24. Dezember 2006

Zypern Freihandel ist immer gut

Frieden schaffen durch Abbau von Protektionismus

Die Türkei hat ein Kompromissangebot im Streit um den Zugang von zypriotischen Schiffen und Flugzeugen zu türkischen Häfen und Flughäfen gemacht, um die Beitrittsverhandlungen mit der EU nicht zu gefährden. Gleichzeitig fordert die Türkei aber, auch dem türkisch besetzten Norden den direkten Handel mit der EU zu ermöglichen. Das ist eine vernünftige Forderung, die die EU erfüllen sollte.

Genauso vernünftig wäre es natürlich von der Türkei, alle Häfen und Flughäfen für den Handel mit Zypern zu öffnen. Doch auf beiden Seiten ist von einer umfassenden Öffnung nicht die Rede. Beide Seiten zeigen, wie aus politischen Gründen, aus Machterwägungen, viele Menschen um Wohlstand gebracht werden. Das betrifft immer die Bürger beider Konfliktparteien. Auch wenn die Besetzung eines Teiles Zyperns durch die Türkei völkerrechtswidrig ist, kann das nicht als Grund für einen Handelsboykott herhalten.

Gerade die Länder der EU haben gute Erfahrungen damit gemacht, welche wohlstands-, friedensschaffende und gleichzeitig konfliktmindernde Rolle wirtschaftlicher Austausch spielt. Das Gegenteil, also politisch motivierter Protektionismus, fördert die Verfestigung von Konflikten. Es werden Gruppen geschaffen, die an der Erhaltung der Konflikte und damit der Handelsschranken interessiert sind. Die Situation wirft zunächst politischen Profit für Nationalisten ab, die Handelschranken nützen nationalen Monopolisten und denen, die mit politischer Protektion trotz aller Embargos "illegal" handeln. Deshalb sollte die EU sich ganz unabhängig von der türkischen Politik entschließen, die türkischen Zyprioten aus den Fesseln des Protektionismus zu befreien.

Das gegenseitige Warten auf Zugeständnisse und die damit einhergehende gegenseitige Blockade ist unsinnig. Man könnte mit Bastiat fragen, ob es denn richtig sei, Felsen in meinen eigenen Hafen zu werfen, wenn der Hafen meines Nachbarn durch Felsen blockiert wird. Die Antwort liegt auf der Hand.

Web: Institut für Unternehmerische Freiheit


Artikel bewerten

Artikel teilen

Facebook Icon Twitter Icon VZ Icon del.icio.us Logo Reddit Logo

Anzeigen

Kommentare

Die Kommentarfunktion (lesen und schreiben) steht exklusiv Abonnenten der Zeitschrift „eigentümlich frei“ zur Verfügung.

Wenn Sie Abonnent sind und bereits ein Benutzerkonto haben, melden Sie sich bitte an. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, nutzen Sie bitte das Registrierungsformular für Abonnenten.

Mit einem ef-Abonnement erhalten Sie zehn Mal im Jahr eine Zeitschrift (print und/oder elektronisch), die anders ist als andere. Dazu können Sie dann auch viele andere exklusive Inhalte lesen und kommentieren.

drucken

Mehr von IUF-Kommentar

Autor

IUF-Kommentar

Anzeige

ef-Einkaufspartner

Unterstützen Sie ef-online, indem Sie Ihren Amazon-Einkauf durch einen Klick auf diesen Linkstarten, oder auf ein Angebot in der unteren Box. Das kostet Sie nichts zusätzlich und hilft uns beim weiteren Ausbau des Angebots.

Anzeige