26. September 2016

Geschlechtsidentitäten auf dem Lehrplan Die Tücken der Schulpflicht

Ohne sie wäre Gender schnell vergessen

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Bildquelle: shutterstock Wenn Bildung ein freies Gut wäre: Gender in die Tonne

Nehmen wir mal an, es gäbe keine Schulpflicht. Es gäbe nur private Schulen unterschiedlicher Qualität und Preise. Nehmen wir mal weiterhin an, der Staat würde in einer solchen Konstellation soweit zurückgedrängt sein, dass sich jeder normale Angestellte eine anständige Ausbildung für seine Kinder leisten könnte. Blenden wir auch mal weitere Finanzierungsfragestellungen der Einfachheit halber aus. Die Konsequenz wäre: Sie könnten die Schule und Ausbildung Ihrer Kinder selbst bestimmen – vom Homeschooling bis hin zur Finanzierung einer Eliteausbildung, letztere vielleicht auch eher durch Stipendien unterstützt.

Markterwartungen

Jedenfalls würden Sie sich bei der monatlichen Abbuchung des Schulbeitrags immer mal wieder fragen, was Sie dafür bekommen. In günstigen Schulen würden Sie vielleicht eine hohe Ausfallquote von Lehrern, eingeschränktes Unterrichtsmaterial bemerken – alles nicht so auf dem neuesten Stand. In sehr teuren Schulen würden Sie Top-Lehrkräfte erwarten und eine Ausstattung, die neuesten Standards entspricht. Und natürlich – in beiden Schulen – aktuelles Lehrmaterial, in dem in Fragen der Informatik nicht von Disketten die Rede ist.

Für die Kinder nur das Beste

Und nun käme also der Schulleiter auf Sie zu und bäte sie um mehr Geld für den Physikkurs Ihres Kindes. Der Grund: Das Lehrmaterial war eigentlich auf dem neuesten Stand, nun hat man aber an einigen Universitäten bahnbrechende Erkenntnisse gewonnen, die die bisherigen Lehrinhalte in Frage stellen. Man könne das nun auch irgendwie mündlich rüberbringen, didaktisch sei es aber sinnvoll, das mit neuen Lehrbüchern und -materialien zu tun. Und für die brauche man nun leider Geld und wolle die Entscheidung den Eltern überlassen, wie man damit umgeht: Kostengünstig, aber lehrtechnisch nicht ideal oder mit Zusatzkosten verbunden, dafür auf dem neuesten Stand der wissenschaftlichen Kenntnisse. Daneben sind Sie auch an einem Fonds beteiligt, der Zusatzkosten für diejenigen Schüler abfedert, deren Eltern sich so etwas nicht leisten können.

Wollte man also den Unterricht adäquat umstellen, so der Schulleiter, müssten Sie mit einmaligen Kosten in diesem Jahr von 200 Euro rechnen. Teil dieser Kosten sind die Lehrmaterialien, aber auch die entsprechende Weiterbildung der Lehrer und ein paar Nebenkosten, die dafür anfielen. Wie gesagt: Sie zahlen kaum noch Steuern, die Schule ist nicht staatsfinanziert, Sie haben bereits Schulgeld gezahlt, aber jetzt stellt sich die Frage einer Zusatzfinanzierung – die nicht zwingend notwendig, aber doch sinnvoll ist. Was würden Sie tun?

Was ist mir das wert?

Wenn Sie so ticken wie ich, würden Sie einen kleinen Abzug beim nächsten Urlaub vorsehen und dafür Ihren Kindern eine gute Ausbildung sicherstellen. 200 Euro wäre es mir wert. Riefe der Schulleiter 1.000 Euro auf, müsste ich allerdings schon überlegen. Wie hoch schätze ich den Mehrwert einer solchen Aktualisierung der Lehrmethode ein? Wie viel kann ich mir faktisch leisten, selbst wenn ich auf dem Standpunkt stehe, meinen Kindern nur die beste Schulbildung angedeihen lassen zu wollen?

Jedenfalls gäbe es eine Abwägung: Was bin ich bereit, was ist der „Bildungsmarkt“ bereit, für Zusatzausbildungen zu bezahlen?

Und was ist mir so etwas wert?

Jetzt noch mal die gleiche Ausgangssituation: Freie Schule, privat finanziert, Schulgeld privat gezahlt … und der Schulleiter fragt bei Ihnen an: Es gebe da eine umstrittene soziologische Theorie, die von der Politik befördert würde. Wissenschaftlich sei diese Theorie nicht belegt, aber es sei doch gewünscht, sie den Kindern nahezubringen. Diese Theorie würde sich zwar am ehesten in den Biologieunterricht einfügen, aber um die Kinder entsprechend an diese Theorie heranzuführen, plane man, alle Schulbücher – von Natur- bis Geisteswissenschaften, von Chemie bis Deutsch – anzupassen. Nur so sei gewährleistet, dass sich diese Theorie immer weiter verbreitet und ein gesellschaftlicher Wandel einsetzt, der damit bezweckt werde.

Es stünde also an, über die kommenden wenigen Jahre alle Schulbücher im Sinne dieser Theorie zu überarbeiten, entsprechende Neuanschaffungen zu tätigen, die Inhalte der Unterrichtsfächer anzupassen. Nein, besser werde der Physik-, Chemie-, Deutsch- oder Geographieunterricht dadurch nicht, aber in dem Sinne, dass dieser Theorie zum Durchbruch verholfen werden solle, würde man sich wünschen, dass Sie sich an den nicht geringen Zusatzkosten beteiligen.

Der Markt reguliert – der Staat zwingt

Und was würden Sie tun? Wenn Sie so ticken wie ich, würden Sie den Schulleiter rausschmeißen und die Schulwahl noch einmal überdenken. Wer will schon sein Kind bei solchen Spinnern in die Ausbildung geben? Der Schulleiter würde kein Geld dafür zusammenbekommen und diese unwissenschaftliche Theorie würde da landen, wo sie hingehört: zunächst mal im Mülleimer der Soziologie und dann in Vergessenheit.

In Hessen werden Eltern und Steuerzahler keine Wahl haben – eine Polit- und Gesellschaftsingenieurmafia wird sich voraussichtlich durchsetzen und abstruse Gendertheorien als Querschnittsfach lehren. Gender Mainstreaming, Gender-Theorien wären eigentlich nur ein Spuk, der schnell vorbei sein könnte. Aber da Universitäten, Schulen und eine Vielzahl führender Medien nicht frei sind, bezahlen Sie und ich dafür mit. Und in Hessen, das nur nebenbei, in einer grün getünchten Regierung unter CDU-Führung!

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Papsttreuen Blog.


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