeutend geringer als beim Börsengang vor zwei Jahren, der für Großinvestoren (100.000 Nxt Mindestbeteiligung) bei einem Preis von 100 Nxt und für Kleininvestoren bei 125 Nxt lag. In Dollar oder Euro gerechnet ist die Differenz noch größer (über 90 Prozent). Also wirklich nur ein kleines Trostpflaster. Auf der anderen Seite ist es keineswegs üblich, dass für gescheiterte Projekte überhaupt noch eine Art „Gutmachungsprämie“ gezahlt wird. Die Coins sind normalerweise unwiederbringlich verloren. Ich rate deshalb zur Annahme des Angebots, das bis zum 31. März auf der Nxt-Asset Exchange und DGEX.com (wohl ab Ende Januar dort ersichtlich) aufrechterhalten wird.

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog Der Altcoinspekulant.


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Markus Bohl

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