07. Oktober 2016

Deutsche Bank Neue Hoffnung ist für uns alle wichtig!

Die Strafzahlung soll reduziert werden

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Bildquelle: 360b / Shutterstock.com Darf nicht untergehen: Deutsche Bank

Diese Meldung, unter anderem auf „Spiegel Online“ nachzulesen, haben viele mit Sehnsucht erwartet: „Eine Strafzahlung für die Deutsche Bank in den USA soll offenbar deutlich reduziert werden. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP am Freitag unter Berufung auf Insider. Ursprünglich hatte das US-Justizministerium von der Deutschen Bank eine Strafe von 14 Milliarden Dollar wegen Geschäften mit faulen Hypothekenpapieren gefordert. Nun sollen es nur noch 5,4 Milliarden Dollar sein.“

Hoffen wir, dass diese Nachricht wahr ist. Mit großer Sorge habe ich die Entwicklungen bei der Deutschen Bank in den letzten Tagen und Wochen beobachtet. Es wurde im Hintergrund bereits fieberhaft an einem Notfallplan für das größte deutsche Geldinstitut gearbeitet, hoffentlich ist dieser nun nicht mehr notwendig. Es liegt mir fern, eine Lanze für die Deutsche Bank zu brechen, mit großer Wahrscheinlichkeit wurde hier nicht immer ethisch korrekt gearbeitet, und die Bank ist zu einem Großteil selbst an ihrem Schicksal schuld. Dennoch: Die vielen Gerüchte über ihre Geschäfte sind mit viel Vorsicht zu genießen und vor allem nicht unreflektiert zu verbreiten. Denn die Deutsche Bank wird von uns gerade in den Ruin geredet und geschrieben, damit meine ich die sogenannte „self-fulfilling prophecy“ (selbsterfüllende Prophezeiung). Die Bank wird also so lange schlechtgemacht, bis Kunden und Geschäftspartner das Vertrauen verlieren. In der Folge stürzt die Aktie ins Bodenlose, Kunden ziehen Geld ab, die Bank hat keine Chance mehr. Reputation ist im Geldgeschäft alles.

Wir sollten daher vom Gas heruntersteigen, denn zu viel steht auf dem Spiel. Deutschland kann es sich, nüchtern betrachtet, nicht leisten, dass die Deutsche Bank pleite geht. Die direkte Konsequenz wäre eine schrumpfende Wirtschaft und der Kollaps ganzer Märkte. Sogar der Euro wäre in Gefahr. Der Zusammenbruch einer derart systemrelevanten Bank würde viele andere Unternehmen und Banken mit in den Ruin reißen, die vielen Verflechtungen sind vielen leider nicht klar. Sogar eine Weltfinanzkrise wäre möglich. Ebenso würde es für Deutschland, und im Sog der Entwicklung für alle Euro-Staaten, deutlich teurer werden, sich Geld zu leihen, da Deutschland seine Reputation als sicherer „Tresor“ verlieren würde.

Darum: Reden wir die Deutsche Bank lieber nicht kaputt, vielmehr sollten nun auf politischer Ebene konstruktive und harte Gespräche mit den USA aufgenommen werden, um hier zu einer Einigung zu kommen. In diesem Sinn hoffen wir, dass es stimmt, hoffen wir, dass die Zahlungen von 14 auf rund fünf Milliarden geschrumpft sind.

Ob das Verhandeln mit den USA tatsächlich so leicht wird, weiß ich nicht, schließlich wollen die USA Europa wirtschaftlich schwächen, was kein Geheimnis ist. Amerika betreibt Wirtschaftsimperialismus, Europa muss darauf gebührend antworten. Zurufe von politischen Parteien und den Medien sind alles andere als hilfreich, vielmehr braucht es eine Politik, die deutsche beziehungsweise europäische Interessen im globalen Wettbewerb schützt. Und vor allem: Die Deutsche Bank ist einfach zu wichtig, um hier kleinlaut beizugeben. Es geht um nicht weniger als um die Reputation und die wirtschaftliche Stabilität der größten Volkswirtschaft Europas.

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog fisch+fleisch.


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