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Mach mit beim Klima-Marathon II: Selbst Opa läuft auf Krücken mitvon Kaspar Rosenbaum Frieren ohne Kaffee für besseres Wetter Was machen heute unsere vier WDR-Modell-Kolchosen? Sie leuchten weniger im Haus, aber dem Klimasowjet den echten Ökoweg. Nach wie vor sind alle Familien mit großer Freude dabei. Schauen wir mal rein... Familie Kipp denkt produktiv nach: „Wir versuchen weiter, Strom, Gas und Benzin zu sparen. Dennoch fordert die dunkle Jahreszeit abends helle Räume, sonst schlägt die Dunkelheit aufs Gemüt. Ich habe mir Kataloge von Anbietern für Elektronik- und Technikbedarf besorgt. Vielleicht lohnt es doch, in Energiesparvarianten zu investieren.“ Familie Schoch verzichtet für die Umwelt mit Begeisterung auf leckere Brötchen, Sport, gewaschene Wäsche und anderen überflüssigen Luxus: „Die Wäsche stapelt sich, die Waschmaschine wird diese Woche nicht laufen und der Trockner schon mal gar nicht. Ich versuche einfach mal das Auto stehen zu lassen und Wege z.B. mit dem Bus zu erledigen. Wir holen die Brötchen morgens zu Fuß beim Bäcker um die Ecke, anstatt wie sonst mit dem Auto zu fahren, nur weil sie bei einem anderen, der weiter entfernt liegt, besser schmecken. Auch die Wege zum Fußballplatz werden eingespart.“ Familie Ervens-Conrads steht jetzt für besseres Wetter früher auf, verzichtet auf Kaffee, friert kollektiv – und Opa muss auf Krücken Langstrecken gegen die Erderwärmung laufen, beim Klima-Marathon machen alle mit: „Ans Fahrradfahren habe ich mich schon fast gewöhnt, nun ans frühere Aufstehen noch nicht ganz. Selbst unser gehbehinderter Opa, der normalerweise Donnerstags zu Konstantin Fußballtraining mit dem Auto fährt, will heute mit ihm zu Fuß gehen. Eine weitere Energieeinsparung ergibt sich daraus, dass meine Ehefrau nun nur noch wirklich unbedingt nötige Sachen bügelt und Sachen wie Handtücher, Unterhemden oder Unterhosen nach dem Trocknen einfach faltet und so in den Schrank legt. Was ich aber immer noch schwerlich vermisse, ist das allabendliche Fernsehprogramm und der heiße Kaffee. Aufstehen, Licht nur im Flur einschalten – das ist schon halbwegs automatisiert. Was schwer fällt, ist der versprochene Verzicht auf die morgentliche Tasse Kaffee. Tagsüber konnten wir die Heizleistung auf ein Minimum reduzieren. Was uns auch schwer fällt, ist dar Verzicht auf vorweihnachtliche Plätzchen- und Waffelbäckereien.“ Und Familie Klein schließlich denkt jetzt in der Zeit, wo sie sonst geduscht hätte, mehr oder weniger geruchsneutral über die wirklich wichtigen Fragen nach: „Jede Handlung wird nunmehr im Voraus auf Ihre Umweltverträglichkeit überprüft: Muss ich wirklich in den anderen Raum? Wenn ja: Muss ich dort wirklich das Licht einschalten? Auch für den kleinen David bleibt die Glotze aus. Erstaunlich, wie schnell man sich an diffuse Lichtverhältnisse gewöhnt. Auch die niedrigere Raumtemperatur kommt einem nach drei Tagen schon gar nicht mehr so kalt vor. Klar, man würde schon gerne noch mal duschen, aber nix da, was sein muss, muss sein!“ Und nochmal: Nein, es handelt sich nicht um Satire. Alles ist ganz ernst gemeint beim WDR. Opfer müssen erbracht werden, sagt ja auch der Weltklimasowjet. Auf Bali. Internet: 06. Dezember 2007 Unterstützen Sie ef-onlineHat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien. Testen Sie eigentümlich freiProminente Autoren und kantige Kolumnisten wie Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Jörg Guido Hülsmann, Michael Klonovsky oder Frank Schäffler schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht. Diesen Artikel teilenAnzeigen |
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