03. März 2016

Angriff auf die AfD Torten und Titten statt Hass und Hetze

Wann kommen die Femen?

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Bildquelle: shutterstock Tortenwerfen: Witzig?

Am Wochenende schlichen sich zwei Mitglieder der Berliner Gruppe „Peng!“ in ein Tagungshotel der AfD in Kassel und warfen mit Torten auf die Teilnehmer. Im Netz wird die Aktion von Tausenden gefeiert. Endlich ein Angriff auf die AfD, der mit Humor und Intelligenz daherkommt, statt mit dumpfer Hetze, Gewalt und Diffamierung. AfD-Politiker hoffen nun, dass bald auch die Mädels von Femen etwas Negatives an der AfD entdecken, um endlich mit ihren nackten Titten gegen die Partei vorzugehen.

Wochenlang mussten die AfD-Mitglieder dumpfen Hass und feige, anonyme Angriffe gegen sich ertragen. Vor allem Gewerkschaftsfunktionäre, Grüne und SPD-Politiker ließen in den letzten Monaten keine Chance aus, um die AfD als rassistisch, extremistisch oder radikal zu diffamieren. Vielerorts erpressten linke Politiker die Wirte offen, sie mögen der AfD keine Räume für ihre Veranstaltungen anbieten. Militante Antifas zerschlugen wiederholt Fenster und Türen von Lokalen, die sich weigerten, dieser Erpressung nachzugeben. Häuser und Büros von führenden AfD-Politikern wurden verwüstet, Autos in Brand gesetzt.

Oft schließen sich alle möglichen Organisationen des linken Spektrums mit den Amtskirchen zu „bunten Bündnissen“ zusammen und veranstalten Gegenkundgebungen zu AfD-Veranstaltungen. Meist mit mäßigem Erfolg. In Passau kamen letztes Jahr zu einer AfD-Demo über 1.300 Bürger, die Gegendemonstranten konnten nur knapp halb so viele mobilisieren. In Freilassing war das Verhältnis ähnlich, obwohl das „bunte Bündnis“ sogar Demonstranten mit Bussen aus dem benachbarten Österreich herangekarrt hatte. Noch blamabler fiel der Aufstand in Berlin aus, wo der DGB den 7.000 AfD-Demonstranten lediglich 1.100 linke Chaoten und „bunte“ Gegendemonstranten entgegenstellen konnte.

Während die AfD von Umfrage zu Umfrage stärker wird und in einigen Bundesländern mittlerweile die SPD überholt, agieren die Genossen immer plumper und aggressiver. Umso erstaunlicher ist der nun erfolgte Angriff. Der Tortenwurf wurde „Tortaler Krieg“ getauft. In einer dazugehörigen Erklärung persifliert die Gruppe gekonnt die Aussagen von Frauke Petry zum Grenzschutz: „Wer den moralischen Grenzübertritt verhindern will, muss notfalls auch von der Sahnetorte Gebrauch machen.“ Tausende liken das Kurzvideo von der Aktion im Netz und finden, es ist witzig.

Die mit der Torte getroffene AfD-Politikerin Beatrix von Storch reagierte zwar auch mit Humor. Sie forderte „nächstes Mal eine Erdbeertorte, denn Sahne macht bekanntlich dick“. Doch als harmlosen Scherz will die Europaabgeordnete die Aktion nicht durchgehen lassen: „Das ist die nächste Stufe der Gewalt. Nun werden wir auch schon körperlich angegriffen“, warnt sie.

Der Aktivist, der sich selbst als „Paul von Lübeck“ vorstellt, scheint zwar eher ein Selbstdarsteller, der mit seinen Aktionen (zuletzt gegen die Energiefirma Vattenfall) um mediale Aufmerksamkeit buhlt, als ein wirklicher AfD-Hasser zu sein. Doch in der Tat erreicht sein tätlicher Angriff eine neue Qualität. So warnt der Programmkoordinator der AfD und Augenzeuge des Angriffs Klaus Rosenauer: „Aus der Sponti-Bewegung um Baumann und Gewalt gegen Sachen entwickelte sich der Terrorismus der 70er.“

Führende AfD-Politiker wünschen sich, dass der Tortenwurf eine Kehrtwende in der Auseinandersetzung mit der AfD markieren würde. Die Junge Alternative fordert „mehr Witz und Hirn, weniger Hass und Diffamierung in der politischen Auseinandersetzung“ sowie „mehr Titten, weniger Steine“. Nur eins macht den Nachwuchspolitikern Angst – dass sich unter die Femen-Aktivistinnen auch GrünInnen wie Claudia Roth oder Renate Künast verirren könnten.


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