08. Januar 2007

Umweltschutz Klimakatastrophe annulliert

Warum Klima-Lobbyisten sich nicht von Fakten beirren lassen

Vor vielen Jahren  wurde auf einer Tagung von Dendrologen (Wissenschaftler, die sich mit Bäumen und Gehölzen beschäftigen) ein niederländischer Teilnehmer angesprochen von einem Schweizer: „Herr Kollege, wir haben in der Schweiz ein Riesenproblem, es gibt bei uns kein Waldsterben mehr.“ Wird es vielleicht auch noch mal dahin kommen, dass wir ein anderes „Riesenproblem“ ansprechen müssen, weil es keine globale Erwärmung mehr gibt?

Wenn das der Fall wäre, würden die meisten Bürger wahrscheinlich einen Seufzer der Erleichterung ausstoßen. Aber es würde natürlich verheerende Folgen haben für die Klimaindustrie, wovon später die Rede sein wird.

Kürzlich hat der Astronom Khabibullo Abdusamatov vom „Pulkovo Astronomic Observatory“ in St. Petersburg erklärt, die Erde werde, verursacht durch niedrige Sonnenaktivität, in der Mitte dieses Jahrhunderts eine „Mini-Eiszeit“ erleben. Die Temperaturen werden etwa ab 2012 fallen, wenn die derzeitige globale Erwärmung, die durch relativ hohe Sonnenaktivität bedingt sei, ihren Höhepunkt erreicht habe. Die kälteste Durchschnittstemperatur werde etwa in den Jahren 2035 bis 2045 zu vermelden sein. Diese Sicht wird auch durch den belgischen Astronomen Dirk Callebaut unterstützt, der in der Mitte des Jahrhunderts ein „großes Minimum“ erwartet, vergleichbar dem Maunderminimum (1650-1700), einer Periode, in der die Themse, die Seine und die holländischen Kanäle im Winter zugefroren waren.

In dieses Bild passen auch die Beobachtungen des NASA-Sonnenphysikers David Hathaway, der kürzlich darlegte, dass die großräumige Materieströmung, die für den Zyklus der Sonnenflecken verantwortlich ist, sich zu einem Rekordminimum verlangsamt hat. Dies hat erhebliche Auswirkungen für die zukünftige Sonnenaktivität, da Forscher davon ausgehen, dass die Geschwindigkeit der Strömung die Intensität der Sonnenfleckenaktivität auf etwa 20 Jahre im Voraus determiniert. Eine langsame Strömung bedeutet niedrigere Sonnenaktivität. Hathaway glaubt, der 25. Solarzyklus, der seinen Höhepunkt um das Jahr 2022 erreicht, könnte einer der schwächsten seit Jahrhunderten sein.

Aber das ist natürlich alles Zukunftsmusik. Jetzt gibt es noch immer eine sehr bedrohende globale Erwärmung, für dessen Bekämpfung große Opfer gebracht werden müssen. Doch eigentlich sieht es nicht so aus. Die globale Erwärmung hat 1998 nämlich aufgehört:

Satellitenmessungen der globale Durchschnittstemperatur: Abweichung der Durchschnittstemperatur in der Periode 1978 - 1999.

Die alarmierende globale Erwärmung besteht nämlich nur in der virtuellen Wirklichkeit der Klimamodelle - Modelle die noch immer sehr primitiv sind. Die genauesten Messungen - die mit Satelliten - zeigen nur eine sehr geringe Zunahme von Temperaturen über die letzten 27 Jahre, aber die Änderung ist nicht statistisch signifikant. Der Temperaturgipfel im Jahre 1998 ist El Niño zuzuschreiben und hat nicht mit irgendwelchem menschlichen Einfluss zu tun. Das bedeutet, dass das reale Klima sich weigert, sich den Modellen anzugleichen. Außerdem ist solch eine Erwärmung eher vorteilhaft als schädlich für die Menschheit.

Aber warum wird das Publikum dann nicht über diese wichtigen Entwicklungen informiert?
Das würde kollidieren mit den Interessen der Klimaindustrie: eine Interessengemeinschaft von  Politikern, die mit ihren Messias-Komplexen Mutter Erde retten wollen; einer Bürokratie, die ihren Machtbereich ausbreiten möchte;  Wissenschaftlern, die den Klima-Hype benutzen, um ihre Finanzierung sicher zu stellen; Grüne, die die Angstmacherei benötigen, um ihren gesellschaftlichen Einfluss zu behalten; der Wirtschaft, die Subventionen braucht, um sonst nicht gewinnbringende Aktivitäten zu bezahlen, und die leichtgläubigen Idealisten, die Klimaschutz für eine „gute Sache“ halten.

Deshalb hat man beschlossen, die neuen Einsichten und Fakten noch ein bisschen  zu verdecken.  Inzwischen können die Pläne für die Subventionierung der alternativen Energieversorgung, die Steigerung der Energiepreise, die Erhöhung der Öko-Steuern, den Handel in CO2-Emissionzertifikaten im Rahmen des Kyoto- Protokolls usw. ungestört durchgesetzt werden.

Klimawandel ist Glaubenssache geworden. In einer Welt, in der die traditionellen Religionen in Verfall geraten sind, fühlen die Menschen dennoch immer das Bedürfnis nach  Trost und höheren Werten, für die normalerweise Religionen sorgen. Und so ist die Klimadebatte das beste Beispiel für die Quasi-Religion des „grünen Alarmismus“ und der „globalen Heilsverheißung“.

Diejenigen, die damit nicht einverstanden sind, sollen ihren Mund halten und von der Diskussion ausgeschlossen werden. Margaret Beckett,  Außenministerin von Großbritannien, hat zum Beispiel die Klimaskeptiker verglichen mit den Fürsprechern des islamischen Terrors. Keiner, sagte sie, solle Zugang zu den Medien haben. Auch Kofi Anan hat die Klimaskeptiker zu einer gefährlichen Minderheit erklärt. „Es sind nur wenige eingefleischte Skeptiker, die versuchen, Zweifel zu säen. Sie sollten gesehen werden als das, wofür sie stehen: Aus dem Takt, außerhalb von Argumenten und aus der Zeit.“

Aber dennoch können auch sie die Fakten nicht leugnen. Seit 1998 sind die globalen Temperaturen herunter gegangen. Das ist ein klares Signal, dass der Kaiser der Klimakatastrophe keine Kleider an hat.

Hans Labohm (*1941) ist ein unabhängiger Ökonom und Publizist und Mitglied der niederländischen Partei VVD. Er schreibt u.a. für De Volkskrant, Het Financieele Dagblad, Trouw und NRC Handelsblad.


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Hans Labohm

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