12. Mai 2016

Politisch korrekte Autokennzeichen Perverse Phantasien

Noch ein paar Vorschläge

Artikelbild
Bildquelle: shutterstock Gerne für Botschaften missbraucht: Autokennzeichen

Matthias Moetsch, Redakteur bei der Zeitschrift „Auto Bild“, widmete sich in der letzten Woche einem Thema, das nicht nur den wirklich irrwitzig-ängstlichen Umgang mit „Andersdenkenden“ in Deutschland anschaulich macht, sondern gleichzeitig auch vorführt, wie sehr unsere Obrigkeit meint, uns in all unseren Äußerungen regulieren zu müssen. In seiner Kolumne „Das letzte Wort“ beschäftigte sich Moetsch unter dem Titel „Kennzeichen D“ mit der politisch korrekten Regulierung von Kfz-Kennzeichen. Er schilderte hier, dass die Zulassungsbehörde in Düsseldorf dem Personaldienstleister DIS die Buchstabenkombination „D-IS“ verweigert habe. Die Tatsache, dass dessen Fuhrparkautos seit Jahren derart gekennzeichnet herumführen, habe die Bedenken gegen das Kürzel der Terrormiliz nicht ausräumen können. Schließlich seien Nazi-Kombinationen wie „SS“, „HJ“ oder das „L“ in Dithmarschen mit seiner Kreisstadt Heide („HEI“) auch tabu.

Es ist schon wirklich grotesk: Wir haben Facebook, wir haben Youtube, wir können alle ständig und immerzu alles Mögliche in alle Welt senden, wir können unsere Autos mit allen möglichen Aufklebern zupflastern – und die Zulassungsbehörden fürchten sich davor, dass wir unsere Kfz-Kennzeichen als Message Board benutzen. Welch perversen Phantasien stecken hinter solchen Regulierungen? „Bei all dem Irrsinn in der Welt“ fragt sich Moetsch: „Was sind die nächsten anstößigen Kürzel, die das Böse verherrlichen? Vielleicht ‚WB‘, weil es auf einen machtgeilen Propagandisten im Osten hindeutet? Oder ‚RE‘, das einem Antidemokraten am Bosporus huldigt?“

Wir haben ein paar weitere Vorschläge gemacht, was künftig ebenfalls aufgrund aufreizender Anstößigkeit nicht gehen sollte (wenn es nicht ohnehin bereits verboten ist): A-FD (Landkreis Augsburg); AN-GI (Landkreis Ansbach); AU-TO (Erzgebirgskreis); BA-RT (Landkreis Bamberg); BI-ER (Stadt Bielefeld); BÖ-SE (Landkreis Börde); BRA-UN (Landkreis Wesermarsch); C-DU (Stadt Chemnitz); F-CB (Stadt Frankfurt); FI-CK (Landkreis Elbe-Elster); FR-EI (Stadt Freiburg i. Breisgau); FÜ-RA (Stadt Fürth); GA-Y (Altmarkkreis Salzwedel); GE-NE (Stadt Gelsenkirchen); H-SV (Stadt Hannover); HE-TE (Landkreis Helmstedt); J-UD (Stadt Jena); KÖ-LN (Stadt Köln); LM-AA (Landkreis Limburg-Weilburg); MA-NN (Stadt Mannheim – oder wie könnte man diesen Städtenamen umgendern?); MIL-IZ (Landkreis Miltenberg); NE-GA (Rhein-Kreis Neuss); OS-SI (Landkreis Osnabrück); PA-CK (Passau); SE-XY (Kreis Segeberg); TÜ-RK (Landkreis Tübingen); V-FB (Vogtlandkreis); WUR-ST (Landkreis Leipzig / Wurzen); ZI-GI (Landkreis Görlitz).

Dieser Artikel erschien zuerst in der BFT Bürgerzeitung.


Artikel bewerten

Artikel teilen

Facebook Icon Twitter Icon VZ Icon del.icio.us Logo Reddit Logo

Anzeigen

Kommentare

Die Kommentarfunktion (lesen und schreiben) steht exklusiv Abonnenten der Zeitschrift „eigentümlich frei“ zur Verfügung.

Wenn Sie Abonnent sind und bereits ein Benutzerkonto haben, melden Sie sich bitte an. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, nutzen Sie bitte das Registrierungsformular für Abonnenten.

Mit einem ef-Abonnement erhalten Sie zehn Mal im Jahr eine Zeitschrift (print und/oder elektronisch), die anders ist als andere. Dazu können Sie dann auch viele andere exklusive Inhalte lesen und kommentieren.

drucken

Dossier: Politische Korrektheit

Mehr von Matthias Heitmann

Über Matthias Heitmann

Anzeige

ef-Einkaufspartner

Unterstützen Sie ef-online, indem Sie Ihren Amazon-Einkauf durch einen Klick auf diesen Linkstarten, oder auf ein Angebot in der unteren Box. Das kostet Sie nichts zusätzlich und hilft uns beim weiteren Ausbau des Angebots.

Anzeige