02. Februar 2016

Der Investor Wieviel Cash sollte man halten?

Das Ziel ist ein aufgeräumtes Leben

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Bildquelle: shutterstock Gut für den Seelenfrieden: Genug Bargeld auf der hohen Kante

Engagierte Geldanleger sind immer auf der Suche nach Investment-Möglichkeiten. Liquide Mittel – zumal ohne Zinsen – „rumliegen“ zu lassen, ist ihnen ein Dorn im Auge. Doch Cash ist wichtiger, als Sie denken.

Auf der langen Reise durch das Leben ist eines wichtig zu besitzen: immer genügend Cash. Zum einen, um ruhig schlafen zu können. Zum anderen, um mit einem Gefühl der inneren Unabhängigkeit agieren zu können.

Das gilt selbst für Angestellte, die einen festen Job haben und mit einem sicheren Jahreseinkommen kalkulieren können. Die Szenarien sind bekannt: Wer angstfrei sein, sich vom Arbeitgeber nicht alles bieten lassen will; wer Sorge hat, bei anstehenden Entlassungswellen seinen Namen auf der Liste zu finden; wer mutig über einen schwierigen Berufswechsel nachdenken möchte, um sich für die Zukunft zu rüsten; wer nicht erpressbar werden will, der braucht eben eine klar definierte Cash-Reserve.

Als Faustregel setze ich bei Angestellten die Höhe der Liquiditätsreserve mit zwei Jahren „Haushaltsgeld“ inklusive Miete oder Hypothekenzinsen an. Damit sind die Dauerausgaben, die sich nicht vermeiden lassen, abgedeckt. Sonderausgaben wie Urlaub oder Neuanschaffungen werden nicht berücksichtigt. Diese kann man in der Krise streichen. Aus meiner Erfahrung ist ein Cash-Puffer für zwei Jahre eine gute Größe. Wenn das Schicksal einen unerwartet trifft, kann es doch seine Zeit brauchen, bis man wieder auf die Vorderpfoten kommt. Das erste Halbjahr vergeht wie im Fluge. Abfindungszahlungen zu erstreiten kann sehr lange dauern. Resultate auf der Reise durch die Headhunter-Szene auf der Suche nach einem guten Job lassen sich nicht erzwingen. Eine Zwei-Jahres-Cash-Reserve ermöglicht einem, eine psychologisch positive Haltung zu wahren. Und das ist kriegsentscheidend.

Bei Selbständigen erhöhe ich das Cash-Polster auf drei Durchschnittsjahreseinkommen. Damit übersteht man miese Geschäftsjahre, den plötzlichen Wegfall eines wichtigen Kunden, die Anlaufzeit für eine neue Business-Idee und vermeidet unangenehme Gespräche mit seinem Banker.

Der andere Aspekt der liquiden Mittel zeigt sich in der Investmentwelt. Die wirklich einmaligen Gelegenheiten gibt es in den Megakrisen. Das Problem: Fast immer hat der Investor genau dann kein Cash. Das war schon immer so. Ein Kaufmann ohne ein reichliches Cash-Polster ist ein unsicherer Kantonist.

Mein Fazit aus meiner langjährigen Börsenerfahrung und Value-Investoren-Tätigkeit: So mühsam und langweilig es auch sein mag, bauen Sie erst ihren Cash-Vorrat auf. Und erst danach investieren Sie in Aktien, Fonds oder andere Sachen. Entwickeln Sie einen Sparplan für den Cash-Aufbau.

Das Ziel: ein aufgeräumtes Leben, wie mein Geschäfts-Kompagnon Simon Rolfes immer sagt. Halten Sie souverän das Steuerrad Ihres Lebens in der Hand. Cash ist die Basis.

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog des Autors.


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