08. Juli 2008

Russland anders Heute Tag der Liebe, Familie und Treue

Auch Deutschland hat längst einen inoffiziellen neuen Liebesfeiertag

Am heutigen 8. Juli wird in Russland erstmals der „Tag der Liebe, Familie und Treue“ gefeiert. Allein in Moskau finden 40 Veranstaltungen statt, um den besonderen Tag bekannt zu machen, darunter die feierliche Auszeichnung von 200 Paaren, die mehr als 25 Jahre zusammen sind. Das Staatsfernsehen bringt Familien-Sondersendungen. Der neue Festtag war mit Unterstützung der orthodoxen Kirche eingeführt worden. Der 8. Juli ist der Todestag des heiligen Paars Peter und Fewronia. Das Ehepaar war vor 780 Jahren wegen seiner Liebe verfolgt und getötet worden, sie sollen danach in einem einzigen Sarg beerdigt worden sein. Russlands neue First Lady Swetlana Medwedewa übernahm die Leitung des Organisationskomitees für den Tag, der zukünftig auch ein offizieller, also arbeitsfreier Feiertag werden soll. Ziel des politischen Liebesspiels ist es, „die Geburtenrate zu fördern“. Wladimir Putin höchstselbst hatte im vergangenen Jahr den Bevölkerungsrückgang als „schwerwiegendstes Problem des modernen Russlands“ bezeichnet.

In derselben Woche feierten in Deutschland gerade Hunderttausende ihren Liebesfeiertag. Der Christopher Street Day wurde als quasireligiöser inoffizieller Feiertag des politisch korrekten Deuschlands auf vielen Straßen und in noch mehr Fernsehkanälen zelebriert. Die öffentlichen-rechtlichen Staatsfunker in Berlin-Brandenburg begleiteten das bunte Treiben wie bereits im letzten Jahr einen ganzen Tag lang mit einer Sondersendung nach der anderen. Und wahrlich, wer würde es wagen, die deutschen Festivitäten nicht für weltoffener und fortschrittlicher zu halten – im Vergleich zur reaktionären russischen Folklore?

Internet

Die unerträgliche Leichtigkeit des Bösen



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Kaspar Rosenbaum

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