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Neuer Staat in Europa: Viva Montenegro!von Torben Niehr Lasst tausend Monacos blühen! Immer mehr Steuern und Gesetze rauben den Bürgern Eigentum und Freiheit. In der Geschichte Europas gab es ein wirksames Mittel gegen diese böse Entwicklung: Staatenvielfalt – und damit Ausweichmöglichkeiten. Je kleiner die staatlichen Einheiten, desto größer die Chance des Einzelnen, den Räubern in politischer Maskierung zu entkommen. Wenn die sächsische Politik zu totalitär wurde, ging man eben nach Bayern oder Nassau. Eine „exit option“, der das Wohlstandsplus eines Kontinents zu verdanken ist. Insofern ist Europas jüngster Staat Montenegro nur zu begrüßen. Schon der bisherige Zerfall der UdSSR, der CSSR und Jugoslawiens mit dem (Wieder-) Erscheinen der dynamischen Tigerstaaten Estland, Slowakei oder Slowenien schuf ungeahnte Freiheiten und neue Wohlstandsschübe. Montenegro hat dazu eine monarchische Tradition, die den Zwergstaat vor zuviel demokratischer Mitbestimmung und Umverteilung bewahren könnte. Dem korrupten Herrscher des Landes, Milo Dukanivic, sagt man nach, er würde steuerfreie Zigaretten nach Westeuropa schmuggeln. Dafür sollten wir ihm dankbar sein! Die hiesige Politik ist besorgt über die „viel zu kleine Verwaltung“ des Landes – auch dies ist eine gute Nachricht. Und für die Zukunft gibt es sogar Pläne, an der Adria ein zweites Spielerparadies Monaco zu errichten, wozu die Kontakte zur Halbwelt nur nützlich sein können. Montenegro mit seinen nur 600.000 Einwohnern könnte nun Vorbild für weitere Sezessionsbewegungen werden: Das benachbarte Kosovo steht bereits in den Startlöchern. Danach vielleicht Katalonien, das Baskenland, Padonien und Sardinien – und am Ende Bayern, ein freies Rheinland und Rügen als neues Hongkong. Denn das Neue am Beispiel Montenegro ist, dass sich hier kein Gebiet aus ethnischen oder religiösen Gründen abgespalten hat, die meisten Bürger verbinden nicht einmal ihre Nationalität mit dem Land. Eher war es Sentimentalität, Spielernaturell, Freiheitsliebe und das Wissen um „small is beautiful!“ Alles wäre also so gülden-rosig-rot, wie die Flagge des Landes, wenn nur nicht dasselbe Montenegro wie zuvor die bereits genannten Tigerstaaten seine Unabhängigkeit gleich wieder aufgeben möchte und in einem noch bedrohlicheren Großstaat aufzugehen wünschte, als es Jugoslawien oder Serbien je war – in die Europäische Union. 21. August 2006 Unterstützen Sie ef-onlineHat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien. Testen Sie eigentümlich freiProminente Autoren und kantige Kolumnisten wie Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Jörg Guido Hülsmann, Michael Klonovsky oder Frank Schäffler schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht. Diesen Artikel teilenAnzeigen |
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