10. Januar 2017

Weltmeister im Zensurbestreben Deutsche Studentinnen

Über die Soziologie der Meinungsfreiheit

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Bildquelle: shutterstock Redet mit Frauen nicht über Politik: Mann von Geschmack

Das Washingtoner Pew Research Center veröffentlichte Ende 2015 eine empirische Studie zur Frage: Sollte die Regierung die Möglichkeit erhalten, beleidigende Äußerungen gegen Minderheiten zu unterbinden oder nicht?

In den USA stimmten 28 Prozent der Befragten zu. Über diesem Schnitt lagen: Personen zwischen 18 und 34 Jahren (40 Prozent), Frauen (33 Prozent), Anhänger der Demokraten (35 Prozent), „Nichtweiße“ (38 Prozent) und Studenten (31 Prozent). Das Rennen bei den Nationen indes machten unangefochten die Deutschen, die mit 70 Prozent Zustimmung zu wohlmeinenden staatlichen Zensurmaßnahmen alles abräumten (vor Italienern und Polen mit ebenfalls beachtlichen Zustimmungen oberhalb der 50 Prozent; der europäische Schnitt lag bei 49 Prozent, die Briten mit 38 Prozent kamen den Amerikanern am nächsten).

Gegen die unbeschränkte Meinungsfreiheit – es gibt keine andere – wurde also überdurchschnittlich häufig in genau jenen Personenkreisen votiert, bei denen man es ohnehin ahnte. Hier gilt die Regel: Je mehr von den genannten Zugehörigkeiten ein Gegenüber erfüllt, desto sinnloser wird ein politisches oder gesellschaftspolitisches Gespräch mit ihm beziehungsweise ihr. Was letztere angeht, ist das weniger bedauerlich, weil ein Mann von Geschmack mit einer Frau ohnehin nicht über dergleichen Dinge parliert beziehungsweise, wenn sie durchaus darauf besteht, einen plausiblen Vorwand findet, sich bedauerlicherweise absentieren zu müssen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „Acta diurna“.


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