17. November 2006

Nachruf Milton Friedman

Wir werden ihn vermissen

Dr. Friedman war Sohn jüdischer Einwanderer aus dem heutigen Gebiet der Ukraine. Er studierte an der Rutgers Universität sowie der Universität von Chicago, die im Zusammenhang mit seiner 30jährigen Lehrtätigkeit zum Synonym für seinen Namen wurde. Friedman promovierte sich 1946 an der Columbia Universität.

Gemeinsam mit Dr. Anna Schwartz veröffentlichte er A Monetary History of the United States, in der sie die amerikanische Wirtschaftskrise der 30er Jahre als Ergebnis verfehlter Politik der amerikanischen Zentralbank nachwiesen. Anlässlich seines 90. Geburtstages bemerkte der heutige Präsident der U.S. Notenbank, Ben Bernanke, unter Bezug auf die Ursachen der Wirtschaftskrise zu Milton Friedman: „You're right, we did it. We're very sorry."

Doch Dr. Friedman war nicht nur ein Verfechter der wirtschaftlichen Freiheit - er war Anwalt der Freiheit. Er war ein entschiedener Befürworter der Legalisierung von Drogen, mit dem Argument, dass Regulierungen die Probleme nur verschärfen, statt Menschen zu schützen. Als Berater des Präsidenten Richard Nixon setzte er sich für die Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht in den Vereinigten Staaten ein.

Bereits 1962 propagierte er das Konzept von Bildungsgutscheinen in seinem Buch Capitalism and Freedom und gründete die Milton and Rose Friedman Foundation zur Förderung dieser Idee. Milton Friedman war Präsident der American Economic Association sowie Gründungsmitglied und Präsident der Mont Pelerin Society, einer internationalen Vereinigung von Wissenschaftlern, die der freien Marktwirtschaft verpflichtet sind.

Im Jahre 1988 erhielt Milton Friedman die Medal of Freedom des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. Auch beschrieb er sich als Libertären mit den Worten: „Ich denke, der Begriff klassisch liberal trifft es gleichermaßen. Es ist mir egal wie man mich nennt. Es bedeutet mir viel mehr, wenn Menschen über Ideen, anstatt Personen nachdenken."

Dr. Friedman hinterlässt seine Frau Rose, mit der er 68 Jahre verheiratet war, seine Tochter Janet, seinen Sohn David, Enkel und Ur-Enkel. Er lässt eine Vielzahl von Menschen zurück, die ihn für seinen kompromißlosen Einsatz für die individuelle Freiheit bewundern und lieben. Milton Friedman war ein weithin leuchtendes Beispiel für die Freiheit. Er wird uns sehr fehlen.

Web: Institut für Unternehmerische Freiheit


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