10. Februar 2017

Studie zu Migration und Volkswirtschaft Mehr Wohlstand durch Asylsuchende?

„Wissenschaft“ mit politischem Auftrag

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Bildquelle: shutterstock Asylanten: Nutzen höher als Kosten?

Aus Sicht der österreichischen Caritas und des Roten Kreuzes bedeuten die hier aufgenommenen Asylsuchenden einen wirtschaftlichen Gewinn für das Land. Eine bei „Joanneum Research“ in Auftrag gegebene „Studie“ soll beweisen, dass Asylanten nicht nur diesen beiden Organisationen, die sich (neben anderen NGOs) mit der Elendsbewirtschaftung ein überaus lukratives Geschäftsfeld eröffnet haben und aus diesem Grund jedes Interesse daran haben, den Elendsimport niemals enden zu lassen, sondern auch für die Alpenrepublik insgesamt Nutzen bringen.

Wer über Sinn für schrägen Humor verfügt, kann die „Studie“ herunterladen (siehe Link unten) und sich in all ihrer Pracht zu Gemüte führen. Dass darin, wie in der zeitgenössischen Volkswirtschaftslehre üblich, ausschließlich mit Aggregaten hantiert und mit einer Fülle willkürlicher Annahmen operiert wird, überrascht denjenigen nicht, der weiß, wie solche „wissenschaftlichen“ Arbeiten zustandekommen. Wer das vom Auftraggeber gewünschte Ergebnis peinlich genau im Blick behält, die zu verarbeitenden Daten einer kreativen Auswahl unterzieht und über einen ausreichenden Sinn für originelle Schlussfolgerungen verfügt, wird am Ende allemal mit dem richtigen Resultat belohnt.

Alsdann: Der sensationellen „Studie“ zufolge zahlen Asylberechtigte in die Sozialtöpfe mehr ein, als sie aus diesen an Wohltaten herausbekommen. Man reibt sich verwundert die Augen. Denn angesichts der Beobachtungen, die jedermann machen kann, der mit offenen Augen durch die Städte wandert und beobachtet, auf welche Weise die in den letzten Jahren eingeschleppten Asylsuchenden das Land verändern, erscheint das recht befremdlich. Das Herumlungern in Parks und auf U-Bahnsteigen füllt tatsächlich die Sozialtöpfe? Sei‘s drum – vergessen Sie Ihren gesunden Hausverstand und lassen Sie sich von Franz Prettenthaler, dem genialen Autor besagter „Studie“, eines besseren belehren: Österreich darf sich über jeden Asylberechtigten herzlich freuen, denn er bringt nicht nur kulturellen (das sowieso), sondern auch wirtschaftlichen Gewinn. Ganz ehrlich!

Leider handelt es sich bei dem Papier im Grunde um nichts weiter als um eine Neuauflage der vom liberalen französischen Ökonomen und begnadeten Pamphletisten Frédéric Bastiat (1801-1850) kurz vor seinem Tode beschriebenen „Broken windows fallacy“. Darin geht es um die auf den ersten Blick ausschließlich positiven Effekte, die der Ersatz einer zerbrochenen Fensterscheibe auslöst. Alle verdienen daran – nicht nur der Glasermeister, sondern auch alle anderen, die mit Glaserzeugung, Transportaufgaben und mit der notwendigen Handarbeit befasst sind.

Letztendlich wird durch den Ersatz der Scheibe aber nur ein Zustand wiederhergestellt, der bereits bestanden hat. Es gibt eben – per saldo – keinen Wertezuwachs. Aller Aufwand hätte andernfalls der zusätzlichen Wertschöpfung dienen können. Man sieht zwar den Vorteil des Glasers, seiner Lieferanten und Mitarbeiter, nicht aber die dem Auftraggeber entgangenen Möglichkeiten, sein Geld anderweitig zu investieren.

Wenn in der vorliegenden „Studie“ also erhöhte Steuereinnahmen, die im Gefolge des für die Erhaltung der Asylsuchenden zu tätigenden Aufwands anfallen, allen Ernstes als etwas Positives vermerkt werden, wird dabei übersehen, dass diese Steuergelder nicht vom Himmel fallen. Jemand muss sie ja abführen. Damit aber verringern sich die Möglichkeiten der Tributpflichtigen, ihr Geld für etwas Sinnvolles einzusetzen. Milliardenbeträge, die dazu nötig sein werden, Asylsuchenden (die in der „Studie“ ebenso offensichtlich wie unzulässig als dauerhaft hier Verweilende angesehen werden) Grundkenntnisse und berufliche Fertigkeiten zu vermitteln, die in unserer westlichen Zivilisation unverzichtbar sind, um nicht dauerhaft von Almosen abhängig zu sein, könnten für eine Fülle anderer Projekte eingesetzt werden. In jedem Fall würde der dadurch gestiftete Nutzen deutlich größer ausfallen.

Indes sind derlei Überlegungen für jene Wissenschaftler von keinerlei Relevanz, die sich ausschließlich der dankbaren Übung des Geldausgebens widmen, nicht aber der etwas mühseligeren Aufgabe des Geldverdienens. Wer die Party bezahlen soll, ist ihnen gleichgültig.

Hätten die in der „Studie“ angeführten Berechnungen und Hypothesen Hand und Fuß, dann läge der Schlüssel zur explosionsartigen Steigerung des Wohlstands in Europa im Import jener von Experten auf rund 500 Millionen geschätzten Zahl von Afrikanern, die sich derzeit mit dem Gedanken an eine Auswanderung tragen. Wenn schon das, was uns ein, zwei Millionen Asylanten bringen, „wertvoller als Gold“ ist (© Martin Schulz) – wie reich werden uns dann 500 Millionen machen? Wer derart offensichtlichen Unfug glaubt, sollte dringend seine Medikation überprüfen.

In der „Studie“ wimmelt es nur so von ebenso optimistischen wie unrealistischen Annahmen hinsichtlich des möglichen Einsatzes der Zuwanderer. Und sie lässt die durch deren Religion, Kultur und Mentalität bedingten – mutmaßlich durchweg negativen – Aspekte völlig unberücksichtigt. Nur wer auch noch im Bau zusätzlicher Gefängnisse einen volkswirtschaftlichen Nutzen zu erkennen imstande ist, vermag im Zustrom unqualifizierter Horden, die fremden, nicht selten feindseligen und gewaltaffinen Kulturen entstammen, einen Gewinn für die einheimische Bevölkerung zu sehen.

Einen großen Teil der Asylsuchenden in den heimischen Arbeitsmarkt integrieren zu können, die – entgegen der Darstellung hauptamtlicher Bessermenschen – mehrheitlich über keinerlei nachgefragte und damit verwertbare Qualifikationen verfügen, ist eine Illusion. Der Großteil davon wird zeitlebens von Transferzahlungen – und damit aus der Tasche der produktiv Tätigen (also eher nicht aus der des Studienautors) leben. Damit ist der behauptete volkswirtschaftliche „Mehrwert“ durch die Beschäftigung von Asylsuchenden allerdings reine Chimäre.

Es ist ohne Zweifel ein gutes Werk, sich tatsächlich Schutzbedürftiger – und zwar auf eigene Kosten – anzunehmen Es ist aber keine gute Tat, dies mit dem Geld fremder Leute zu tun, die zudem nicht einmal gefragt werden, ob sie das auch wollen. Und es ist gänzlich abwegig, zu behaupten, der gewaltige Aufwand für die Versorgung Asylsuchender (im Land der Hämmer immerhin rund zwei Milliarden Euro im Jahr, in Deutschland das Zehnfache) würde am Ende auch noch wirtschaftliche Früchte tragen. Wären diese Menschen so qualifiziert und integrationswillig, wie man sich seitens der Systemprofiteure seit Jahren bemüht uns weiszumachen, bedürfte es nämlich überhaupt keiner Vorleistung der aufnehmenden Gesellschaft. Das Beispiel der klassischen Einwanderungsländer (USA, Kanada, Australien und Neuseeland), in denen für Migranten bis heute keine Extrawürste gebraten werden, spricht Bände. Jeder ist dort willkommen, der für die aufnehmende Gesellschaft von Nutzen ist und sich an dort geltende Gesetze hält. Davon kann hierzulande allerdings keine Rede sein – eher ist das genaue Gegenteil der Fall.

Fazit: Ein weiteres Beispiel dafür, was „wissenschaftliche“ Studien wert sind, wenn ihnen ein politischer Auftrag zugrundeliegt. Konsequenz: Jedermann ist gut beraten, nur noch jene Fake News für bare Münze zu nehmen, die er selbst in Umlauf bringt.

Studie „Ökonomische Effekte von Asylberechtigten in Österreich“


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