02. Juni 2016

Paintball Kein gemeinnütziger Sport

Warum nicht?

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Bildquelle: shutterstock Paintball-Familie: Den Politikern zu bunt

Mit den diesjährigen Problemen bei Matches der International Practical Shooting Confederation (IPSC), die nun vollkommen anders abgerechnet werden und mit einem erheblichen Mehraufwand an Kosten zurechtkommen müssen, haben auch andere Sportarten zu kämpfen. Auch beim Paintball hat die deutsche Verwaltung entschieden, dass hier keine steuerlichen Begünstigungen geltend gemacht werden können, wie es bei fast allen Sportarten üblich ist.

Hier werden anscheinend willkürlich Entscheidungen getroffen, was für die Bevölkerung als gemeinnützig zu betrachten ist und was nicht, welche Sportarten also gefördert werden sollen und welche man am besten soweit wie möglich beeinträchtigt… zum Glück lassen wir uns da bisher nicht unterkriegen! Ob Paintball oder IPSC ist dabei völlig egal, ich denke, bei solchen sehr erfolgreichen Sportarten sollte darauf geachtet werden, dass man hier nicht unnötige Hürden aufstellt, vor allem, wenn die Mannschaften internationale Erfolge feiern können. Die Entscheidung, welche Sportart einem gefällt (oder gefallen darf), sollte hier vielleicht nicht vom Staat beeinflusst werden…

Das Finanzgericht schreibt dazu: „Die für eine Gemeinnützigkeit sprechenden Aspekte würden durch den Aspekt der simulierten Tötung oder Verletzung von Menschen während des Spielverlaufs massiv überlagert.“ Und auch folgendes: „Paintball-Spiele aller Variationen entsprächen nicht der Wertordnung unserer Gesellschaft“ – das ist natürlich ausgemachter Blödsinn. Und mit dieser Begründung wären Fechten, Boxen und Fußball eigentlich auch nicht gemeinnützig. Okay, ich gebe zu, das mit dem Fußball ist dann ja keine Simulation, hier werden die Spieler ja absichtlich gefoult. Oder nachher wird sich bei so einer friedliebenden Sportart einfach noch einmal abseits des Spielfeldes von den Fans gekloppt. Solche Szenen sind bei Paintball undenkbar!

Die Deutsche Paintball Liga (DPL), die bei der WM den vierten Platz belegt hat, wird – wie auch die IPSC – steuerlich nicht als gemeinnützig anerkannt.

Warum? Was ist an diesem Sport anders als bei anderen Sportdisziplinen?

Beim Boxen fließt Blut, und ein Einzelner triumphiert, indem er den Gegner k.o. schlägt. Fechten und Degen simulieren einen Kampf ohne Verletzungen. Beim Paintball wird nur Farbe verspritzt, keiner wird verletzt, und das Team agiert miteinander. Betriebspsychologen setzen Paintball-Matches für Teamworking ein.

Anscheinend hat unsere Elite eine panische Angst oder Abscheu vor allem, was wie eine Waffe aussieht. Sie vergisst, dass man alles als Waffe einsetzen kann (auch den eigenen Körper). Der Mensch ist entscheidend, nicht das Werkzeug! Und darum haben sportliche Paintball-, Airsoft- und IPSC-Mannschaften auch die Gemeinnützigkeit verdient.

Dieser Artikel erschien zuerst auf der Seite der German Rifle Association.


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