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Klima und Gender: Wie die globale Erwärmung Frauen diskriminiert

von Gary Merrett

Es klingt wie Satire, doch die Wirklichkeit ist bereits weiter

Kaum sind die G8-Gespräche angelaufen, schon gibt es eine schlechte Nachricht für Frau Merkel: Herr Bush wird nicht mitmachen beim „Klimaschutz“. Warum das für Frau Merkel so schlecht ist? Sie ist eine Frau! Denn dass die Klimaerwärmung besonders Frauen diskriminiert, ist spätestens seit dem Klimagipfel 2006 in Nairobi bekannt.

Damals trafen sich über 6000 Bürokraten und „Experten“ aus aller Welt, um sich über die diversen Aspekte der bevorstehenden Katastrophe auszutauschen und zu beraten. Bei dieser Klima-Orgie sorgten neben dem Heer von öden Funktionären auch einige Klima-Clowns – zwar unfreiwillig – für etwas Komik. Denn das Thema Klimaerwärmung wurde von wirklich allen denkbaren und undenkbaren Seiten beleuchtet: Dabei durfte das für Frau Merkel relevante Thema „Klima und Gender“ nicht fehlen. Umweltpolitiker und Berufsfrauen weisen nämlich darauf hin, dass Frauen besonders hart von der Klimakatastrophe betroffen sein werden: Während der Mann, die Luft mit CO2 verpestend, in seinem klimatisierten Auto zu seinem klimatisierten Büro fährt, muss die Frau auf die Kinder aufpassen. Und das zuhause, wo man sich vor allem in Entwicklungsländern die Anschaffung einer Klimaanlage nicht leisten kann. Außerdem müssten Frauen in Zukunft „auf der Suche nach Brennholz immer weitere Wege zurücklegen“. Und allgemein seien Frauen durch ihre biologische Veranlagung anfälliger für Klimaschocks. Dies müsse endlich von der Politik erkannt werden.

Doch was ist der Grund dafür, dass die ganze Klima-Debatte so einseitig, also nur aus der männlichen Perspektive, geführt wird? Eine mögliche Antwort finden wir in einem Artikel, der von dem kanadischen „Center for Innovation and Development“ veröffentlichte wurde: Frauen sind in naturwissenschaftlichen Graduierten-Studiengängen unterrepräsentiert, was wiederum dazu führt, dass ihr Einfluss im „Gender- und Klimasektor“ nur begrenzt ist.

Die „Leitstelle Gender, Umwelt und Nachhaltigkeit“ des Vereins „LIFE – Frauen entwickeln Ökotechnik e.V.“ sieht einen anderen Grund für die mangelnde Rücksicht auf Fraueninteressen im Klima-Diskurs: Bei UN-Klimaveränderungs-Verhandlungen sind zu wenige weibliche Bürokraten anwesend: nur etwa 15 bis 25 Prozent, wie „LIFE“ dem interessierten Leser in einem von der Europäischen Kommission finanzierten Pamphlet vorrechnet. Hinzu kommt, dass im deutschen Umweltministerium keine einzige Frau eine Management-Position im Bereich Klimaschutz innehat.

Der Verein hat sich vorgenommen gegen diese Missstände etwas zu unternehmen. Er hat in Zusammenarbeit mit zehn europäischen Städten unter dem Projektnamen „Climate for Change“ einen Plan zur „Geschlechtergerechtigkeit beim Klimaschutz“ ausgearbeitet. In einer Resolution namens „Gender Equality and Climate Change Policy“ empfiehlt die Projektgruppe dem UN-Klimasekretariat unter anderem die „Implementierung und Weiterentwicklung der Gendergerechtigkeit im Kyoto-Protokoll“.

Es bleibt abzuwarten, wie die Staats- und Regierungschefs auf diese Resolution von „LIFE“ und einigen Kommunalpolitikern reagieren werden. Vielleicht werden sie eine Männer-CO2-Abgabe einführen. Mit den Einnahmen könnte man dann etwa Siemens beauftragen, Millionen von Klimaanlagen für die Frauen der Dritten Welt zu bauen. So würde man auch gleichzeitig Arbeitsplätze schaffen! Oder aber es wird mehr Geld in die gender-, also frauenspezifische, Klimaforschung gesteckt. Auch dann, so die Polit-Logik, würden Arbeitsplätze entstehen.

Ganz gleich wie die Politiker und Bürokraten handeln werden, fest steht: Sie werden handeln. Und das ist die wahre Bedrohung für die Frauen – und Männer – dieser Welt.

Internet:

http://www.climateforchange.net/fileadmin/inhalte/Downloads/CfC-resolution.pdf

http://www.comminit.com/strategicthinking/st2006/thinking-1663.html

http://www.sozial-oekologische-forschung.org/intern/upload/literatur/Weber05_Gender-Klimapolitik.pdf

http://www.cbla.org.za/files/CC%20and%20gender%20semi%20final%20document.pdf

http://www.genanet.de/

http://www.genanet.de/fileadmin/downloads/themen/Healthy_climate_english.pdf

07. Juni 2007

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