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![]() Jg. 1973, Amerikanist aus Berlin, Medienredakteur bei der "Jungen Freiheit". ef-Sucheef-EinkaufspartnerWenn Sie ef-online unterstützen möchten, starten Sie bitte Ihre Amazon-Einkäufe mit Klick auf diesen Button: ef auf FacebookBesuchen Sie uns auch auf Facebook: |
Gewalt gegen Liberalevon Ronald Gläser Thomas Straubhaar ist das jüngste Opfer einer Serie von Gewalt Unter den 6,3 Millionen erfassten Straftaten im Jahr 2005 gab es 277.508 Fälle von Sachbeschädigung an Kraftfahrzeugen. Es geschieht also alle zwei Minuten, dass der Lack zerkratzt, ein Reifen aufgeschlitzt oder ein Spiegel abgebrochen wird. Seit dem 28. April 2006 hat auch Professor Thomas Straubhaar eine sehr konkrete Vorstellung davon, wie es ist, wenn das eigene Auto abgefackelt wird. Der Chef des Hamburger Instituts für Weltwirtschaft (HWWI) hatte seinen Mitsubishi-Kombi in seiner Garage geparkt und lag längst im Bett. Um drei Uhr morgens rollten die „fighting 4 revolution crews“ sein Fahrzeug aus dem Carport und steckten es in Brand. „Der wird keine Ein-Euro-Jobs mehr feiern“, feixten sie und machten sich davon. Bis heute gibt es keine Spur von ihnen. Über Jahre hinweg richtete sich die Gewalt von Linksextremisten überwiegend gegen den vermeintlichen Gegner von Rechtsaußen. Jetzt hat die extreme Linke den wirklichen Feind wiederentdeckt: den „neoliberalen Mainstream“. Angesichts der Erfolglosigkeit realer Neonazis, einer staatlichen Anti-Rechts-Industrie und öffentlicher Anti-Rassismus-Projekte im ganzen Land stimmte das Feindbild der Autonomen Szene einfach nicht mehr. Amtlich zertifiziert „mutig“ und „anständig“ sollten sie plötzlich gemeinsam mit Merkel und Stoiber marschieren. Was lag da näher, als den alten Hauptkontrahenten, das Kapital, wiederzuentdecken und mal wieder anzugreifen? Ponto, Schleyer, Buback – mit diesen Opfern hatten sich die Gesinnungsgenossen der Roten Armee Fraktion mal bekanntgemacht. An solch große Namen traut sich der gewaltbereite Arm der Hamburger Hafenstraße oder von Berlin-Kreuzberg heute (noch?) nicht heran. Also begnügt man sich mit Wissenschaftlern oder ihren Instituten, mit Leuten ohne Staatskarosse und ohne Personenschützer also, die eigentlich selbst dem zornigsten Che-Guevara-Fan als harmlose Gestalten aus der zweiten und dritten Reihe vorkommen müssten. Deshalb muss zu Propagandazwecken einem wie Straubhaar auch erst einmal die Gefährlichkeit zu- und die Kompetenz abgesprochen werden: „Straubhaar ist einer der schlimmsten Apologeten des Neoliberalismus, versteckt unter dem wissenschaftlichen Mäntelchen“, heißt es auf einer linksradikalen Webseite. Und weiter wird vom Autor gedroht: „Ich frage mich, wie weit es diese neoliberale und menschenverachtende Clique noch treiben kann, bis es zu Übergriffen kommt, die weit über den auf Straubhaar verübten Anschlag hinausgehen.“ Andere Forumsteilnehmer auf linksradikalen Seiten bekennen sich noch offener zur Gewalt. „Besser etwas machen als gar nichts“, „über die Notwendigkeit von Aktionen kann man nicht streiten“ und „tolle Aktion, mehr davon“, lauten die Einträge. Ein anderes Ziel von Anschlägen war in Berlin das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Diese „Schulungsschmiede des Kapitals“, „dieses Sprachrohr des Arbeitgeberverbandes“ (Auszüge aus Brandbriefen) hatte 2004 und 2005 unangemeldeten Besuch aus Kreuzberg. Solche Übergriffe fallen in den Bereich der politisch motivierten Gewaltkriminalität. Mehr als die Hälfte aller Gewalttaten dieser Kategorie wurde 2005 von Linken verübt. Und das bei einem rasanten Wachstum (plus 57,2 Prozent in nur einem Jahr). Solche Straftaten wurzeln in einer Atmosphäre der Gewalt, die in deutschen Jobcentern – formerly known as Arbeitsamt – schon lange herrscht. Angestellte werden da schon mal bespuckt, Türen aus den Angeln gehoben, Scheiben „entglast“. 2004 gab es die erste Bombenattrappe – im Arbeitsamt Berlin-Neukölln. Neulich wurde in Berlin-Charlottenburg eine richtige Brandbombe gefunden. Und kurz darauf wurden die Scheiben der Arbeitsagentur Hamburg-Elmbüttel eingeschmissen. Während linke Gewalt sich nun mehr und mehr gegen Liberale und Marktwirtschaftler richtet, rasant ansteigt und von der Presse weitgehend verschwiegen wird, konzentrieren sich Politik und Mainstreammedien weiterhin auf den Windmühlenkampf „gegen rechts“. Würden die Zeitungen über die feige antikapitalistische Gewalt berichten, so würde das „globalisierungskritische“ Umfeld von Attac vermutlich schnell an Sympathie verlieren. An der Universität, der einstigen Hochburg radikaler Linker, war die Reaktion jedenfalls eindeutig: Straubhaars Studenten am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Uni Hamburg applaudierten ihrem Professor minutenlang und versicherten ihn so ihrer Solidarität. Einer meinte hinterher: „Es ist wirklich Klasse, wenn es auch an einer sonst so sterilen Massen-Uni wie hier in Hamburg solche menschlichen und herzlichen Momente gibt.“ 16. Juni 2006 Unterstützen Sie ef-onlineHat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien. Testen Sie eigentümlich freiProminente Autoren und kantige Kolumnisten wie Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Jörg Guido Hülsmann, Michael Klonovsky oder Frank Schäffler schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht. 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