03. Februar 2016

Crypti gegen Lisk Palastrevolution führt zur Spaltung der Community

Die Krise als Chance für beide Seiten

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Bildquelle: shutterstock Wo investieren: Crypti oder Lisk?

Crypti gehört für mich mit zu den interessantesten Altcoinprojekten. Es handelt sich dabei um kein Bitcoin-Fork, sondern eine völlige Neuentwicklung, die bereits im Juni 2014 vorgestellt wurde. „Coin“ als Bezeichnung für Crypti wäre wirklich untertrieben, vielmehr handelt es sich um ein komplexes Ökosystem und kann am ehesten mit dem „großen Bruder“ Ethereum verglichen werden. Ein besonderes Feature bei Crypti ist die Implementierung von dezentralen Applikationen (Dapps), die mit JavaScrypt programmiert werden können. Das ist das Gegenstück zu den Smart Contracts bei Ethereum.

Im ICO-Verfahren konnte im Sommer 2014 die stolze Summe von 750 Bitcoin eingefahren werden. Zu damaligen Bitcoin-Preisen gerechnet war die Summe ähnlich hoch wie das aktuelle Fundraising bei IOTA. Also ein großer Erfolg! Insgesamt gibt es 100 Millionen Crypti (Abkürzung „XCR“), wobei beim ICO direkt 15 Millionen an die Entwickler gingen und zehn Millionen an die Crypti Foundation, um die langfristige Finanzierung des Projekts sicherzustellen.

Leider gab es manche Verzögerung bei der Entwicklung in der Erreichung von Meilensteinen. Auch der Altcoinbärenmarkt nagte am Erfolg von Crypti. Und wenn jeder über Ethereum redet, wo bleibt noch der Raum für ein Alternativkonzept? Was bringt die mögliche Implementierung von Dapps, wenn keiner für Crypti entwickeln will? Diese Faktoren führten dazu, dass das Projekt, trotz zweifellos beeindruckender Technik, nie richtig abhob. Die aktuelle Marktkapitalisierung von nur 300.000 Dollar (Platz 85) ist das traurige Endresultat.

Nun folgte am Wochenende auch noch eine „Palastrevolution“: Ein Teil des Teams spaltete sich ab. Max Kordek (aus Aachen, bisher für Crypti-PR zuständig) und Olivier Beddows (Technischer Entwickler) verließen die Crypti Foundation aufgrund anderer Ansichten gegenüber dem Rest des Teams. Sie werden nun ihr eigenes Ding durchziehen und einen Fork von Crypti herausbringen mit dem Namen „Lisk“. Hier erfolgt ein neues ICO-Verfahren, bei dem Bitcoin, Crypti (Festkurs von 1.300 Satoshi) und Ethereum angedient werden können. Das ganze wurde wohl bereits seit Wochen vorbereitet mit neuer Homepage und überarbeitetem Client. Entsprechend bestürzt und recht zerknirscht reagierte die Crypti Foundation auf dieses Konkurrenzprojekt. Freilich blieben in der Folgezeit Wortgefechte zwischen den beiden Lagern nicht aus. Auch der Kurs von Crypti schmierte weiter ab, es ging um etwa 25 Prozent nach unten, da einige Investoren panisch ihre Bestände abstießen.

Fazit: Die Krise als Chance. Interessanterweise sind erst durch den „Theaterdonner“ des Wochenendes viele Altcoin-Interessierte erstmals auf Crypti aufmerksam geworden. 95 Prozent hatten noch niemals vorher von Crypti gehört. Schafft es Crypti, die Lücken zu schließen und nicht völlig in Zank auseinanderzufallen, überwiegen derzeit deutlich die Chancen die Risiken und die aktuellen Kurse von 780 Satoshi sind Kaufkurse. Auch das anlaufende ICO von Lisk kann die Attraktivität von Crypti steigern, da manch Kaufinteressierter überlegt: „Anstatt jetzt frisch beim ICO mitzumachen, kaufe ich doch direkt das Original.“ Zudem akzeptiert Lisk beim ICO einen Kurs von 1.300 Satoshi je Crypti, was den Kurs von Crypti zusätzlich stabilisieren sollte, da jeder, der Lisk erwerben will, dies über den Umweg über Crypti tun sollte. Selbst Lisk hat Chancen in der aktuellen Ethereum-Euphorie, einen guten Schnitt beim ICO zu machen. Kurioserweise könnte also der Streit beiden Seiten eher nützen als schaden – ich bin gespannt, wie es mit Lisk und Crypti weitergeht.

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog Der Altcoinspekulant.


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Markus Bohl

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