Edgar L. Gärtner

Jahrgang 1949, Hydrobiologe, Wissenschaftsautor.

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New Yorker Klimakonferenz: Neuer Kalter Krieg

von Edgar L. Gärtner

Letztlich geht es um mehr als das Klima

Die letzte Woche am New Yorker Broadway über die Bühne gegangene Klima-Konferenz der „Skeptiker“ mit über 100 Fachvorträgen renommierter Atmosphären-, Meeres- und Polarforscher zeigte meines Erachtens, dass die Beweislage gegen eine nennenswerte Beteiligung des allenthalben verteufelten Kohlenstoffdioxids (CO2) an der Erderwärmung immer erdrückender wird. Denn es wird auf der Erde seit einigen Jahren wieder kühler. Schade, dass in der deutschen Presse darüber kaum berichtet wurde. Von dem in den Massenmedien so oft bemühten „Konsens“ über die Rolle des CO2 im Wettergeschehen kann jedenfalls nicht die Rede sein, wenn sich so viele Spitzenforscher offen von der offiziellen Lehrmeinung des UN-Klimarates IPCC distanzieren.

Das Wort „Konsens“ hat in der Wissenschaft ohnehin nichts zu suchen. Hier geht es nach Karl R. Popper nicht um die konsensuale Absegnung endgültiger Wahrheiten, sondern um die „Refutation“ von Hypothesen mithilfe intelligenter Experimente und kritischer Dispute. Basis eines wirklichen Konsenses im Alltag wie in der großen Politik kann nach Hannah Arendt nur der gesunde Menschenverstand sein. Und Grundlage eines halbwegs dauerhaften Friedens zwischen Menschen unterschiedlicher Weltanschauung können nur produktive Missverständnisse sein. Ich meine: Es handelt sich bei der Auseinandersetzung zwischen „Klimaskeptikern“ und den Verfechtern der IPCC-Position nicht um einen wissenschaftlichen Disput, sondern um einen neuen Kalten Krieg zwischen Freiheit und Kollektivismus mit den Waffen der politischen Memetik. Dabei geht es darum, mithilfe von Tricks möglichst viele eigene Meme (Glaubenssätze, Symbole, Info-Viren) in die Hirne der Gegenseite zu schleusen, um sie von innen aufzuweichen.

Wenn die freiheitsliebenden „Klimaskeptiker“ im politischen Prozess vorankommen wollen, dürfen sie meines Erachtens nicht die von der Gegenseite erfundenen Begriffe und Schlagwörter wie „ökologisches Gleichgewicht“, „Treibhauseffekt“ und „Kohlenstoff-Gerechtigkeit“ oder auch „soziale Gerechtigkeit“ verwenden. Denn diese Begriffe setzen voraus, dass wir in einer geschlossenen Welt leben. Die reale Welt ist aber offen: sowohl im Hinblick auf die Sonne und das Weltall als auch auf die Zukunft. Ein Liberaler, der sich darauf einlässt, mit einem Sozialisten über „soziale Gerechtigkeit“ zu diskutieren, hat also schon verloren. Erkannt hat das der gerade wiedergewählte tschechische Staatspräsident Václav Klaus, der in seiner mit stehenden Ovationen begleiteten Rede auf der New Yorker Konferenz darauf hinwies, es gehe im Streit mit dem IPCC gar nicht in erster Linie um das Klima, sondern um die Freiheit.

Internet:
www.gaertner-online.de

10. März 2008

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