08. Juli 2017

Migration und Schutz der Außengrenzen 100 Millionen Afrikaner auf dem Weg nach Europa

Die Mittel sind vorhanden

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Bildquelle: shutterstock Revolutionierte die Kriegsführung: Maxim-Maschinengewehr

„Whatever happens, we have got/The Maxim gun, and they have not.“ („Was immer auch passiert – wir haben das Maxim-Maschinengewehr, die anderen nicht.“) Diesen launig-zeitgeistigen Vers verdanken wir Hilaire Belloc, einem britischen Poeten, der in erster Linie durch seine Kinderbücher Bekanntheit erlangte. Der Spruch illustriert das militärische Selbstverständnis einer Nation, die zu ihrer Zeit noch einen guten Teil der Welt – insbesondere die Meere („Rule Britannia!“) beherrschte. Nach den napoleonischen Kriegen standen die Soldaten der stolzen Weltmacht Albion bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs immerhin so gut wie ausschließlich barfüßigen Wilden gegenüber, denen man dank überlegener Waffentechnik rasch beibringen konnte, mit wem sie sich besser nicht anlegen sollten (eine Ausnahme bildeten lediglich die südafrikanischen Buren, die den Briten militärtechnisch aber ebenfalls hoffnungslos unterlegen waren).

Hiram Maxims Erfindung, die erste automatisch nachladende, als „Maschinengewehr“ bekanntgewordene Schusswaffe, hat die Kriegsführung in einer Weise revolutioniert, wie nur wenige andere Entwicklungen zuvor und danach. Das Maschinengewehr relativiert die Bedeutung schierer Menschenmassen. Der taktisch kluge Einsatz eines Maschinengewehrs vermag Kräfte in Bataillonsstärke – und mehr – zu neutralisieren, wie das Beispiel des „Widerstandsnests 62“ aus dem Zweiten Weltkrieg eindrücklich belegt. Die Schätzungen über die Zahl der mit Hilfe dieses einen Maschinengewehrs getöteten Gegner gehen auseinander. Vermutlich belief sich ihre Zahl auf zwischen 2.000 und 3.000 Mann. Nur die Entwicklung einer strategischen Bomberwaffe, später ergänzt durch nukleare Sprengköpfe in Verbindung mit weitreichenden unbemannten Trägersystemen, erweiterte die militärische Kapazität entschlossener Kommandeure bis jenseits der Grenze der globalen Apokalypse.

Wie der große altösterreichische Ökonom Ludwig von Mises hellsichtig feststellte, ist der Staatsapparat „ein Zwangs- und Unterdrückungsapparat. Das Wesen der Staatstätigkeit ist, Menschen durch Gewaltanwendung oder Gewaltandrohung zu zwingen, sich anders zu verhalten, als sie sich aus freiem Antriebe verhalten würden.“ Entweder der Staat nötigt rechtschaffene Bürger zu für sie nachteiligen Handlungen, oder er animiert Nichtsnutze und Gangster dazu, sich am Eigentum der rechtmäßigen Besitzer zu vergreifen. Das war und ist das Wesen des Staates – zumindest das des demokratisch verfassten. Daran hat sich bis heute, auch und besonders auf der Ebene des europäischen Imperiums, nichts geändert. Die Fiktion eines „Rechtsstaats“ geht allein schon deshalb in Rauch auf, weil der Staat sich das „Recht“ einräumt, jedes Verbrechen – vom Raub bis zum Massenmord – zu begehen, für das er jeden seiner Unterworfenen auf der Stelle aufs Schafott bringt oder ins Verlies sperrt. Macht hat mit Recht also nichts zu tun. Die beiden Phänomene schließen einander vielmehr aus. Die Geschichte bietet für diese These eine geradezu erdrückende Fülle an Beweisen.

Wenn eine moralisch völlig verwahrloste Politnomenklatura Hand in Hand mit einer korrupten Jurisprudenz, dieser Tage also von der „rechtlichen Unmöglichkeit“ schwadroniert, illegal aus Afrika oder dem Orient einreisende Touristen an den Außengrenzen der EU zu stoppen – ja sogar davon, diese Kreaturen selbst dann auf Kosten der Steuerzahler lebenslang durchfüttern zu müssen, wenn es sich dabei erwiesenermaßen um Kapitalverbrecher handelt –, spricht das allen historischen Erfahrungen Hohn. Die politische Macht versetzt allemal Rechtsgebirge. Allerdings nur, wenn es der politischen Elite opportun ist.

Das zeigt sich allein anhand der jüngsten Geschichte, die ja von serienweisen Rechtsbrüchen der EU-Granden wimmelt, etwa im Zusammenhang mit dem Vertrag von Maastricht, der Griechenlandkrise, der Euro-Rettung und der Staatsfinanzierung durch die EZB (die Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit).

„Wer Andersfarbige oder Andersgläubige nicht aufnehmen will, kommt aus einer Vorstellungswelt, die ich nicht für kompatibel halte mit dem Ur-Auftrag der EU.“ So Jean-Claude Juncker in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“. Dass ausgerechnet ein Mann, der das Recht, zu lügen, ganz offen für sich reklamiert, nun einen „Urauftrag“ der EU in der Aufnahme von Millionen von Typen sehen will, die der westlichen Zivilisation ablehnend bis feindlich gegenüberstehen und die die ihnen erwiesene Gastfreundschaft nicht selten mit Mord und Totschlag vergelten, ist mit dem Wort „Chuzpe“ nicht ausreichend zu charakterisieren. Es handelt sich um eine von der Wahrheit meilenweit entfernte ungeheuerliche Einlassung von „Mr. EU“.

Die Fakten: Der Schutz der Außengrenzen gehört zu den Säulen der Europäischen Union. Diesen Schutz gab und gibt es faktisch nicht. Vielmehr betätigt sich die italienische Marine als Hilfsorganisation internationaler Schlepperbanden, die an der illegalen Einwanderung Millionen verdienen – zum Schaden der Unionsbürger. Durch eine Reihe von autodestruktiven Beschlüssen haben Kommission und EU-Parlament es geschafft, den wirksamen Kampf gegen die unkontrollierte Einwanderung und auf gesetzeskonforme Weise erfolgende Abschiebungen unerwünschter Personen faktisch unmöglich zu machen. Letzteres gilt ungeachtet der Zahl der illegal einreisenden Personen. Sollte Europa es demnächst mit der von Experten geschätzten Zahl von 100 Millionen anbrandenden Afrikanern zu tun bekommen, gehören diese – auf dem Boden der geltenden Gesetzesnormen – auf ewig uns. Wer meint, dass Europa unter derartigen Umständen nicht in Bürgerkrieg und Chaos versinken würde, sollte auf stärker wirkende Medikamente umsteigen.

Fassen wir zusammen: Die Mittel, fadenscheinige Schlauchboote oder marode Holzkähne am Erreichen europäischer Gestade zu hindern, sind in ausreichender Zahl vorhanden. Der von Umberto Bossi (Lega Nord) anno 2010 geäußerte Wunsch, er wolle „Kanonen donnern hören“, ist – angesichts seither dramatisch verschärfter Umstände – nicht ganz unverständlich. Soweit braucht es aber gar nicht zu kommen. Ein Einsatz von Küstenwacht- und Marinestreitkräften, der im Sinne des in Maastricht vereinbarten Schutzes der Außengrenzen erfolgt, könnte sicherstellen, dass kein einziger Afrikaner auf illegale Weise europäischen Boden erreicht – indem man die Boote aufbringt, nach Afrika zurückschleppt und anschließend zerstört. Sensible Naturen und Teddywerfer können sich derart harte Militärmaßnahmen damit schmackhaft machen, dass auf diese Weise ja immerhin zahlreiche Menschenleben gerettet werden, die ansonsten auf der gefährlichen Überfahrt verlorengehen könnten. Man weiß ja: „Auf einem Seemannsgrab, da blühen keine Rosen.“

Die politischen Eliten mögen uns jedenfalls mit verlogenem Geschwafel verschonen, sie besäßen gar keine gesetzeskonformen Handhaben gegen die illegale Einwanderung oder zur Abschiebung von Kriminellen. Gesetze haben diese Herrschaften an anderer Stelle (siehe weiter oben) nämlich noch nie interessiert. Warum also ausgerechnet jetzt? Und noch eins: „Maxim guns“ (oder deren heutig Nachfolgemuster) sind nun einmal nicht nur dazu da, um regelmäßig geputzt zu werden. Man kann sie glatt auch einmal für den Grenzschutz aktivieren.


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