29. Februar 2008

Tipp für Liechtenstein
Grüne statt schwarze Geldanlagen

Politisch korrekt investieren

Statt von einem auf immer mehr Wohlfahrtsstaaten übergreifenden „Steuerskandal“ könnte man auch von einem Zangenangriff der Sozialisten aller Länder und Parteien auf Liechtenstein als kleines Relikt der untergegangen katholischen Habsburg-Monarchie sprechen. Bekanntlich gilt die Donau-Monarchie als das freiheitlichste, toleranteste und kreativste Gemeinwesen, das Europa je hervorgebracht hat. Feinde der Freiheit im Osten, Westen und Norden haben den Ersten Weltkrieg ausgelöst und in dessen Verlauf den bis dahin friedlichen Vielvölkerstaat zerstört. Davon hat sich Europa nie erholt.

Als kleines Relikt des untergegangenen Reiches blieb das winzige Fürstentum Liechtenstein übrig. Da räumliche Größe an sich in der globalisierten Welt schon länger keinen wirtschaftlichen Vorteil mehr darstellt, schaffte es auch das kleine Lichtenstein, wie die Kleinstaaten Singapur, Hongkong, Luxemburg oder Monaco, durch die kluge, Freiheit und Eigentum achtende Wirtschaftspolitik seines streng katholischen Fürstenhauses an die Spitze der globalen Wohlstands-Skala zu gelangen. Das jedoch scheint den sozialistischen Umverteilungsbürokraten der ganzen Welt ein Dorn im Auge. Sie brauchten sich, wie es scheint, gar nicht erst zu verschwören, um sich darüber einig zu werden, dass die Alpenfestung geschleift, dem „Steuerparadies“ Liechtenstein der Garaus gemacht werden muss.

Vielleicht gibt es für den Eifer, den Finanzminister und Massenmedien von immer mehr Ländern bei der Jagd auf „Steuersünder“ an den Tag legen, aber auch eine andere Erklärung. So hat Fürst Hans-Adam II von und zu Liechtensteins Kollege Albert II von Monaco Ende Februar 2008 demonstrativ seinen Besuch im sächsischen Werk Freiberg des Bonner Solarkonzerns SolarWorld AG angekündigt. Wenn das kein Tipp, oder vielmehr ein Wink mit dem Zaunpfahl ist! Der monegassische Fürst hat vor zwei Jahren eine Stiftung für den Klima-, Arten- und Wasserschutz gegründet. Da er seinen blaublütigen Amtsbruder Hans-Adam II schwerlich wird dazu bewegen können, sein Geschäftsmodell in Richtung des Anbaus nachwachsender Rohstoffe zu ändern, ging es ihm wohl eher darum, ihn zur Förderung „grüner“ statt „schwarzer“ Geld-Anlagen anzuregen. Die Reichen hätten dann die Möglichkeit, ihrem Staat auf politisch korrekte Weise Steuern vorzuenthalten.

Literatur:
Edgar Gärtner veröffentlichte 2007 im TvR-Medienverlag, Jena, das Buch „Öko-Nihilismus. Eine Kritik der politischen Ökologie“.


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