13. Dezember 2017

Vorschlag von Christian de Moliner zur Teilung Frankreichs Mehr Islam oder mehr Staat

Das Scheitern der „Integration“

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Bildquelle: shutterstock In Frankreich allgegenwärtig: Islam

Der französische Wissenschaftler und Essayist Christian de Moliner hat im Magazin causeur.fr (Online- und Printausgabe) einen vielbeachteten Artikel publiziert.

Er schreibt darin, die Situation in Frankreich sei so verzweifelt, dass, um einen Bürgerkrieg zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen zu verhindern, das Land geteilt werden sollte. So, wie die Engländer es nie geschafft hätten, die irischen Katholiken zu zähmen, würde es auch Frankreich nie schaffen, den radikalen Islamismus auszurotten. Weiter schreibt er: „Jeder erkennt, dass sich in Frankreich ein zweites Volk gebildet hat, ein Zweig, der sein Leben ausschließlich auf religiöse Werte abstellen will und sich dem liberalen Konsens, auf dem unser Land begründet ist, grundsätzlich widersetzt.“ Eine Nation, so de Moliner, beruhe stets auf einem fundamentalen Pakt, einem Minimum an Gesetzen, die von allen gebilligt würden. Dies sei in Frankreich nicht mehr der Fall.

„Wir können die Zahnpasta nicht in die Tube zurückdrücken und die 30 Prozent der Muslime, die die Einführung der Scharia fordern, von den Vorzügen unserer Demokratie überzeugen und dazu bringen, zu unserem Säkularismus zu konvertieren“, erklärte der Autor. Die Teilung sei längst Tatsache, bloß dass man sie nicht beim Namen nenne. Bereits heute, wo der Krieg zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen noch kein offener sei, seien die Gläubigen des Propheten in Gebieten gruppiert, wo die Scharia oder zumindest Teile davon längst gültig seien (Zwangsverschleierung, Judenhass, Ehe und Eheleben, die nach koranischen Prinzipien geregelt sind).

Der französische Autor warnt davor, den Beschwichtigungen jener zu erliegen, die sich für die rechtliche Anerkennung der Scharia in französischen Gesetzen und Gerichten einsetzen. Aus Angst, als islamophob zu gelten und/oder die muslimische Wählerschaft zu vergraulen, seien Politiker heute bereit, die Verbreitung radikaler Praktiken zu akzeptieren. Schleier in Schulen und im Beruf, Verpflichtung zu Halal-Fleisch in allen Mensen, und so weiter.

De Moliner argumentiert, dass, wenn Frankreichs Politiker weiterhin auf diese Weise versuchten, die muslimische Minderheit zu besänftigen, es nicht mehr lange dauere, und es gäbe schon bald Gebiete mit lokalen Gesetzen, die allen dort ansässigen Menschen beispielsweise verböten, während des Ramadans zu essen, wo Blasphemie als Anstiftung zum Rassenhass bestraft würde und wo das Christentum im Geheimen praktiziert werden müsse.

De Moliner sieht nur eine Lösung im Umgang mit dieser kulturellen Kluft: „Ein Territorium, eine Regierung, aber zwei Völker: die Franzosen mit den üblichen Gesetzen und die Muslime mit den islamischen Gesetzen für alle, die sich ihnen freiwillig unterwerfen wollen.“

Das totale, umfassende und durchschlagende Scheitern all dessen, was in den vergangenen Jahren an Propaganda, Aktionismus und via Milliarden von Steuergeldern als „Integration“ gefordert und gefördert wurde, könnte deutlicher nicht beschrieben werden.

Die Idee von de Moliner mag gut gemeint sein. Aber vor dem Hintergrund einer Staatsquote von rund 56 Prozent, einer Staatsverschuldung von 97 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, einer dank Zentralbanken-Politik zombifizierten beziehungsweise verstaatlichten Wirtschaft im hochgejubelten künstlichen Scheinboom und einer Bevölkerung, die, wie andernorts auch, zum größten Teil in irgendeiner Form zu den Netto-Leistungsbeziehern zählt, wird auch dieses Gedankenspiel zur Utopie. Zur Komponente des religiösen Fanatismus gesellt sich früher oder später der Kampf um die Verteilung der Schulden (Wohlstand ist längst nicht mehr da) der nächsten Generationen.

Aber vor allem offenbart der Artikel das folgende: Die Wahl, die de Moliners Szenario in Wahrheit lässt, ist eine zwischen mehr Islam oder mehr Staat. In beiden Fällen bedeutet dies nur eines: mehr Gewalt. Im Grunde ist es ein Aufruf: Mehr Totalitarismus wagen. Jetzt. Um die „Demokratie“ zu retten.

Da stehen wir. Es sieht nicht nach einem Ritt in den Sonnenuntergang aus.

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog des Autors.


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