20. März 2007

Sigmar Gabriel Der Klimakiller

Vom Pop- und Ökonomiewunderknaben zum stark gewachsenen Weltenretter

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel musste sich in die Öko-Materie erst einarbeiten. Schließlich war der wenig erfolgreiche Ministerpräsident Niedersachsens zwischenzeitlich in anderem Metier zuhause. Nachdem „Weltökonom Sigmar“, wie der damalige Kanzler Schröder ihn nannte, kurz vor seiner Abwahl noch verkündete, seine „Regierung beginne, Schulden abzubauen“ – er meinte die Reduzierung der Neuverschuldung –, widmete sich der „kleine Dicke“ zunächst einem Engagement als „Unternehmer“. „CoNeS“ hieß seine Firma. Es war der stark politisierte Volkswagenkonzern, der dem engagierten „Unternehmer“ über dessen Tarnfirma ein Zubrot sponserte. 130.000 Euro – wie sich später herausstellte.
Hans-Joachim Selenz charakterisierte in eigentümlich frei [ef 58] den ihm persönlich gut bekannten Sigmar Gabriel wie folgt: „Spötter behaupten, Gabriel gäbe als Kartenabreißer an jedem Kettenkarussell eine bessere Figur ab. Sie vergessen, dass der Mann als Siggi-Pop Sternstunden feiern durfte. Dampfplauderer Gabriel ist ein Prototyp der Null-Wissen-Generation. Karrieren wie die von Gabriel führen in einem Wirtschaftsunternehmen in aller Regel in die Pförtnerloge.“

Nun ist er aber im Bundesumweltministerium gelandet. Und just mit Beginn des medialen Klimatsunamis vernehmen wir auch den neuen Oberökologen mit vielen schönen Vorschlägen. Innerhalb einer Woche im März forderte Sigmar Gabriel nämlich, „Tempolimits auf Autobahnen“ einzuführen, den „Verzicht auf Fernreisen“, eine „freiwillige Klimaabgabe“, den „Klimaschutz in die EU-Verfassung“ zu schreiben, „die Steuern auf Dienstwagen zu erhöhen“, ein „Öko-Siegel für Computer zu prüfen“ und schließlich „Glühbirnen verbieten“ zu lassen. Am Ende dieser Woche dann verkündete derselbe Umwelt- und Kommunikationsexperte Gabriel im ZDF: „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht jeden Tag eine neue Sau durchs Dorf treiben“. Die Schulung in marxistischer Dialektik auf den Ferienlagern der „Sozialistischen Jugend Deutschlands – Die Falken“ ist dem einstigen Ortsverbandsvorsitzenden Goslar eben dieser „Falken“ ganz offenbar gut bekommen.

In einem Internetforum der Zeitschrift „Auto Motor Sport“ war folgender Leser-Kommentar zur heißen Luft des Dampfplauderers Siegmar Gabriels zu lesen: „Abgesehen davon, dass CO2 nur 0,3 Prozent der Atmosphäre ausmacht und alle Pflanzen unter CO2-Knappheit leiden – weshalb sie in Treibhäusern mit diesem ‚Gift“ begast werden, damit es reiche Ernte gibt –, sollte der Herr Umweltminister bei seiner ganz persönlichen CO2-Bilanz doch mal mit gutem Beispiel voran gehen. Dienstwagen? Nein, nein, nein! Ich spreche von Ernährung! Er hat, also mindestens, 30 Kilo Übergewicht. Um diesen unnützen Balast zu bewegen und warm zu halten, hat er einen stark erhöhten Kalorienumsatz. Er verbrennt die von den Pflanzen mittels Photosynthese aus CO2 und Sonnenenergie unter Sauerstoff-Freisetzung gebildeten Kohlenhydrate (sei es direkt aus pflanzlicher Nahrung, oder, wie er es mehr liebt, aus Lebensmitteln, gewonnen aus Schlachttieren, die vorher Pflanzen gefressen haben und bei der Verdauung schon reichlich CO2 und lecker’ Methan produziert haben) und produziert nun selbst wieder CO2. Aber 50 Prozent mehr als ihm bei seiner Körpergröße zustehen würde. Hat er vielleicht bei Kate Moss oder einem magersüchtigen Schlagersternchen – Connections hat er als ehemaliger Popmusik-Beauftragter der SPD ja wohl – CO2-Zertifikate gekauft? Wenn Sigmar Gabriel, diese fleischgewordene Verlogenheit, auf Idealgewicht runter ist, steige ich von meinem V8-Benziner auf den V6-Diesel um. Aber erst dann!“

Die originellsten und treffendsten politischen Kommentare sind schon lange nicht mehr in der Mainstream-Presse zu lesen.


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Torben Niehr

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