24. November 2016

Diktatur im Wandel der Zeit Vom deutschen Fetisch der Geschichtswiederholung

Nach dem braunen und dem roten nun der bunte Sozialismus

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Bildquelle: bissig / Shutterstock.com Hauptsache amtlich: Deutsche Kontinuitäten

Ayn Rand soll 1964 gesagt haben: „Dies ist die Psychologie von Menschen, die, wenn ein Land zu einer Diktatur geworden ist, schreien: ‚Ich bin nicht schuld! Ich wollte nur, dass die Regierung die Preise, die Löhne, die Gewinne, die Industrie, die Wissenschaft, das Gesundheitswesen, die Kunst, das Bildungswesen, das Fernsehen und die Presse kontrolliert! Ich war nie für eine Diktatur!‘“

Würde mich im Jahre 2016 ein erwachsener Bürger der Buntesrepublik fragen, wie einst etwas wie das Dritte Reich erschaffen beziehungsweise möglich gemacht werden konnte, bestünde mein erster Reflex darin, nachzufragen, ob die Frage sarkastisch oder tatsächlich ernst gemeint sei. Sollte letzteres der Fall sein, würde ich ihn fragen, ob ihm im Hier und Jetzt nicht gewisse Parallelen auffielen. „Welche Parallelen denn?“ Hier ein paar Beispiele ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

- Unerschütterlicher Autoritätsglaube beziehungsweise sklavische Autoritätshörigkeit damals wie heute.

- Das „Gemeinwohl“ wurde damals wie heute über das Individuum gestellt.

- Damals wie heute wurde Umverteilung propagiert und vollzogen.

- Extreme. Ein Land kann sowohl durch pathologischen Egoismus (damals) als auch durch pathologischen Altruismus (heute) zerstört werden. Es geschieht nicht von heute auf morgen, das Resultat jedoch ist am Ende dasselbe.

- Zum pathologischen Egoismus gehörte eine „Herrenrasse“ in Form des „Ariers“. Zum pathologischen Altruismus gehört dementsprechend eine neue „Herrenrasse“. Diesmal in Form des unantastbaren, „rechtlich“ rundum immunisierten, von Kritik abgeschirmten (muslimischen) „Flüchtlings“, dessen Füße mittlerweile nicht mehr nur im übertragenen Sinne geküsst werden (Politik, Medien, Schulen, Universitäten, Justiz, Polizei), sondern wortwörtlich, so vom Papst im Vatikan.

- Damals: Überlegenheitskult. Heute: Schuldkult.

- Staatlich diktierte „Wissenschaft“ und Panikmache als Rechtfertigung für staatlich initiierten Terror, eine stetig wachsende Steuerlast und weiteres (unter anderem Rassenlehre und dämonisiertes Judentum damals, unter anderem Klimaschwindel, „Alternativlosigkeit“ und „Schicksalsgemeinschaft“ heute).

- Damals direkt: „Führer befiehl, wir folgen!“ Heute indirekt: „Buntheit befiehl, wir folgen!“

- In diesem Zusammenhang gibt es damals wie heute Führer- und Durchhaltebefehle sowie die Lage mittels staatseigener Medien im Land schönredende Dauerpropaganda, um das denkfaule Stimmvieh auf Linie oder zumindest ruhig zu halten.

- Heute wie damals werden kritisch-rationale und/oder der politisch auf Gedeih und Verderb durchgepeitschten Agenda widersprechende Köpfe sukzessive dämonisiert, zensiert, benachteiligt, ausgeschlossen und/oder verfolgt. Kurz: Vernunft wird der Ideologie geopfert.

- Abschaffung einer breitgefächerten Diskussionskultur, stattdessen Diskreditierung Andersdenkender sowie ein von staatlichen Handlangern diktierter, politisch korrekter „Meinungsrahmen“, innerhalb dessen auf allen Seiten erbittert mehr desselben verlangt und verteidigt werden „darf“ und letztlich wird.

- Realitätsverlust: „Endsieg“ damals, „Wir schaffen das!“ und anderes heute.

- Damals wie heute: Hemmungslose „Staats“-Verschuldung beziehungsweise Misswirtschaft ohne Konsequenzen für deren Verursacher.

- Staatlich zunehmend massiver betriebenes sowie gefördertes Spitzel- und Denunziantentum damals wie heute.

- Diaspora, resultierend aus Weitsicht.

- Und so weiter.

Fazit: Deutschland ist wohl das einzige Land, das nach einer braunen und roten Sozialismus-Variante auch noch eine „bunte“ ausprobiert. Und das alles in nicht einmal 100 Jahren.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Freitum.


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