24. Juni 2008

Vor dem Halbfinale Getürkte Wahrnehmung

Die Politik und das etwas andere Spiel gegen die Türkei

Bundestrainer Jogi Löw prophezeit auf der Pressekonferenz im Brustton der Überzeugung, dass „die Mannschaft“ bis zur letzten Sekunde kämfen und alles geben werde, um zu gewinnen. Es klingt so engagiert, dass fast überhört werden könnte, auf wen sich seine Äußerung bezieht, nämlich auf das türkische Team!

Die Abgeordnete Lale Akgün, Islam-Beauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, wirbt derweil um Verständnis, wenn Deutsch-Türken mit „Türkiye“-Rufen nur eine Mannschaft anfeuern. Schließlich seien diese Leute „zumeist sozial benachteiligt“. Ein Sieg über Deutschland, so Akgün dialektisch, „würde zeigen, dass wir (!) doch nicht so schlecht sind.“ Das Spiel mit dem Doppel-Pass scheint Deutschland zu beherrschen.

Unterdessen hat sich der grüne Europaabgeordnete Cem Özdemir dafür ausgesprochen, vermehrt türkischstämmige Spieler in die deutsche Nationalmannschaft aufzunehmen. Was aber, wenn diese auch lieber für das andere Team spielen? Sind angehende Nationalspieler dann im Umkehrschluss sozial benachteiligt? Es klingt wie ein Wunder von fern.


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