12. Februar 2007

Fiskus Von der Tabaksteuer zur Steuerzahlersteuer

Raucher fragen, was sie für ihren Staat tun können

Die Tabaksteuer ist viel zu niedrig. Sie setzt nicht die richtigen Handlungsanreize für Raucher. Das ist jedenfalls das Ergebnis einer Studie, die an der Universität Hamburg produziert wurde und über die der Berliner Tagsspiegel berichtete. Die Methode ist ganz einfach: Ein verlorenes Lebensjahr ist Menschen im Durchschnitt 100 000 Euro wert – das haben Umfragen ergeben. Legt man diese Kosten zusammen mit einigen anderen, wie z.B. die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, und zieht einige Kostenreduktionen wie z.B. geringere Rentenzahlungen an die (im Durchschnitt) früher sterbenden Raucher wieder ab, so müsste eine Schachtel Zigaretten 40 Euro kosten. Dann würden Raucher, mit Hilfe einer Steuer in richtiger Höhe, „rationale" Entscheidungen treffen.

Dem gefährlichen Trend, dass der Staat mit Steuern das Verhalten seiner Bürger steuern dürfe - wenn der Zweck nur hinreichend wohlklingend ist – wird hier noch eine Prise zusätzlicher Zynismus beigefügt: Die Raucher sollen für den Verlust an Lebensjahren bezahlen, um diesen Verlust in ihre Entscheidungen einfließen zu lassen. Weil ja in dieser Logik ein Mensch dem Staat gehört und dieser mit Steuern für den Verlust entschädigt wird.

Wie ist es da eigentlich mit Selbstmördern? Das wäre doch eine schöne Quelle für wohlmeinende Steuern. Vielleicht sollten auch Steuerzahler eine Steuer dafür zahlen, dass sie Steuern zahlen und so ihren Wohlstand – und den der Gesellschaft – verringern? Sicher verringern sie dadurch, dass sie die Hälfte ihrer Zeit für das Finanzamt arbeiten, ihr Glück, ihren Wohlstand und wahrscheinlich auch ihre Lebenserwartung.

Ein Kollege schlug vor, dieser Studie den Titel „Milchmädchenrechnung des Jahres" zu verleihen. Allerdings befürchte ich, dass die Konkurrenz in den nächsten Jahren ziemlich hart sein wird. Klimakatastrophe, Verbraucherschutz, aber auch die Reformen der nichtreformierbaren Sozialsysteme bieten beste Chancen.

Internet:

Institut für Unternehmerische Freiheit


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