18. Dezember 2006

Richtungsdebatte Für einen linken Libertarismus

Plädoyer für eine Rückbesinnung auf historische Wurzeln

Es ist nur natürlich, dass Begriffe in und von der Zeit verwässert werden, dass einige von ihnen ihre Bedeutung komplett verlieren und mit anderen plötzlich das Gegenteil gemeint ist. Manchmal wird ein solcher Wandel bewusst gefördert und manchmal geschieht er scheinbar automatisch. Freiheitlich orientierte Leute sind sich dieses Neusprech-Phänomens besonders bewusst. Fühlen sich doch zum Beispiel viele gezwungen, den Begriff „liberal“ endgültig etatistischen Opportunisten zur überlassen, um sich fortan als „libertär“ zu bezeichnen.

Neben „liberal“ und „libertär“ machte in den letzten hundertfünfzig Jahren auch die Bedeutung von „links“ einen Wandel durch. Galten im 19. Jahrhundert noch viele unterschiedliche Ideen als links, so wurde die Bezeichnung zunehmend von jenen Kollektivisten monopolisiert, die bereit waren, blind jedes Häppchen Freiheit gegen jegliches wirre Versprechen von sozialer Gleichheit einzutauschen. Unter anderem – aber nicht ausschließlich – wegen dieser Zweideutigkeit des Begriffs „links“ war und ist es sehr schwierig, den Libertarismus mit seiner kompromisslosen Forderung nach Freiheit in das bekannte eindimensionale Politikschema einzuordnen.

Von links…

Alle politischen Philosophien des 19. Jahrhunderts, die heute als libertär bezeichnet werden, waren damals klar links. Da waren zum Beispiel die Philosophen und Ökonomen des klassischen Liberalismus, die dem damaligen Konservatismus diagonal gegenübergestellt waren. Dieser Sachverhalt schlug sich auch in den Sitzverteilungen in den Parlamenten nieder, wo die Liberalen links und die Konservativen rechts saßen. So saß zum Beispiel auch der liberale Ökonom Frédéric Bastian in der Französischen Nationalversammlung direkt neben dem Anarchosozialisten Pierre Joseph Proudhon.

Das berühmteste Zitat des Letzteren ist wohl „Eigentum ist Diebstahl!“ Obwohl – oder vielleicht gerade weil – Proudhon sehr wohl als einer der genialsten Sozialisten bezeichnet werden kann, schrieb dieser damals im selben Buch auch, dass Eigentum Freiheit sei. Und der Freiheit gegenüber war Proudhon keineswegs abgeneigt, ermahnte er uns doch, dass „Freiheit nicht die Tochter, sondern die Mutter der Ordnung“ ist.

Dieses Zitat schmückte dann auch die Titelseiten von „Liberty“, der Zeitschrift des amerikanischen Individualanarchisten Benjamin Tucker, die zwischen 1881 und 1908 erschien. Der individualistische Anarchismus, als dessen Urväter Proudhon sowie der Engländer William Godwin und der Deutsche Max Stirner gelten, stellte neben dem mit ihm eng verwandten klassischen Liberalismus die zweite großartige libertäre Philosophie des 19. Jahrhunderts dar.

Im Gegensatz zum klassischen Liberalismus ist der individualistische Anarchismus, zumindest so wie er von den Autoren im Umfeld von „Liberty“ vertreten wurde, eine explizit sozialistische Philosophie. So bildete zum Beispiel die Arbeitswerttheorie eines seiner Elemente, allerdings in der Ausführung vom Britischen Vordenker der klassischen Nationalökonomie David Ricardo – und nicht von Karl Marx. Auch im Gegensatz zu Marx galt für Tucker folgendes Credo: „Gleichheit, wenn wir sie kriegen können, aber Freiheit um jeden Preis!“

Tucker argumentierte aber, wenn durch die Abschaffung des Staats das Geldmonopol, das Landmonopol, Zolltarife und Patente wegfallen würde, dann wären die größten Hindernisse für das wirtschaftliche Wachstum der ärmeren Bevölkerung aus dem Weg geschafft, und die Arbeiter würden dann tendenziell das volle Produkt ihrer Arbeit erhalten. Ferner sah Tuckers Mentor Lysander Spooner in der Abschaffung der Lohnarbeit eine der Möglichkeiten und eine Hauptaufgabe des individualistischen Anarchismus. So führte Tucker zum Beispiel auch Allianzen mit Gewerkschaften – dies freilich vor dem „National Labor Relations Act“ von 1935.

Nichtsdestotrotz war und ist dieser linke, sozialistische Anarchismus eine Variante des Marktanarchismus. In seinem Buch mit dem Titel „Voluntary Socialism“ schlägt zum Beispiel Francis D. Tandy, ein Schüler Tuckers, einen „freiwilligen Sozialismus“ vor, der in seiner Ausführung nur schwer von dem unterscheidbar ist, was der Belgier und klassisch-liberale Ökonom Gustave de Molinari 1849 in „De la production de la sécurité“ forderte, als er sagte, dass „die Produktion der Sicherheit im Interesse der Konsumenten dieses immateriellen Gutes dem Gesetz des freien Wettbewerbs unterworfen bleiben muss.“

Ein Punkt, in dem sich die amerikanischen Individualanarchisten von den europäischen Liberalen ihrer Zeit unterschieden, war ihre progressive Einstellung bei sozialen Themen. Viele von ihnen sahen den Staat als einen Teil eines ganzen Systems von unerwünschten politischen und vermeintlich unpolitischen Unterdrückungsmechanismen. Antirassismus war so auch ein Aspekt des individualistischen Anarchismus des vorletzten Jahrhunderts und so spielten auch einige der älteren Individualanarchisten eine bedeutende Rolle in der amerikanischen Anti-Sklaverei-Bewegung.

Daneben war auch der Feminismus oft eine Grundlage für Debatten in der Zeitschrift „Liberty“. Als Fazit eines Essay aus den frühen 1980ern mit dem Titel „Feminism in Liberty“ schrieb Sharon Presley, die Mitgründerin des libertären Buchvertriebs „Laissez Faire Books“: „Die Erkenntnis, dass der Staat der Feind der Frauen ist, ist das politische Vermächtnis der anarchistischen Feministen des 19. Jahrhunderts. Und die Hinterfragung der Autoritätsbeziehung in traditionellen Ehen ist ihr psychologisches Vermächtnis. ‚Liberty’ spielte eine bedeutsame Rolle in der Förderung dieses intellektuellen Erbes.“

…nach rechts…

Von den Individualanarchisten des vorletzten Jahrhunderts machen wir einen Sprung ins 20. Jahrhundert, in eine Zeit, in der die Arbeitswerttheorie als eigenständige deskriptive und normative Theorie längst vom österreichischen Ökonomen Eugen von Böhm-Bawerk widerlegt worden war. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts hatte der individualistische Anarchismus auch in den USA gegenüber den kollektivistischen Varianten des Anarchismus und dem Staatssozialismus stark an Bedeutung verloren und wir sehen uns bald mit einem neuen Begriff konfrontiert: dem Anarchokapitalismus. Seine wichtigste Figur ist ohne Zweifel der amerikanische Ökonom Murray Rothbard. Quasi aus Rothbards Wohnzimmer heraus erwuchs ab 1969 eine Libertäre Bewegung, die in den USA schon bald unzählige Anhänger fand – auch wenn bei ihrer Rekrutierung der Einfluss der Bücher von Ayn Rand und Robert Heinlein nicht unterschätzt werden darf.

Obwohl Rothbard vor dem Hintergrund des Vietnamkriegs zuweilen eng mit der zumeist marxistischen bis maoistischen Organisation „Students for a Democratic Society“ und der linken „Peace and Freedom Party“ zusammenarbeitete, und obwohl er sich oft und gerne auf seine sozialistischen Vorgänger Tucker und Spooner berief – letzterer stimmte mit Rothbard mit großer Wahrscheinlichkeit sogar in der libertären Gretchenfrage, der des Eigentums an Grund und Boden, überein –, sah er sich doch klar in der Tradition der isolationistischen „Old Right“. Anhänger der Libertarian Party werden so auch bis heute von der amerikanischen Öffentlichkeit lediglich als „pot-smoking Republicans“, als Hasch rauchende Republikaner belächelt.

Aus dem genuin linken Libertarismus des 19. Jahrhunderts scheint eine rechte Bewegung geworden zu sein. Dies hat stark mit dem Wandel der etablierten Linken hin zu einem immer offeneren Autoritarismus zu tun, der in seiner politischen Gefahr bald sogar den alten Konservatismus übertraf. Diese Entwicklung ist bedauernswert, gleichzeitig liegt sie jedoch auch außerhalb des Einflussbereichs des Libertarismus. Die Libertären haben es sich aber gleichzeitig teilweise selbst zuzuschreiben, dass die Konnotation des Libertarismus mit der Linken mit der Zeit immer schwächer wurde und ihre Philosophie, so wie sie heute präsentiert wird, für Linke auf den ersten Blick kaum attraktiv erscheint.

Als ein Resultat eines unausgewachsenen Anti-Etatismus jubeln heute zu viele Libertäre fast jeder „neoliberalen Privatisierung“ zu, bei der es oftmals um nichts anderes geht, als ein Staatsmonopol in ein schein-privates Monopol umzuwandeln. Viele Libertäre scheinen mit den staatssozialistischen Elementen das Hauptübel des westlichen Etatismus gefunden zu haben, während die destruktive Macht der staatskapitalistischen Elemente oftmals verschwiegen wird. Aber schon Rothbard konnte Rands verwirrter Charakterisierung des Big Business als „Amerikas verfolgte Minderheit“ nichts Positives abgewinnen.
Andere, die so genannten „Neolibertären“, die sich selbst stolz als pragmatisch bezeichnen, feuern jeden Welteroberer an, der unterdrückte Menschen anderer Länder auf einem blutroten und mit Tausenden von zivilen Opfern gepflasterten Weg „befreien“ will. Dies fast neunzig Jahre nachdem Randolph Bourne im Licht des Ersten Weltkriegs mahnte, dass der „Krieg die Gesundheit des Staates“ sei.

Schlussendlich zeichnen sich auch zu viele Libertäre durch einen expliziten sozialen Konservatismus aus. Von einigen wird behauptet, dass das Patriarchat, Immigrationsfeindlichkeit und Homophobie von einer libertären Gesellschaft als stabilisierende Stützen benötigt würden. Dass diese drei Elemente aber überhaupt nicht inhärent libertär sind, sondern dass sie oftmals als Stütze für den Etatismus dienen und dienten, wird dabei nicht beachtet.

Alle diese Eigenschaften sind in unterschiedlicher Ausprägung auch im deutschsprachigen Raum anzutreffen, wo momentan passend dazu die „libertär-konservative Debatte“ stattfindet.

…und wieder zurück?

Heute, fast vierzig Jahre nach der Geburt des modernen Libertarismus, finden wir eine neue Generation von Libertären, deren (fast ausschließlich amerikanische) Mitglieder sich fest in der Tradition von Tucker, Rothbard oder beiden sehen, und gleichzeitig als „left-libertarians“ bezeichnet werden wollen. Dazu gehören Roderick Long, Chris Sciabarra und Arthur Silber, die zusätzlich stark von Ayn Rand beeinflusst sind, sowie Charles Johnson, Sheldon Richman und Kevin Carson.

Carson, der wie Johnson Mitglied bei der anarchosyndikalistischen Organisation „Industrial Workers of the World“ ist, lieferte 2004 mit seinem Buch „Studies in Mutualist Political Economy“ einen wichtigen Beitrag zum Libertarismus aus linker Perspektive ab. In diesem Buch sagt er unter anderem, eine „Regierung ist in ihrer Essenz ein Mechanismus zu Externalisierung von Kosten. Durch die Externalisierung von Kosten erlaubt eine Regierung den Privilegierten auf Kosten der Nichtprivilegierten zu leben.“

Damit und mit seiner historischen Untersuchung, bei der er zum Ergebnis kommt, dass die moderne angelsächsische Welt noch nie etwas erlebt hat, was annähernd als „laissez faire“ bezeichnet werden könnte, liefert Carson die Grundlage für den wichtigsten Anknüpfungspunkt mit der Linken. Richman formulierte diesen Anknüpfungspunkt aus, als er in seinem Internet-Blog schrieb: „Linkslibertäre teilen die Besorgnis um die verwundbarsten Elemente der Gesellschaft mit der Linken und möchten nicht mit Rechten verwechselt werden. Aber sie sind der Linken einen Schritt voraus, indem sie die Ursache der Verwundbarkeit – Korporatismus – identifizieren und die Lösung anbieten: ein ungefesselter wettbewerbsfähiger Markt, frei von jeglicher Art von Privilegien.“ Auch Long schrieb 1996 in einem Essay mit dem Titel „Beyond the Boss“, dass der freie Markt die Lösung, nicht die Ursache, für die heutigen unfairen Beziehungen zwischen Konsumenten und Produzenten, Angestellten und Arbeitgebern, Schuldnern und Gläubigern sowie Mietern und Hauseigentümern ist. Er geht sogar noch weiter und sagt: „Machtstrukturen werden in der freien Gesellschaft horizontal anstatt vertikal sein; Kommunikation und Einfluss wird wechselseitig und nicht einseitig sein. Das Konzept vom Boss wird veraltet sein.“Zusätzlich zu dieser explizit antikorporatistischen Einstellung – Linke würden sie antikapitalistisch nennen – kommt bei vielen Linkslibertären noch die Forderung nach einer sozial progressiven Einstellung hinzu. Entgegen den Rechtslibertären wird gesagt, dass das Patriarchat, Fremdenfeindlichkeit, Homophobie und weitere traditionell konservative Ansichten einerseits zu großen Teilen Artefakte des Etatismus sind und andererseits bis heute eine Legitimierungsgrundlage für den Etatismus sind und als Stütze des Staates dienen. Zusätzlich scheint es nicht vorstellbar zu sein, wie aus einer intoleranten und patriarchalischen Gesellschaft einst eine libertäre werden könnte, die das Nichtaggressionsprinzip zur Grundlage haben sollte. Dieses beruht auf keiner geringeren Einsicht als jener Kants, dass der Mensch Sinn und Zweck seiner selbst ist und von Natur niemandem untergeordnet ist und für keinen anderen Menschen lebt. Das setzt voraus, dass man sein Gegenüber als einem ebenbürtig sieht. Genau diese Einsicht muss die Grundlage und das stabilisierende Element einer libertären Gesellschaft sein. Wenn zum Beispiel der Chauvinist aber meint, dass „seine“ Frau für ihn existiert, so wird es für diesen schwierig, ihr Recht auf Körper und Eigentum zu respektieren.

Auch in ihrem Kampf gegen den sozialen Konservatismus haben Linkslibertäre somit sehr viel mit der Linken gemeinsam. Und auch hier sind sie der Linken insofern einen Schritt voraus, weil sie nicht verlangen, dass solche gesellschaftlichen Probleme mit Antidiskriminierungsgesetzen und „positiver“ Diskriminierung „gelöst“ werden – unter anderem weil sie einsehen, dass solche Maßnahmen im besten Fall wenig wirksam und im schlimmsten Fall widersprüchlich und kontraproduktiv sind. Gleichzeitig heißt dies aber nicht, dass man als Libertärer nicht auch zum Beispiel eine konkrete feministische Agenda jenseits eines eher schwachen individualistischen Feminismus einer Wendy McElroy verfolgen kann. Dieser Sachverhalt wurde 2005 von Long und Johnson im Essay „Libertarian Feminism: Can This Marriage Be Saved?“ zusammengefasst, in dem sie zum Schluss kommen, dass der Libertarismus und der Feminismus zwei Traditionen seien, die „viel gemeinsam haben und einander viel anbieten können.“ Dasselbe gilt für viele ähnliche (ursprünglich) emanzipatorische Traditionen, die heute oftmals mit der Linken assoziiert werden.

Eine weitere Bewegung, die heute stark von der Linken dominiert wird, ist die Friedensbewegung. In konsequenter Anwendung ihrer Prinzipien lehnen aber auch viele Libertäre jede Form von Angriffskriegen grundsätzlich ab. Die Linkslibertären bilden hier keine Ausnahme. Genauso wie zum Beispiel die Paläolibertären Lew Rockwell und Justin Raimondo sucht deshalb auch Long die Kommunikation mit der Linken. In einem offenen Brief an die Friedensbewegung machte er 2003 deren Mitglieder darauf aufmerksam, dass eine konsequente Anwendung ihres internationalen Prinzips der Bevorzugung von friedlichem Diskurs statt Gewalt auf die nationale Politik im Libertarismus mündet. „Wenn ihr den Frieden liebt, dann arbeitet für die Anarchie“, lautete Longs abschließende Forderung. Im Diskurs mit interventionistischen Neolibertären kann das Argument natürlich genausogut umgekehrt werden: Wer Staatszwang im Innern ablehnt, kann mit diesem Prinzip nicht ohne schlechtes Gewissen an der eigenen Landesgrenze Halt machen.

Zusätzlich zum Historischen und Theoretischen kommt beim Linkslibertarismus noch ein strategisches Element mit möglichen Anknüpfungspunkten zur Linken hinzu. Als Alternative zum langweiligen und mühseligen Weg über die Politik schlug Samuel Edward Konkin III im Jahr 1980 mit seinem „New Libertarian Manifesto“ den Agorismus vor. Damit ist ein friedlicher, aber zugleich revolutionärer Libertarismus gemeint, der versucht, wirtschaftliche Aktivitäten in den für den Staat nahezu unsichtbaren schwarzen beziehungsweise grauen Markt zu verlegen, um dort eine Untergrundgesellschaft aufzubauen, die einst alle Marktaktivitäten übernehmen würde und dadurch den Staat mit einem freien Markt ersetzen würde. Wenn man von den Unterschieden in der Rhetorik absieht, dann klingt das doch ganz ähnlich wie die Vorschläge der revolutionären Linken, dass für den gesellschaftlichen Umschwung neue Strukturen innerhalb der Hülle des alten etatistischen Systems aufgebaut werden sollen, um diese Hülle dann schlussendlich zu sprengen.

Zurück in die Zukunft!

Trotz all dieser historischen, theoretischen und strategischen Gemeinsamkeiten des Libertarismus mit der Linken bleibt trotzdem noch die Frage, weshalb sich der Libertarismus überhaupt im Links-Rechts-Schema positionieren sollte.

Zur Beantwortung dieser Frage muss sich der Libertäre die Realität vor Augen führen. Dabei erkennt er, dass die Libertären auf der ganzen Welt, vor allem aber auch im deutschsprachigen Raum, nur in einer scheinbar hoffnungslosen Minderheit anzutreffen sind. Um irgendeine Anerkennung zu finden und Erfolge zu erzielen, müssen deshalb Allianzen gebildet werden.

Da sich die gefestigte Linke und Rechte in ihrer Liebe zum Staat gegenseitig stets aufs Neue übertreffen, steht den Libertären die Wahl grundsätzlich offen, für welche Seite sie sich entscheiden. Wir haben aber gesehen, dass viele Gründe darauf hinweisen, dass eine Allianz mit der Linken fruchtbarer wäre als eine mit der Rechten.

Wichtig ist jedoch, dass die Libertären nicht zum Juniorpartner der Linken verkommen. Jedes etatistische Vorhaben der Linken muss kritisiert und bekämpft werden – aus libertärer und damit linker Perspektive. Nur so kann erreicht werden, dass das Präfix „links“ im Linkslibertarismus einst überflüssig wird und die Leute, wie im Science-Fiction-Roman über die agoristische Revolution, „Alongside Night“ von J. Neil Schulman, mit „Mises statt Marx!“-Schildern auf die Straße gehen. Nur so kann der Libertarismus zu seinen Wurzeln zurückkehren, sich zu einem anerkannten intellektuellen Vorhaben entwickeln und wieder eine emanzipatorische und revolutionäre Bewegung werden.


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Autor

Matt Jenny

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