18. Februar 2016

Maidsafecoin Was steckt hinter dem starken Kursanstieg?

Alles noch zu vage, daher keine Kaufempfehlung

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Bildquelle: shutterstock Mehr als nur eine Kryptowährung: Sicheres Internet inklusive

Maidsafecoin ist der Gewinner der letzten Tage. Lag die Marktkapitalisierung vor einer Woche noch bei 9,2 Millionen Dollar bei einem Kurs von 5.400 Satoshi, konnte der Wert zulegen auf aktuell 21,4 Millionen Dollar Marktkapitalisierung und einen Preis von 11.500 Satoshi. Maidsafe konnte so auf Platz sieben der Marktkapitalisierung aller Kryptowährungen vorstoßen. Dafür gibt es Gründe, das letzte Update der Entwickler zeigt ein gutes Vorankommen des Projekts.

Was für ein Projekt, wovon redet er da? Dazu muss ich etwas weiter ausholen. Maidsafe startete im April 2014 als ICO über das Mastercoin-Protokoll. Es wurden aber Bitcoin eingesammelt, und es kamen innerhalb weniger Stunden über sechs Millionen Dollar an Bitcoins rein, was Maidsafe zusammen mit Ethereum zu dem erfolgreichsten „Altcoin-Börsengang“ überhaupt macht (denken wir daran, dass IOTA gerade einmal eine knappe halbe Million innerhalb eines Monats zusammenbrachte). Der Erfolg des Börsengangs vor knapp zwei Jahren hatte seinen Grund: Maidsafe verspricht nicht weniger als die komplette Dezentralisierung des Internets. Maidsafe-CEO David Irvine arbeitet bereits seit 2006 an der Idee. Maidsafecoins sollen als Brücke dienen, dieses Ziel zu erreichen, genannt SAFE-Network. „SAFE“ bedeutet: „Secure Access For Everyone“, sicherer Zugang für jeden. Dieses Netzwerk soll über Peer-to-Peer das Internet komplett umkrempeln. Es braucht keine Server oder Datencenter mehr. Die Rechner sind über das SAFE-Network miteinander verbunden und stellen dafür Festplattenkapazität und Rechenleistung bereit. Dieser Service nennt sich „Vault“. Die jeweiligen Benutzerdaten sind dabei kryptographisch verschlüsselt, über die einzelnen Vaults verteilt und können nur vom Eigentümer genutzt werden. Eine Art Festplatten-Blockchain. Jetzt kommt der Clou: Jeder, der Rechnerkapazität bereitstellt, indem er beim SAFE-Network mitmacht, soll als Kompensation sogenannte Safe-Coins erhalten. Dieser Prozess nennt sich nicht „Mining“ sondern „Farming“. Mit diesen Coins kann man im SAFE-Netzwerk zusätzliche Leistungen einkaufen.

Safe-Coins gibt es aber noch gar nicht! Aktuell wird am SAFE-Netzwerk immer noch gearbeitet. Maidsafecoins sind als Token gedacht, die, sobald das Netzwerk läuft, im Verhältnis eins zu eins gegen Safe-Coins umgetauscht werden können. Maidsafecoins sind also nur Gutscheine in der Hoffnung, in der Zukunft etwas dafür zu kriegen. Und genau das ist der Punkt, an dem mir das Projekt etwas zu vage ist. Ich kann mir Safe-Coins als Investition sicher vorstellen, aber vorher hätte ich gerne das Netzwerk am Laufen und eine gewisse Benutzerbasis. Auch bin ich insgesamt nicht so zuversichtlich, dass das SAFE-Network tatsächlich eine ernsthafte Alternative zu Amazon, Google, Facebook und Co darstellen kann. Viele nehmen doch das Stehlen von Daten durch die Internet-Giganten und Geheimdienste einfach achselzuckend hin. Deshalb kann ich keine Kaufempfehlung für Maidsafecoins abgeben, obwohl sich hinter der Idee viel mehr als eine klassische Altcoin verbirgt. Es ist die Idee, den Benutzern die Kontrolle über ihre Daten zurückzugeben, und das ist höchst ehrenwert. Und wer daran glaubt und wem dies nicht zu vage ist wie mir, der kann die Coin auf Poloniex erwerben.

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog Der Altcoinspekulant.


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Dossier: Kryptowährungen

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Markus Bohl

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