08. September 2016

Gesundheitssystem Adipöse und Raucher – raus aus dem Krankenhaus!

In Nordengland schon Realität

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Bildquelle: shutterstock Nicht mehr behandlungswürdig: Dicke und Nikotinabhängige

Das britische Gesundheitssystem liefert einen Vorgeschmack auf das, was auch uns droht: nicht etwa die Zwei-Klassen-Medizin, sondern die Zielgruppen-Medizin und daraus folgend die Versorgungsverweigerung für in Ungnade gefallene Patientengruppen.

Die „Ärzte-Zeitung“ berichtete am 6. September 2016 in der Meldung „Bloß keine Raucher und Adipöse!“ darüber, dass britische Krankenhäuser damit begonnen haben, „adipöse Patienten und Raucher nicht länger zu behandeln“. Diese Art von Diskriminierung wird zwar wohl überaus kontrovers diskutiert, scheint sich aber angesichts fehlender Gelder im Gesundheitsetat durchzusetzen.

Eine nordenglische Gesundheitsverwaltung hat der Meldung zufolge am letzten Wochenende öffentlich angekündigt, demnächst adipöse Patienten mit einem Body-Mass-Index (BMI) von 30 oder höher routinemäßig für bestimmte Eingriffe wie Hüftgelenksoperationen abzulehnen: „Nur wenn der Patient mindestens zehn Prozent seines Körpergewichts abnimmt, wird ihm erlaubt, sich im staatlichen Gesundheitsdienst (National Health Service, NHS) operieren zu lassen. Ohne Gewichtsreduktion muss er vor einer erneuten Anfrage ein Jahr warten. Unklar ist, ob nach einem Jahr ähnlich entschieden werden wird“, heißt es in der Meldung.

Auch Raucher in der Region North Yorkshire würden künftig nicht operiert, sofern dies nicht lebensnotwendig sei und sofern sich der Raucher nicht zum Rauchstopp bereit erkläre. Ähnlich wie bei Adipösen soll die neue Regelung zunächst für Eingriffe wie Hüftgelenks- und Knieoperationen gelten. Allerdings werde geprüft, ob die „Nur-für-Schlanke-und-Nichtraucher“-Listen künftig auch für andere Eingriffe gelten sollen.

Man darf gespannt sein, in wievielen Jahren dieses Denken sich auch in Deutschland durchsetzt. Denn dass es bereits Fuß gefasst hat, ist zu spüren.

Dieser Artikel erschien zuerst in der BFT Bürgerzeitung.


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